Wat den een sien Uhl, is den annern sien Nachtigal

Immobilienkäufer, die ihr Eigenheim finanzieren müssen, können sich freuen: über ohnehin niedrige Zinsen und – seit einiger Zeit – über besonders günstige Kreditgeber: die Versicherungsbranche. Die bieten eine Finanzierung bis zur kompletten Tilgung in 20 bis 30 Jahren an zu Zinsen von zur Zeit um 1,2 bis 2 Prozent im Jahr.

Früher war die Branche bekannt für besonders nachteilige „Kombi-Darlehen“ aus Kredit und (teurer) Lebensversicherung. Doch die jetzigen Angebote sind ganz reguläre Annuitätendarlehen zu sehr guten Konditionen (z. B. Axa, Allianz, Continentale oder Universa).

Wo ist der Haken?

Für Immobilienfinanzierer, die es schaffen, die geforderten 20 Prozent Eigengeld vorzuweisen, sind die Angebote ein Schnäppchen. Doch diese Schnäppchenpreise können zu Lasten einer ganz anderen Gruppe gehen – der Versicherungskunden.

Steigen die Zinsen in den nächsten Jahrzehnten, müssen sich die Versicherungsunternehmen mit niedrigen Verzinsungen begnügen, weil die jetzigen günstigen Zinsen ja für Jahrzehnte festgeschrieben sind. Versicherer aber holen sich nicht am Kapitalmarkt Geld, sondern sie bekommen es von ihren Versicherungskunden. Die können aber nicht von dem steigenden Zinsniveau profitieren. Das Risiko der steigenden Zinsen geht also zu Lasten der Versicherungskunden, die auf Jahrzehnte - auch bei steigenden Zinsen - nur geringe Überschüsse bekommen.

Unser Fazit

Kredit für die Immobilie vom Versicherer: Ja
Kapitallebens- oder Rentenversicherung abschließen: Nein

Ärgerlich für alle Kunden, die bereits seit einigen Jahren eine Lebens- oder Rentenversicherung am Laufen haben. Sie müssen auch bei steigenden Zinsen mit geringen Überschüssen rechnen, und können nichts dagegen tun, weil es auf die Überschüsse keinen Rechtsanspruch gibt.

Stand vom Donnerstag, 21. November 2013

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