Immer mehr Verbraucher wechseln den Stromanbieter. Das ist gut so. Denn der Wechsel stärkt den Wettbewerb. Und wenn die Reise überdies zu einem Ökostromanbieter geht, kann jeder Verbraucher zugleich etwas für den Klimaschutz tun.
Wechseln – wie geht das?
Ganz einfach: Sie suchen sich einen neuen Anbieter, kontaktieren diesen per Telefon, Internet oder Brief, und der neue Anbieter erledigt dann sämtliche Formalitäten mit dem alten Anbieter. Der Wechsel ist machbar, Herr Nachbar!
Was ist, wenn der Wechsel nicht klappt?
Anders als in den Anfangsjahren nach der Liberalisierung des Strommarkts gibt es heute kaum noch massive Behinderungen des Wechsels, etwa durch Wechselgebühren des Altversorgers. Gleichwohl kann es durchaus zu Verzögerungen kommen. Dann sollten Sie sich umgehend an den neuen Versorger wenden und notfalls auch die Bundesnetzagentur informieren. Jedenfalls ist die Angst unbegründet, im Dunkeln zu sitzen, wenn der neue Versorger aus welchem Grunde auch immer ausfällt. Denn der Grundversorger ist gesetzlich verpflichtet, in diesem Falle Strom zu liefern. Grundversorger ist der jeweils größte Versorger am Ort, zumeist ist dies der ehemalige Monopolist – in Hamburg: Vattenfall. Sollte dieser – sehr seltene – Fall eintreten, zahlen Sie dann aber beim Grundversorger den Grundversorgungstarif, also den in der Regel teuersten Tarif. Da Sie aber innerhalb eines Monats wieder aus dem Grundversorgungsvertrag wechseln können, ist der Kosteneffekt für Sie nicht hoch.
Ökostrom oder konventioneller Strom?
Die erste Frage, die Sie für sich klären müssen, lautet: Ökostrom oder konventioneller Strom? Wir empfehlen: Ökostrom. Dadurch tragen Sie persönlich dazu bei, dass der Anteil an Strom aus Kohle und Atomenergie sinkt und der Anteil aus erneuerbaren Energien steigt. Das ist gut für den Klimaschutz und nützt Ihnen und Ihren Kindern und Enkeln.
Die Preise für Ökostrom liegen zumeist über denen für konventionellen Strom. Doch ist der Preisunterschied geringer als noch vor einigen Jahren. Zudem: Je mehr Verbraucher sich für den umweltschonend erzeugten Strom entscheiden, desto geringer wird der Preisabstand zum konventionellen Strom.
Ökostrom – von wem?
Die zweite Frage, die Sie dann stellen sollten, lautet: Ökostrom – von wem? Wir empfehlen: Gehen Sie zu einem konzernunabhängigen Ökostromanbieter, also wählen Sie nicht einen Ökostrom-Tarif bei einem der vier marktbeherrschenden Konzerne (E.on, RWE, Vattenfall, EnBW) oder bei einer von deren Töchtern (z.B. E wie einfach = E.on, Yello = EnBW). Grund: Strom ist Strom. Aus der Steckdose kommt das Gleiche, ob man nun bei Vattenfall oder einem kleinen Ökostromanbieter ist. Alle Stromversorger speisen ihren Strom in einen großen Stromsee, ob aus Atom, Kohle, Wind oder Wasserkraft gewonnen. Dieser Strommix landet dann in den Haushalten. Will man als Verbraucher etwas für den Klimaschutz tun, muss man dafür sorgen, dass der Anteil der erneuerbaren Energien in dem Strommix steigt. Das geht nur, wenn man zu einem Anbieter wechselt, der ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien bezieht. Denn die großen Energiekonzerne gewinnen zwar auch Strom aus Wasser und Wind, bauen aber zugleich die Kohle- und Atomstromproduktion aus. Auch wenn man den Ökostrom-Tarif eines Konzerns wie Vattenfall wählt, stärkt man – relativ gesehen – Kohle und Atom.
Wenn also nicht zu den großen Vier oder deren Töchtern, wohin dann? Wichtiges Kriterium ist, ob der Ökostromanbieter überzeugend nachweisen kann, dass er für den Ausbau der erneuerbaren Energien sorgt, also durch seine Nachfrage die Erweiterung der Produktionskapazitäten in Neuanlagen fördert. Ob dieses Kriterium eingehalten wird, kann durch eine Nachfrage beim Anbieter oder anhand von Gütesiegeln wie „OK Power Label“ und „Grüner Strom Label“ festgestellt werden.
Überregionale Anbieter, die nach unserer Kenntnis diese Kriterien erfüllen, sind:
EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom.
Regionale Anbieter für Hamburg, die nach unserer Kenntnis diese Kriterien erfüllen, sind:
Hamburg Energie
Regionale Anbieter für andere Regionen, die unsere Kriterien erfüllen:
Darüber liegen uns keine Informationen vor. Informieren Sie sich bitte bei Ihrer örtlichen Verbraucherzentale.
Welchen Anbieter wählen? Preisvergleich – aber wie?
