Schimmel - FAQ

Ihre individuellen Anfragen zu Feuchtigkeit und Schimmel beantworten wir gerne, unser Beratungsangebot finden Sie hier. Und hier die Antworten auf die häufigsten Fragen:

Ich habe einen feuchten Fleck entdeckt, wird das zwangsläufig Schimmel?

Falls Sie die feuchte Stelle mit richtigem Heiz- und Lüftverhalten oder gegebenenfalls auch Fönwärme nicht wegbekommen, liegt vermutlich ein Schaden vor, der dringend behoben werden muss. Ursachen können defekte (Ab-)Wasserleitungen, ein undichtes Dach oder Mauerwerk sein. Bei Untätigkeit oder oberflächlicher Kaschierung droht die Gefahr von Schimmelbildung. Die Verbraucherzentrale hat ein Angebot zur Untersuchung von Feuchtigkeit und Schimmel in Wohnräumen (ohne Sporenmessung). Nähere Informationen und eine Anmeldung finden Sie hier.

Was mache ich, wenn ich Schimmel in meiner Mietswohnung entdecke?

Sie müssen dem Vermieter schriftlich den Schimmel (Mangel) anmelden und zur Beseitigung in einer bestimmten Frist auffordern. Erst nach der Mangelanzeige entsteht wenn berechtigt – ein Mietminderungsrecht. Nach Fristablauf entstehen evtl. weitere Ansprüche. Informationen hierzu geben in Hamburg u. a. der Mieterverein, Mieter helfen Mietern sowie die Öffentliche Rechtsauskunft oder auf das Mietrecht spezialisierte Anwälte.

Kann ich Schimmel selbst entfernen?

Wenn die befallenen Flächen größer als einen halben Quadratmeter sind, sollten diese vom Fachmann saniert werden. Auch wenn der Schimmel immer wieder auftaucht, ist dies ein Zeichen dafür, dass es in der Wohnung ein größeres Feuchtigkeitsproblem gibt, das ursächlich behandelt werden muss. Kleinere Flächen kann man selbst angehen. Allerdings sollten Sie nicht auf Schimmelentferner mit Aktivchlor (Natriumhypochlorid) zurückgreifen, genauso wenig ist Essig geeignet. Am besten Ethylalkohol zum Abtöten der Schimmelpilzkeime nehmen. Den 70- bis 80-prozentigen Alkohol gibt es in der Apotheke. Aber Vorsicht: Hochprozentiger Alkohol ist leicht entzündlich, man muss also gut lüften und darauf achten, dass es keinen Funkenflug gibt. Glatte Oberflächen kann man einfach mit einem Haushaltsreiniger säubern. Den Wischlappen aber danach in den Müll werfen.

Sollte ich bei Schimmelbefall die Raumluft prüfen lassen?

Sobald der Befall mit bloßem Auge erkennbar ist und die betroffene Fläche mehr als ca. 20-50 cm2 aufweist, kann auch ohne Analyse von einer Raumluftbelastung ausgegangen werden. Der befallene Bereich muss sachgerecht saniert werden, wobei in jedem Fall die Ursachen bekämpft werden müssen. Sollte eine Raumluftmessung nötig sein, gibt es hierfür spezielle Labore, die notfalls in den Gelben Seiten auffindbar sind.

Wie entsteht Feuchtigkeit und Schimmel?

Durch gewöhnliche Nutzung der Wohnung (Atmung und Schwitzen, Kochen, Duschen, Waschen, Wäsche trocknen, Pflanzen, Aquarien etc.) entstehen in einem 4-Personen-Haushalt täglich rund 12 Liter Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf. Zusätzlich könnte auch Feuchtigkeit von außen eindringen, etwa durch einen Baumangel.

Je nach Temperatur hat die Luft die Fähigkeit eine unterschiedlich große Wassermenge aufzunehmen: je wärmer, desto mehr. Kann die Luft die Wassermenge nicht mehr binden, bildet sich Tauwasser. Dieses kann zu Feuchtigkeit und Schimmelbildung führen. Dabei ist zu beachten, dass Schimmel nicht erst bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100 % entsteht.

