Alles klar im Heizungskeller?

Viele Heizungen arbeiten ineffizient – sie verbrauchen zu viel und treiben die Heizkosten unnötig in die Höhe. Dabei ließen sich Brennstoffverbrauch und Kosten schon mit wenigen Maßnahmen spürbar senken. Wir haben die häufigsten Probleme und deren Lösungen für Sie zusammengefasst.

Problem Nr. 1: Zu warmes Heizungswasser

Ist das Heizwasser wärmer als nötig, kann es auf seiner Tour durchs System gar nicht genug Wärme abgeben – die Räume werden zwar schön warm, doch die Heizkörper sind viel zu heiß und das Heizwasser ist nicht ausreichend abgekühlt, wenn es in den Kessel zurückströmt. Dies führt gerade bei älteren Anlagen dazu, dass das Heizwasser nur kurz wieder erwärmt wird. Ein häufiges Ein- und Ausschalten des Kessels wiederum zieht einen hohen Verschleiß und einen unnötigen Energieverlust nach sich, besser ist eine regelmäßige Taktung.

Die Lösung: Die Systemtemperaturen absenken. Durch eine Veränderung der Heizkurve an der Heizungsregelung lässt sich die Temperatur im Heizsystem verringern. Dadurch kühlen sich nicht die Räume ab, sondern nur die überheizten Heizkörper. Die Einstellung der Heizkurve durch einen Fachmann wird vom Staat finanziell bezuschusst.

Problem Nr. 2: Schlecht gedämmte Rohrleitungen

Heizungsrohre, die durch ungeheizte Räume führen, zum Beispiel den Dachboden oder den Keller, müssen gedämmt sein, sonst geht sehr viel Wärme verloren.

Die Lösung: Rohrleitungen konsequent dämmen. Für ungeheizte Räume schreibt das die Energieeinsparverordnung sogar vor (Anforderungen an die Wärmedämmung von Rohrleitungen und Armaturen). Das Dämmmaterial lässt sich auch nachträglich meist leicht anbringen. Wir empfehlen eine Dämmung, die etwa so dick ist wie das Rohr selbst.

Problem Nr. 3: Schlechte Verteilung des Heizungswassers

Häufig wird die Wärme im Heizsystem nicht gleichmäßig verteilt. Manche Heizkörper, typischerweise die im Erdgeschoss, sind viel zu warm, andere hingegen, häufig die in den Obergeschossen, nicht warm genug.

Die Lösung: Einen hydraulischen Abgleich durchführen. Dabei werden die Thermostatventile an den einzelnen Heizkörpern so eingestellt, dass durch jeden Heizkörper genau die Menge an Heizungswasser fließt, die nötig ist, um den Raum zu heizen. Auf diese Weise wird die Wärme optimal verteilt. Eventuell müssen dafür vorhandene Thermostatventile ausgetauscht oder nachgerüstet werden.

Problem Nr. 4: Stromfresser Heizungspumpe

Nicht allen Heizungsbesitzern ist bewusst, dass ihre Anlage nicht nur Brennstoff, sondern auch Strom verbraucht. Vor allem alte Heizungspumpen sind wahre Stromfresser.

Die Lösung: Hocheffizienzpumpe installieren. Der Wechsel zu einer Hocheffizienzpumpe kann den Stromverbrauch um mehr als die Hälfte verringern. Wir raten, mit dem Pumpentausch auch einen hydraulischen Abgleich durchzuführen, um die Verteilung des Heizwassers zu verbessern. Für beide Maßnahmen gibt es Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Machen Sie den Heiz-Check!

Unsere Energieberater unterstützen Sie beim Optimieren Ihrer Heizungsanlage und kommen auch zum „Hausbesuch“. Beim sogenannten Heiz-Check nehmen die Experten das Heizsystem mit Gas- oder Ölheizkessel, Fernwärmestation oder Wärmepumpe genau unter die Lupe.

Die Kostenbeteiligung für private Verbraucher beträgt 40 Euro, für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis ist das Angebot kostenlos. Der Heiz-Check wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (weitere Informationen zum Heiz-Check).

Anmeldungen und mehr

Weiteren Informationen rund ums Thema Heizung geben die unabhängigen Berater an der Energie- und Klimahotline der Verbraucherzentrale Hamburg unter 040 248 32 250 (Ortstarif) oder im persönlichen Beratungsgespräch (nach Terminvereinbarung) – hier können Sie sich auch für den Heiz-Check anmelden.

Hinweis: Die Energie- und Klimahotline wird zu 100 Prozent von der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie gefördert. Die persönliche Beratung sowie die Energie-Checks werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Stand vom Donnerstag, 26. Januar 2017

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