Für welchen der empfohlenen Ökostromanbieter soll man sich nun entscheiden? Manche Verbraucher werden einen örtlichen Anbieter bevorzugen, um die lokale Wirtschaft zu stärken. Andere werden sich nach dem Preis richten. Wichtig beim Preisvergleich: Den Arbeitspreis (xy Cent/kWh) und den Grundpreis (XY Euro/Jahr) einbeziehen und dabei den persönlichen Jahresverbrauch berücksichtigen. Den Preisvergleich können Sie selbst vornehmen, indem Sie die Anbieter anschreiben oder anrufen. Sie können sich aber auch auf einem Preisvergleichsportal wie z.B. www.naturvolt.de oder www.energieverbraucherportal.de informieren. Wenn Sie nicht selbst vergleichen wollen, können Sie sich gern bei der Verbraucherzentrale beraten und helfen lassen (Tel. 040-24 832-250).
Wechseln u n d weniger verbrauchen!
Wechseln ist nicht alles. Die konto- und klimaverträglichste Kilowattstunde ist immer noch die nicht verbrauchte. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet Energiespartipps, Listen für sparsame Haushaltsgeräte, den Verleih von Strommessgeräten zum Aufspüren von Stand-by-Verlusten und Hilfe bei komplexen Sanierungs- oder Bauvorhaben.
Strommessgeräte zum Ausleihen (Pfand: 10 €) sind im Infozentrum der Verbraucherzentrale Hamburg, (Mo - Fr 10-18 Uhr, Kirchenallee 22) erhältlich. Die Energiesparberatung der Verbraucherzentrale Hamburg ist erreichbar: Kostenlose telefonische Beratung*: Mo bis Mi 10-18, Do 10-20, Fr 10-16 Uhr: 040/24832 250. Persönliche Energieberatung**: nach Terminvereinbarung unter Tel. 24 832-250 (Kostenbeteiligung: 5 €). E-Mail-Beratung*: klima@vzhh.de.
* gefördert von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
** gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium
Nachrichten zum Thema Strom
(13.07.2009) Kunden verkrümeln sich – Nach Krümmel-Pannen: Verbraucher verlassen Vattenfall – Ökostromanbieter gefragt
In der Energieberatung der Verbraucherzentrale stehen die Telefone nicht still. Nach der Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel wollen die Anrufer wissen, wie man den Anbieter wechselt und zu wem die Reise gehen soll. Die Verbraucherzentrale rät, zu einem konzernunabhängigen Ökostromanbieter zu wechseln. Das ist gut für den Klimaschutz und den Wettbewerb auf dem Strommarkt.
Der Wechsel ist einfach: Ein Anruf oder Besuch auf der Internetseite des neuen Anbieters genügt. Der regelt den Rest mit dem alten Versorger: Den Ausstieg aus Kohle und Atom kann jeder Verbraucher selbst machen – per Mausklick oder Telefon.
(08.11.2008) Klage erfolgreich: Vattenfall zieht Werbung zurück
Vattenfall hat sich gegenüber der Verbraucherzentrale Berlin nun doch verpflichtet, das Gütesiegel „Bester Stromanbieter“ in der bisherigen Form zurückzuziehen. Das Siegel suggeriere eine Unabhängigkeit des Prüfinstituts, die nicht gegeben sei, so die Verbraucherzentrale Berlin. Das DISQ (siehe unten) hatte das Siegel verliehen. Nun muss Vattenfall künftig angeben, dass es sich bei DISQ um eine GmbH & Co KG handelt. Wenn Vattenfall denn überhaupt noch mit dem Prädikat werben will. Derzeit sieht man entsprechende Anzeigen nicht mehr.
(26.09.2008) Vattenfall wegen irreführender Werbung als „bester Stromanbieter“ verklagt
Die Verb?raucherzentrale Berlin hat Vattenfall wegen irreführender Werbung als „bester Stromanbieter“ abgemahnt. Vattenfall hat die geforderte Unterlassungserklärung nicht unterschrieben. Jetzt hat die Verbraucherzentrale Klage beim Landgericht Berlin erhoben. Zum Hintergrund siehe unten.
(30.07.2008) Wie kommt Vattenfall zum Gütesiegel?
…fragt die TAZ (Artikel vom 30.7.2008)?
(03.06.2008) Vattenfall bester Stromanbieter 2008?
Vattenfall wirbt seit einiger Zeit in großformatigen Anzeigen in Zeitungen und auf Bussen mit dem Anspruch „bester Stromanbieter 2008“ zu sein. Das habe ein Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität ergeben. Wer hinter diesem Institut steckt, hat die taz Hamburg recherchiert. Hier das Ergebnis. Beim Preis jedenfalls ist Vattenfall weit davon entfernt, bester Stromanbieter zu sein, wie unser Strompreisvergleich (s. o.) zeigt. Und was die Kunden sonst von Vattenfall halten, zeigt der hohe Kundenverlust (s. u.), den Vattenfall jetzt offensichtlich mit einer Imagekampagne zu stoppen versucht. Nach dem Eindruck aus unserer Beratung hält der Aderlass des Platzhirschen aber an. Die Ratsuchenden entscheiden sich durchgängig für einen Wettbewerber.
Die Imagekampagne macht übrigens auch vor Schulen nicht Halt, wie ebenfalls die taz Hamburg berichtet.
