Immobilienkredit: Zinstricks der Allianz gestoppt

Sie haben eine Baufinanzierung mit Festzinsvereinbarung bei der Allianz Lebens­versicherungs-AG abgeschlossen und sich über nachträgliche Zinserhöhungen geärgert? Dann haben Sie jetzt die Chance, zu viel gezahlte Zinsen zurückzufordern. Denn nach einer erfolgreichen Abmahnung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) muss die Allianz die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) in ihren Immobiliar­darlehens­verträgen ändern.

Warum waren die Klauseln ein Problem?

Die unzulässigen Klauseln berechtigten die Allianz zu einseitigen Zinsanpassungen – und das, obwohl es sich um Festzinskredite handelte. Sie sollten dem Konzern gestatten, nachträgliche Zinserhöhungen vorzunehmen – abhängig von Faktoren wie Bonität, Wohnort oder Nutzungsart des Grundstücks.

Nutzten die Betroffenen beispielsweise die finanzierte Immobilie nicht mehr selbst, zogen sie von einer nach Ansicht der Allianz begünstigte in eine nicht begünstigte Region um oder wechselten sie von einer privilegierten Berufsgruppe in eine andere weniger privilegierte, nahm sich der Versicherer das Recht heraus, den Darlehenszins einseitig zu erhöhen.

Und zu allem Überfluss wurden die Verbraucher über die Klauseln zur Konditionsanpassung und die damit verbundenen Rechtsfolgen nicht gesondert informiert. 

Doch damit ist jetzt Schluss und Sie können zu viel gezahlte Zinsen zurückverlangen.

Wie können Sie Ihr Geld zurückholen?

Wenn Sie einen Immobiliendarlehensvertrag bei der Allianz Lebens­versicherungs-AG abgeschlossen haben und von Zinserhöhungen aufgrund der nun unwirksamen AGB-Klauseln betroffen waren, können Sie die zu viel gezahlten Zinsen grundsätzlich ganz oder teilweise zurückfordern. Nutzen Sie dafür einfach unseren Musterbrief.

Sie haben noch Fragen? Sie möchten wissen, ob Ihr Vertrag tatsächlich betroffen ist? Unsere Experten geben gerne Auskunft. Hier finden Sie eine Übersicht unserer Beratungsangebote und -zeiten.

Der Fall der Allianz wurde bekannt über das Frühwarnnetzwerk des Marktwächters Finanzen der Verbraucherzentralen. Das für Immobilienfinanzierung zuständige Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Bremen hat die benachteiligenden Klauseln im Kleingedruckten der Allianz-Verträge aufgedeckt. Der vzbv hat die Allianz daraufhin erfolgreich wegen Intransparenz der Bedingungen abgemahnt. In einer entsprechenden Unterlassungserklärung hat sich das Unternehmen verpflichtet, die Klauseln zukünftig weder zu verwenden noch sich bei bereits abgeschlossenen Darlehensverträgen daauf zu berufen.

Weitere Informationen über die Arbeit des Marktwächters Finanzen finden Sie auf der Marktwächter-Website und im Twitter-Kanal der Marktwächter.

Stand vom Dienstag, 8. November 2016

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