Wie messe ich die Luftfeuchtigkeit?

Mit einem Hygrometer, die beispielsweise in digitaler Form für ca. 20 € im Baumarkt erhältlich sind. Die Angabe erfolgt in Prozent. Messen Sie die Werte am besten in der Raummitte. Um Schimmelbildung zu vermeiden sollte die Luftfeuchtigkeit im Winter zwischen 30 % und 45 %, im Sommer zwischen 45 % und 65 % nicht übersteigen.

Was ist beim Überschreiten der Werte zu tun?

Lüften! Die feuchte Luft muss raus, frische, trockenere Luft rein, diese kann dann wieder Feuchtigkeit aufnehmen. Am besten Stoß und Querlüftung durchführen. Stoßlüften: Fenster/Terrassentür ganz öffnen, nicht nur kippen. Querlüften: alle Räume, wenn möglich, gleichzeitig öffnen, zusätzlich die Innentüren öffnen. Im Winter reichen ca. fünf bis zehn Minuten, im Sommer kann es 15 bis 30 Minuten dauern. Relevant ist hier letztlich die Hygrometer-Anzeige. Falls nicht anders möglich sollte konsequent zwei mal täglich morgens und abends gelüftet werden. Nach dem Duschen die Fliesen mit einem Duschkabinenabwischer abziehen, um somit das Verdunsten der Wassertropfen zu vermeiden. Wäsche sollte auf keinem Fall in der Wohnung getrocknet werden.

Im Winter ist das doch sehr teuer, weil die kalte Luft immer wieder beheizt werden muss?

Nein, genau das Gegenteil: Kalte Außenluft enthält wenig Wasser, ist also trocken. Diese Luft lässt sich viel leichter erwärmen, als Luft mit hoher Feuchtigkeit. Allerdings sollte man auch nicht länger als nötig lüften, da die Wände sonst auskühlen. Eine Kippstellung der Fenster ist zu vermeiden.

Gilt für Feuchtigkeit im Keller das gleiche?

Im Sommer dreht sich hier der Effekt um: es sollte vorzugsweise nachts oder in den frühen Morgenstunden gelüftet werden, da sich tagsüber, wenn warme Luft in den Keller eindringt, ein Niederschlag der Luftfeuchtigkeit an den kalten Außenwänden (die sich im Erdreich befinden) bilden kann. Im Winter kann das Lüften jederzeit durchgeführt werden.

Wir haben erst nach einer Fenstererneuerung Probleme, woran liegt das?

Bevor die Fenster ausgetauscht wurden, waren die alten Fensterscheiben der kälteste Punkt, das Tauwasser bildete sich dort zuerst, war sichtbar und wurde ggf. abgewischt oder weggelüftet. Jetzt ist die Außenwand der kälteste Punkt und das Tauwasser nicht sichtbar. Weiterhin findet die permanente, unkontrollierte Lüftung durch Fugen wie bei den alten Fenstern nicht mehr statt. Nach dem Einbau neuer Fenster muss der Bewohner sein Lüftverhalten ändern, was aber häufig nicht erläutert wird.

Wir haben in einem Neubau Probleme mit Schimmel.

Eine mängelfreie Ausführung vorausgesetzt, handelt es sich um Neubaufeuchte. Häufig wird nicht ausreichend gewartet, bis die Baufeuchte, die in der Bauzeit z. B. durch Putz, Gips, Mörtel oder Estriche eingebracht wird, entweichen kann. Dies hat zur Folge, dass sich direkt nach Fertigstellung pro Quadratmeter Wohnfläche ca. 90 Liter Wasser in einem Neubau befinden. Das sogenannte Trockenwohnen geschieht über konsequentes Lüften. Im ersten Jahr ist in einem Neubau daher mit höheren Energiekosten zu rechnen.

Stand vom Montag, 27. Februar 2017

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