(11.12.2007) Neuer Mann, neue Zahl bei Vattenfall: Kundenverlust steigt auf 250.000
Vattenfall hat einen neuen Chef. Der kommt aus Finnland, heißt Tuomo Hatakka, und hat zu seiner gestrigen offiziellen Vorstellung eine neue Zahl mitgebracht: Der Kundenverlust sei in Deutschland auf 250.000 angestiegen.
Hatakkas Vorgänger, der bisherige Vorstandssprecher Hans-Jürgen Cramer, wird zum 30. Juni 2008 von seinem Vertrag entbunden.
(01.11.2007) Watn Fall! Vattenfall verliert 200.000 Kunden
Der Kundenverlust bei Vattenfall hält an. "Vattenfall hat in den vergangenen Monaten fast 200.000 Kunden in Deutschland verloren", erklärte Vattenfall-Chef Lars Josefsson gestern in Stockholm. Anfang September hatte Hans-Jürgen Cramer, der deutsche Vattenfall-Chef, bereits von 100.000 Kunden weniger gesprochen. Grund sind die Ereignisse in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel sowie die Strompreiserhöhung zum 1. Juli 2007 und deren verheerende Kommunikation. Den verbleibenden Vattenfall-Kunden (wie auch den Kunden der anderen drei großen Stromkonzerne E.on, RWE und EnBW) kann man nur zurufen: Wechselt! Es wird Zeit! Den vier Platzhirschen sagen wir: Das Schicksal des massiven Kundenverlusts kann Euch nicht erspart werden – im Interesse des Wettbewerbs, eines funktionierenden deutschen Strommarkts und der Verbraucher. Auch die Telekom durchlebte (und durchlebt noch) im Zuge der Marktöffnung des Telekommunikationsmarkts einen Abschmelzungsprozess. Wenn die Stromkunden jetzt langsam so beweglich werden wie die Telefonkunden, so ist das gut und nicht schlecht. Das Schleifen der Strom-Dinos ist unausweichlich damit verbunden. Lösung:
Vattenfall? Watn Fall !
E.on? E.off !
RWE? Ade !
EnBW? Nee !
Doch Wechsler aufgepasst – manchmal wähnt man sich auf der richtigen Seite und befindet sich doch noch im Bett der großen Vier. So ist E wie einfach eine Tochter von E.on und Yello gehört zu EnBW.
Wohin also wechseln? Wir empfehlen Ökostrom. Das erhöht die Nachfrage für erneuerbare Energien, fördert den Klimaschutz und die Preisunterschiede zum konventionellen Strom sind mittlerweile minimal. Doch Ökostrom von wem? Wir empfehlen, zu einem konzernunabhängigen Anbieter zu wechseln. Hier gibt es vier Unternehmen, die bundesweit anbieten: EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom. Darüber hinaus gibt es örtlich weitere Anbieter, die nicht mit E.on-RWE-Vattenfall-EnBW verbandelt sind. In Hamburg beispielsweise gehören die Stadtwerke Flensburg und die Stadtwerke Wedel dazu.
(16.10.2007) E.on und weitere Stromanbieter kündigen Preiserhöhung an
E.on kündigt für den 01.01.2008 Preiserhöhungen um mehr als 7 % an. In Hamburg sind hiervon nur wenige Kunden betroffen, da E.on Hanse vor allem Stromkunden in Schleswig-Holstein hat. Für Stromkunden heißt dieses Signal einmal mehr: Zeit für den Wechsel! Am besten zu einem konzernunabhängigen Ökostromanbieter. Wer beim konventionellen Strom bleiben will, findet auch hier genügend Auswahl (vgl. unseren Strompreisvergleich).
(13.09.2007) Vattenfall muss Strom wieder anstellen: Urteil des Amtsgerichts Hamburg-Barmbek
Ein Hamburger Ehepaar hat sich geweigert die hohen Strompreise bei Vattenfall zu zahlen. Es verlangte einen Nachweis der Angemessenheit der Preise und überwies nur den alten Abschlag. Vattenfall verrechnete die Zahlungen aber auf vermeintliche Rückstände, obwohl das Ehepaar ausdrücklich bestimmt hatte, die Zahlungen auf die aktuellen Abschläge zu verrechnen. Vattenfall stellte den Strom ab. Die Eheleute saßen zwei Wochen bei Kerzenschein. Nun hat das Amtsgericht Hamburg-Barmbek im Wege der einstweiligen Verfügung Vattenfall auferlegt, die Stromzufuhr umgehend wieder herzustellen (Urteil des Amtsgerichts Hamburg-Barmbek vom 12.09.2007 – Az.: 811a C 337/07 (nicht rechtskr.). Vattenfall hat den Strom inzwischen wieder angestellt. Ein Sieg der Verbraucher gegen die Arroganz der Macht!
(09.08.2007) Stromkunden sollen hohen Preisen die rote Karte zeigen: Verbraucherzentralen starten bundesweite Kampagne zum Stromanbieterwechsel
Unter dem Motto „Strom. Jetzt wechseln. Jetzt sparen“ starten die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband eine Kampagne zum Stromanbieterwechsel. Mit einer bundesweiten Plakataktion, gezielten Aktionen und umfassenden Beratungsangeboten wollen die Verbraucherzentralen die Stromkunden zum Wechsel motivieren. "Es ist höchste Zeit, dass die Stromkunden sich nicht nur auf die Politik verlassen sondern selber aktiv werden und überzogenen Strompreisen die rote Karte zeigen“, so die Verbraucherzentralen zum Kampagnenauftakt.
