Bild: Handy und Geldscheine

Rätselhafte Handyrechnung

Uns erreichen ständig Beschwerden von Verbrauchern, die auf ihrer Handyrechnung unerklärliche Forderungen für SMS-Abos finden. 2,99 Euro, 3,99 Euro, 4,99 Euro alle drei, fünf oder sieben Tage - die Summe kann ganz schnell die normalen monatlichen Kosten um ein Vielfaches übersteigen.

Carmunity, Guerilla Mobile, ZED

Die Verbraucher kennen die Firmen, die die Forderungen in Rechnung stellen - wie beispielsweise Carmunity, Guerilla Mobile oder ZED - oft gar nicht, und können sich an ein abgeschlossenes Abo regelmäßig nicht erinnern. Besonders gemein ist es, wenn solche Firmen die Unerfahrenheit von Kindern und Jugendlichen ausnutzen, um ihnen Abos für Klingeltöne und Bildchen fürs Handy anzudrehen.

Was wir Ihnen raten

  • Schreiben Sie an Ihren Telefonanbieter, widersprechen Sie der Rechnung, und bestreiten Sie, dass Sie ein Abo abgeschlossen haben! Verlangen Sie einen Nachweis über einen Vertragsschluss und Ihr Geld zurück, wenn es bereits abgebucht wurde. Verlangen Sie auch von Ihrem Anbieter, dass er Ihnen die Firmen nennt, die bei Ihnen zu Unrecht abrechnen wollen.

  • Schreiben Sie per Einschreiben/Rückschein an die Firma, die das Geld von Ihnen fordert, und bestreiten Sie einen Vertragsschluss. Kündigen Sie den behaupteten Abovertrag hilfsweise, damit der Anbieter wenigstens für die Zukunft nicht mehr behauptet, dass ein Abo existiert. Die Adressen der Firmen sind in der Regel auf der Handyrechnung zu finden. Sie finden die Adressen höchstwahrscheinlich auch im Internet.

  • Zur Zeit bekommen wir sehr viele Beschwerden von Verbrauchern, die ein Abo bei dem Anbieter Carmunity abgeschlossen haben sollen. Auf Beschwerden reagiert Carmunity mit einem Standardschreiben, in dem unter Nennung von IP-Adresse und Handydaten ein Vertragsschluss bewiesen werden soll. Unseres Erachtens reicht dies aber als Beweis nicht aus. Diese Verbraucher können sich zusätzlich zu den oben beschriebenen Maßnahmen an die Abteilung Internetbetrug der Polizei in Bremen wenden. Dort wird unter dem Aktenzeichen 1858969/2011 ein Ermittlungsverfahren gegen diese Firma geführt. Je mehr Fälle dort eingehen, desto größer die Datengrundlage für ein Verfahren!


Was wir von den Anbietern erwarten 

Auch ohne diese unseriösen Forderungen ist der Telekommuni­kations­­markt für die Verbraucher schon unübersichtlich genug! Ein Vertrag nur aufgrund einer provozierten SMS muss genauso leicht wieder aus der Welt zu schaffen sein, wie er vereinbart werden kann.

Die Telefonanbieter sollten bei Einwendungen der Verbraucher gegen solche Abos die Forderung fallen lassen und dem Aboanbieter zurückgeben, statt eine Sperre des Anschlusses anzudrohen, wenn die Forderung nicht an sie bezahlt wird. Es darf nicht sein, dass die Argumente der Verbraucher einfach ins Leere laufen!

Wir helfen weiter

Wenn Sie schon eine überhöhte Rechnung bekommen haben, können Sie sich an unsere Experten wenden. Lassen Sie sich unter Telefon 040 24832-107 einen Termin für eine Rechtsberatung im Bereich Telekommunikation geben (22 €/Beratung, ALG II-Empfänger zahlen gegen Nachweis die Hälfte).

Stand vom Dienstag, 8. November 2011

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