Ein echter Wettbewerb um Kunden mit attraktiven Angeboten findet nach wie vor so gut wie nicht statt. Nach wie vor beherrschen wenige Stromkonzerne den Markt und bestimmen die Preise, die weit über dem europäischen Durchschnittsniveau liegen. Die Preiserhöhungen zum 1. Juli und zum 1. August sind ein weiterer Beleg dafür, dass die Selbstbedienungsmentalität der marktbeherrschenden Stromkonzerne noch nicht unterbunden ist. Die Stromkunden müssen jetzt handeln und ein Signal für mehr Wettbewerb und sinkende Preise setzen.
Der Anbieterwechsel ist einfach und ohne Risiko möglich: Nur die neuen Vertragsunterlagen anfordern, ausfüllen und unterschrieben zurücksenden. Unser Appell an die Verbraucher: Stromtarife vergleichen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Je mehr Menschen ihren Stromanbieter wechseln, desto mehr kommt der Wettbewerb in Fahrt und desto günstiger werden die Preise für alle. Die Sorge, bei einem Anbieterwechsel plötzlich ohne Strom dazustehen, ist unbegründet.
Das kostenfrei erhältliche Faltblatt „Strom. Jetzt wechseln. Jetzt sparen.“ erklärt die wichtigsten Schritte bei der Auswahl eines neuen Stromanbieters. Alle relevanten Informationen und Schritte zum Anbieterwechsel sind auf dieser Website zu finden.
(29.06.2007) Achtung Vattenfall-Kunden: Zählerstand notieren!
Wegen der Preiserhöhung zum 1. Juli sollten Vattenfall-Kunden nicht vergessen, am 30. Juni den Stromzählerstand zu notieren und Vattenfall mitzuteilen, damit taggenau abgerechnet wird. Sonst wird der Stromverbrauch von Vattenfall geschätzt.
(03.05.2007) Vattenfall erhöht Strompreis zum 1. Juli 2007 um 7,2 Prozent
Der Hamburger Versorger Vattenfall erhöht seine Strompreise zum 1. Juli 2007 um durchschnittlich 7,2 %. Gleichzeitig hat der Konzern allen Tarifmodellen einen neuen Namen gegeben. Eine Kilowattstunde des Basic-Tarifs (früher: Classic) wird künftig 19,08 Cent kosten statt bislang 17,56 Cent. Wir raten zum Strompreisvergleich und Anbieterwechsel (Näheres siehe unten).
(02.02.2007) Bonus Strom: Ein gutes Angebot?
Mit einer Riesenwerbekampagne ist die Bonus Strom GmbH neu auf den Strommarkt getreten. In der BILD schaltet die Firma mehrseitige Anzeigen. Besondere Aufmerksamkeit weckt dabei der 10-prozentige Bonus auf den Tarif des örtlichen Versorgers, mit dem die Bonus Strom GmbH wirbt.
Wir haben für Sie unter die Lupe genommen, was es mit diesem Bonus auf sich hat. Festzustellen ist zunächst, dass der Bonus nicht auf Ihre komplette Stromrechnung, sondern nur auf den Energieanteil des Grundversorgungstarifs des lokalen Versorgers gewährt. Keinen Bonus gibt es daher auf den monatlichen Grundpreis. Auch auf den kompletten Arbeitspreis wird der Bonus nicht gewährt. Vom Arbeitspreis sind nämlich noch der Anteil für Steuern, Netzentgelte und Konzessionsabgaben abzuziehen. Dann hat man erst den Energieanteil ermittelt, auf den der Bonus gewährt wird.
Man kann davon ausgehen, dass bei 18 Cent je Kilowattstunde etwa 12 Cent für Staat und Netzbetreiber sind. Lediglich 6 Cent bekommt der Stromerzeuger. Auf diese 6 Cent zahlt Bonus Strom 10 % Bonus. Unterm Strich: 0,6 Cent je Kilowattstunde. Das sind nur rund 3 statt der versprochenen 10 % Bonus.
In Hamburg zahlen Sie beispielsweise bei Vattenfall im Tarif HamburgClassic bei 2.800 kWh im Jahr insgesamt 564,88 Euro. Bei der Bonus Strom GmbH würden Sie 545,53 Euro zahlen – eine Ersparnis von 3,4 %.
Größere Einsparungen – auch ohne Bonus Strom GmbH – sind vielerorts mit dem Wechsel zu einem anderen Tarif des lokalen Stromanbieters möglich. Einsparungen kann man aber vor allem mit einem vollständigen Wechsel zu einem preiswerteren Stromversorger erzielen. Daher empfehlen wir Ihnen, den Stromanbieter zu wechseln. Unserem Strompreisvergleich (s. u.) können Sie günstige Anbieter von Öko- und konventionellem Strom entnehmen.
(22.01.2007) E.on Hanse: Duo Infernal
Bei E.on Hanse protestieren immer mehr Kunden gegen die Gaspreise. Oder sie laufen gleich weg – zu NUON. Der Energieversorger aus Quickborn steht offensichtlich unter Strom. Den will er seinen Gaskunden jetzt zusätzlich liefern. Um sie zu halten und zu binden? HanseDuo heißt das neue Produkt, für das E.on Hanse seit Mitte Januar in Rundbriefen an die Gaskunden mit der Aussage "Gas und Strom aus einer Hand" wirbt. Doch von dem Angebot raten wir ab. Erstens ist der angebotene Strompreis nicht der billigste in Hamburg (siehe nachfolgenden Vergleich). Und was noch wichtiger ist, hat das Angebot zweitens einen Pferdefuß: Der Strombezug ist an den Gasbezug gekoppelt. Man bindet sich also nicht nur (für ein Jahr) beim Strom, sondern zugleich beim Gas. Und am Gasmarkt könnten ja im Laufe des Jahres neue Anbieter auf den Plan treten. Außerdem wird es für Kunden, die dem Gaspreis widersprochen haben und die Rechnung kürzen, schwieriger, die Sachverhalte auseinander zu halten. E.on Hanse könnte sogar versuchen, den Gaswiderspruchskunden zu unterstellen, mit dem Abschluss des Stromzusatzvertrags die hohen Gaspreise akzeptiert zu haben.
Strompreisvergleich Hamburg für Jahresverbrauch: 2.600 kWh/Jahr Stand: 19.01.2007
(alle Preise inkl. Mehrwertsteuer)
- NuonStrom: 17,40 Ct./kWh 5,90 €/Monat 473,20 € im Jahr 12 Monate Preisgarantie, einmaliger Bonus von 50,00 €
- eprimo Hamburg: 16,86 Ct./kWh 6,67 €/Monat 498,40 € im Jahr 3 Monate Preisgarantie, einmaliger Bonus von 20,00 €
- Flexstrom HamburgsBest: 17,34 Ct./kWh 5,44 €/Monat 498,67 € im Jahr 12 Monate Preisgarantie, einmaliger Bonus von 100 kWh
- Stadtwerke Flensburg eXtraH: 16,52 Ct./kWh 6,05 €/Monat 502,12 € im Jahr 6 Monate Preisgarantie
- Vattenfall HamburgFuture: 16,55 Ct./kWh 6,10 €/Monat 503,50 € im Jahr
- E.on HanseDuo: 16,83 Ct./kWh 5,95 €/Monat 508,98 € im Jahr Preisgarantie bis 31.12.2007; Tankgutschein bei Aral über 25,00 € nicht berücksichtigt, weil keine Gutschrift für Stromrechnung, sonst 483,98 € im Jahr (= Rang 2); ferner zu berücksichtigen, dass sich der monatliche Grundpreis um 1,00 € auf 6,95 € erhöht, wenn keine Einzugsermächtigung erteilt wird, macht im Jahr 71,40 €
(11.01.2007) "Bye-bye, Vattenfall" (aus taz Nord vom 11.01.2007 von Sven Michael Veit)
"Ich habe es getan. Natürlich hatte ich es schon viel früher machen wollen, aber immer kam irgendwas dazwischen. Außerdem habe ich eine Allergie gegen Formularkram. Aber jetzt ist es vollbracht: Aus meinen Steckdosen kommt sauberer Strom aus Wasser, Wind und Sonne, zu 100 Prozent ohne Kohlendioxid, zu 100 Prozent ohne Atomkraft. Ich bin ins Internet gestiegen. Habe die Jahresabrechnung von Vattenfall mit den Ökostrom-Angeboten verglichen und hin und her gerechnet. So schlimm war das gar nicht. Die unseriösen Anbieter, die Kernspalter mit grünem Anstrich, habe ich gleich stillgelegt. Dann habe ich die semi-ökologischen weggeklickt, die regenerative Energie mit fossiler aus Gaskraftwerken, Kraft-Wärme-Kopplung und solch halben Sachen mixen. Übrig blieben vier. Ich suchte mir einen aus. Formular ausgefüllt, abgesendet, gestern kam die Bestätigung, seit heute fließt der grüne Strom. Zwei Cent von jeder Kilowattstunde, die ich verbrauche, werden jetzt direkt in neue Anlagen investiert: Wind, Sonne, Biomasse. Fast schade, dass mein Bedarf eher moderat ist, gerade mal gut die Hälfte der 1.500 kWh, die in allen Musterrechnungen als Jahresverbrauch eines Single-Haushalts angegeben werden. Aber deshalb lasse ich mir jetzt kein Problem einreden. Schlimm genug, dass ich ab sofort auf ein großes Bier im Monat verzichten muss. Denn das ist der Aufpreis für meinen persönlichen Atomausstieg und die Rettung des Weltklimas: 2,80 Euro".
(18.12.2006) Vattenfall: Neue Vertragsbedingungen ab 1. Januar 2007
Die Vattenfall Europe Hamburg AG will mit seinen Haushaltskunden (Verbrauchern) neue Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) vereinbaren. Der Versorger sendet daher seit Anfang Dezember nach und nach seinen Kunden einen Brief mit dem Betreff "Ihre neuen Vertragsbedingungen", dem die AGB sowie die Stromgrundversorgungsordnung (StromGVV) beiliegen. Wie sollten Sie sich jetzt als Kunde verhalten?
Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Unterm Strich überwiegen die Vorteile der neuen AGB und wir empfehlen, die AGB so hinzunehmen. Allerdings sollten Sie ?prüfen, ob Sie nicht den Anbieter wechseln wollen.
?Hier unsere – sowohl kritischen, als auch lobenden – Anmerkungen im Einzelnen:
- In dem Brief heißt es mit Hinweis auf die neue StromGVV: "Auf Grund dieser Gesetzesänderung ändern sich auch unsere AGB". Durch diese Formulierung wird der Eindruck erweckt, als änderten sich die AGB automatisch und zwingend mit dem mitgeteilten Inhalt. Das ist nicht der Fall! AGB sind Vertragsbedingungen. Zu einem Vertrag gehören bekanntlich zwei Parteien, die sich auf einen Vertragsinhalt einigen müssen. Vattenfall braucht also Ihre Zustimmung bzw. Ihre Inaktivität, damit die AGB Vertragsinhalt werden.
- An zwei weiteren Stellen wird der Eindruck erweckt, als würden die AGB ohne weiteres Vertragsinhalt: "Bitte heben Sie die Unterlagen gut auf, da sie die rechtliche Grundlage für Ihre Stromversorgung sind" und "P.S.: Die neuen AGB gelten für Sie ab dem 1.Januar 2007 – Sie brauchen sich um nichts zu kümmern". Das ist ein bisschen dick und grenzt an Dummenfang.
- Hinzu kommt, dass Vattenfall seinen Kunden keine Gegenüberstellung der alten und neuen AGB mitschickt. Die Kunden hätten sich damit selbst ein Bild der Veränderungen machen können und Misstrauen hätte abgebaut werden können.
- Die Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV) ersetzt die AVBEltV. Die StromGVV löst beim Bezug des Stromtarifs Hamburg Classic „automatisch“ die AVBEltV ab. Für Kunden mit dem Tarif Hamburg Future muss hingegen der Inhalt der neuen Verordnung per AGB zwischen Vattenfall und dem Kunden ausdrücklich vereinbart werden (siehe oben).
- Die Vereinbarung der neuen AGB kommt dann zustande, wenn der Kunde nicht innerhalb einer angemessenen Frist widerspricht. Vattenfall gibt eine Frist von 14 Tagen ab Eingang der AGB an. Diese Frist ist Inhalt der neuen AGB und kann logischerweise für die Zustimmung zu den neuen AGB noch nicht gelten. In der juristischen Literatur wird aber eine Überlegungszeit von 14 Tagen für durchaus angemessen gehalten.
- Wichtigste Neuerung in den AGB sind die wesentlichen Inhalte der neuen StromGVV. Diese Verordnung wurde von der Bundesregierung auf Grund der Forderungen der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände nach mehr Transparenz und nach Erleichterung des Anbieterwechsels erlassen. Mit der StromGVV wurden die Verbraucherrechte gestärkt. Die Verbesserungen sind auch in die Vattenfall-AGB eingeflossen, teilweise gehen diese sogar über die Verordnung hinaus:
- Preisänderungen, die nicht auf Gesetzesänderungen zurück gehen, also die "echten" Preisänderungen, müssen vier Wochen vor Wirksamwerden dem Kunden individuell schriftlich mitgeteilt werden,
- bei Preisänderungen kann der Kunde mit einer Frist von zwei Wochen kündigen,
- auch ohne Preisänderung kann der Kunde, wenn er von Vattenfall zu einem anderen Anbieter wechseln will, mit einer Frist von vier Wochen kündigen,
- bei Umzug außerhalb Hamburgs gilt eine Frist von zwei Wochen,
- in sonstigen Fällen (die aber selten sind) muss er bis zu sechs Monate mit der Kündigung warten.
- In Nr. 6 der neuen AGB heißt es, dass der „Zählerstand der Verbrauchsstelle zum Lieferbeginn (...) rechnerisch ermittelt wird“. Das gilt nur für Neukunden ("Lieferbeginn"). Dahinter steht aber das Bestreben des Versorgers (wie auch anderer Versorger), von einer Ablesung des Zählerstandes durch eigene Mitarbeiter über eine Ablesung durch den Kunden zu einer rechnerischen Ermittlung des Verbrauchs zu kommen. Das birgt für den Kunden die Gefahr der Ungenauigkeit und mangelnden Transparenz. Es ist daher dringend zu raten, den Zählerstand am 31.12.2006 selbst abzulesen und diesen Vattenfall mitzuteilen. Auch bei Umzug, Anbieterwechsel und zum üblichen Zeitpunkt der Jahresabrechnung sollte man selbst den Zählerstand ablesen und diesen dem Versorger mitteilen.
- Zum Umzug ist in Nr. 7 geregelt, dass eine Kündigung mit einer Frist von zwei Wochen nur möglich ist, wenn der Kunde außerhalb des Hamburger Verteilungsnetzes zieht. Sonst bleibt man auch unter der neuen Anschrift Kunde von Vattenfall zu den bisherigen Konditionen und kann den Vertrag lediglich mit einer Frist von einem Monat kündigen, wenn man zu einem neuen Stromversorger wechseln möchte.
?
- In Ziffer 13 behält sich Vattenfall vor, eine Bonitätsprüfung vorzunehmen. Ob diese Klausel hinreichend präzise ist, ist fraglich.
Unterm Strich überwiegen die Vorteile der neuen AGB und wir empfehlen, die AGB so hinzunehmen. Allerdings sollten Sie prüfen, ob Sie nicht zur Förderung des Wettbewerbs und der ökologischen Stromerzeugung den Anbieter wechseln wollen. Siehe dazu unten mehr.
(02.11.2006) Vattenfall: Gewinnsprung um 54 Prozent
Vattenfall meldet in Deutschland für die Monate Januar bis September 2006 einen Gewinnsprung um 54,4 % auf 1,2 Milliarden Euro. Vattenfall Europe (früher HEW-Hamburg und Bewag-Berlin) ist die deutsche Tochter des schwedischen Konzerns Vattenfall. Im Gesamtkonzern betrug die Gewinnsteigerung "nur" 13,2 %. Der schwedische Vattenfall-Chef Joseffson freut sich über das Ergebnis "vor allem wegen der starken Verbesserung beim deutschen Stromgeschäft". Anders ausgedrückt: Die deutschen Stromkunden – insbesondere in Hamburg und Berlin – finanzieren die Gewinnexplosion des Konzerns. Vattenfall und die anderen drei Strom-Oligopolisten (E.on, RWE und EnBW) können diese Ergebnisse wegen fehlenden Wettbewerbs einerseits und mangelhafter bzw. zu später Regulierung andererseits erzielen. Milliarden an Kaufkraft werden dadurch den Verbrauchern entzogen und stehen damit für einen Schub der Binnennachfrage nicht zur Verfügung. Die Politik regaiert endlich. Bundeswirtschaftsminister Glos will das Kartellrecht verschärfen und die Preisaufsicht verlängern. Die Bundesnetzagentur hat reihenweise die Netzentgelte gesenkt. Wichtige und richtige Schritte. Doch auch die Verbraucher selbst müssen endlich aktiv werden. Zeit für den Wechsel!
?(06.10.2006) Watn Fall !
Nach der – erzwungenen – Senkung ihrer Strompreise rückte die Vattenfall AG kurzzeitig an die Tabellenspitze der Hamburger Strompreisliga. Doch wie nicht anders zu erwarten, zogen andere Anbieter nach. Derzeit sieht die Tabelle so aus:
Single-Haushalt (1.600 kwh/Jahr) Euro
1. FlexStrom, Tarif Hamburgs Best 317,10
2. eprimo, Tarif eprimo Hamburg 321,04
3. eprimo, Tarif eprimo PrimaKlimaH (Ökostrom) 327,44
4. Stadtwerke Flensburg, Tarif Flensburg eXtra H 328,40
5. Vattenfall, Tarif Hamburg Future 329,64
Zwei-Personen-Haushalt (2.600 kwh/Jahr)
1. eprimo, Tarif eprimoHamburg 485,44
2. FlexStrom, Tarif Hamburgs Best 486,10
3. Stadtwerke Flensburg, Tarif Flensburg eXtra H 489,40
4. Vattenfall, Tarif Hamburg Future 491,04
5. eprimo, Tarif eprimo PrimaKlimaH (Ökostrom) 495,84
Vier-Personen-Haushalt (4.000 kwh/Jahr)
1. Stadtwerke Flensburg, Tarif Flensburg eXtra H 714,80
2. eprimo, Tarif eprimo Hamburg 715,60
3. Vattenfall, Tarif Hamburg Future 717,00
4. FlexStrom, Tarif Hamburgs Best 722,70
5. eprimo, Tarif eprimo PrimaKlimaH (Ökostrom) 731,60
Weitere Bewegung ist in nächster Zeit wahrscheinlich!
(20.09.2006) Vattenfall senkt Strompreis – Wat nu?
Die Bundesnetzagentur hat Vattenfall die Netzentgelte um 25 % gekürzt. Damit ist Vattenfall Spitzenreiter unter allen Netzbetreibern. Bei keinem anderen wurde so viel Luft in den Netzentgelten entdeckt, die jetzt endlich herausgelassen wurde. Vattenfall hat daraufhin eine Senkung des Strompreises für Haushaltskunden um gut 7 % mit Wirkung ab 18. September 2006 verkündet. Vattenfall verkauft diesen Akt als Wohltat. "Mit dieser Senkung der Strompreise entlasten wir die Hamburger Stromkunden um jährlich rund 48 Millionen Euro", heißt es in einer Pressemitteilung des Konzerns. Doch in Wahrheit handelt es sich bei der Senkung um eine Selbstverständlichkeit, zu der man durch die Bundesnetzagentur gezwungen war. Überdies gilt die Senkung nur ab sofort und nicht rückwirkend, obwohl Vattenfall jahrelang überhöhte Netzentgelte in den Strompreis eingerechnet hat.
Die Preissenkung hat folgende Auswirkung für Vattenfall-Kunden:
Im Tarif Hamburg Classic waren bei einem Verbrauch von
- 1.600 kWh/Jahr bislang 370,44 €
- 2.600 kWh/Jahr bislang 557,34 €
- 4.000 kWh/Jahr bislang 819,00 € zu zahlen.
JETZT sind bei einem Verbrauch von
- 1.600 kWh/Jahr 345,32 € (-6,8 %)
- 2.600 kWh/Jahr 516,52 € (-7,3 %)
- 4.000 kWh/Jahr 756,20 € (-7,7 %) zu zahlen.
Im Tarif Hamburg Future waren bei einem Verbrauch von
- 1.600 kWh/Jahr bislang 354,60 €
- 2.600 kWh/Jahr bislang 531,60 €
- 4.000 kWh/Jahr bislang 779,40 € zu zahlen.
JETZT sind bei einem Verbrauch von
- 1.600 kWh/Jahr 329,64 € (-7,0 %)
- 2.600 kWh/Jahr 491,04 € (-7,6 %)
- 4.000 kWh/Jahr 717,00 € (-8,0 %) zu zahlen.
Im Tarif Hamburg Newpower waren bei einem Verbrauch von
- 1.600 kWh/Jahr bislang 372,84 €
- 2.600 kWh/Jahr bislang 561,24 €
- 4.000 kWh/Jahr bislang 825,00 € zu zahlen.
JETZT sind bei einem Verbrauch von
- 1.600 kWh/Jahr 347,72 € (-6,7 %)
- 2.600 kWh/Jahr 520,42 € (-7,3 %)
- 4.000 kWh/Jahr 762,20 € (-7,6 %) zu zahlen.
Bisher haben 8 % der HEW/Vattenfall-Kunden zu anderen Anbietern gewechselt. Was sollen diese Kunden jetzt tun? Bloß nicht zurückwechseln! Abwarten, Tee trinken, und beobachten, wie die Wettbewerber in den nächsten Tagen und Wochen reagieren. Denn die Kürzung der Netzentgelte bedeutet für diese eine geringere "Maut", die sie an den Netzbetreiber Vattenfall entrichten müssen, und damit geringere Kosten, die in die Kalkulation des Strompreises für Haushaltskunden einfließen.
Und die anderen 92 %, die treu und brav bei HEW/Vattenfall geblieben sind? Für die gilt das Gleiche: Warten, bis die anderen Anbieter ihre Preise senken. Und dann wechseln. Wie das geht? Siehe unten.
(29.08.2006) Jetzt wechseln!
Die Strompreise sollen nach den Ankündigungen mehrerer Stromversorger erneut steigen. Vattenfall hat für Hamburg bisher keine Erhöhung angekündigt. Die letzte Erhöhung in der Hansestadt ist auch noch frisch, sie erfolgte zum 1. Mai 2006 und betrug gut 5 %. Und das bei explodierenden Gewinnen. Nur eine Woche nach Inkrafttreten der Erhöhung gab Vattenfall bekannt, dass der Gewinn des Unternehmens 2005 um 498 Millionen auf 1,13 Milliarden stieg. Das wegen der Preispolitik angekratzte Image des Unternehmens soll derzeit durch eine Energiesparkampagne aufpoliert werden.
Was kann man als Verbraucher tun? Zwei Dinge: Anbieter wechseln und Strom sparen!
Der Anbieterwechsel kann je nach Verbrauchsmenge eine Ersparnis von 100 und mehr Euro im Jahr bringen. Doch selbst wenn der Wechsel nur wenig Ersparnis bringt, ist er sinnvoll. Denn es geht auch ums Prinzip. Bisher haben in Deutschland seit der Öffnung des Strommarkts im Jahre 1999 erst 5 % der Kunden den Anbieter gewechselt. Die meisten sind ihren örtlichen Stadtwerken oder den großen Vier (Vattenfall, E.on, RWE und EnBW) treu. Doch der Markt kommt erst in Bewegung, wenn aus den 5 % Wechslern 50 % geworden sind! Den Stromanbieter zu wechseln, muss so selbstverständlich werden wie der Wechsel zu einem anderen Telefonanbieter. Keine Scheu! Es ist ganz einfach. Sie schreiben dem neuen Anbieter und der regelt den Rest mit dem alten. Sie brauchen nicht zu befürchten, dass Sie ohne Strom da stehen.
Welchen Anbieter Sie wählen sollten, wie man die Angebote vergleicht, ob Ökostrom oder konventioneller Strom, was sonst beim Wechsel zu beachten ist, dazu finden Sie weiter unten Tipps. Auch Hinweise zum Stromsparen finden Sie auf dieser Seite.
(16.08.2006) NUON gibt auf
Der niederländische Energieversorger NUON hatte am 3. Juli 2006 erklärt, auch in Hamburg (wie in Berlin) Strom an Privathaushalte liefern zu wollen. Man biete eine "preisgünstige Alternative". Wer bis zum 31.07.2006 den Vertrag unterschreibe, erhalte eine Gutschrift über 50 Euro. Mit dem Vertrag sei eine Preisgarantie über zwölf Monate ohne Vertragsbindung verbunden. Doch inzwischen hat sich NUON vom Hamburger Markt wieder zurückgezogen.?
Stand vom Donnerstag, 21. April 2011
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