Seit Jahren lehnt die große Mehrheit der Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Wie Umfragen zeigen, wollen sie auch keine tierischen Produkte, bei denen die Tiere mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden. Aufgrund einer fehlenden Kennzeichnungsregelung für tierische Lebensmittel konnten Verbraucher jedoch jahrelang bei Eiern, Fleisch und Milch aus konventioneller Produktion nicht erkennen, ob Gen-Pflanzen verfüttert wurden oder nicht. Seit dem 1. Mai 2008 können Hersteller freiwillig tierische Lebensmittel von Kühen, Schweinen oder Hühnern kennzeichnen, wenn diese keine Futtermittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen zu fressen bekommen haben. Nachdem der Start etwas zögerlich verlief, gibt es zwischenzeitlich viele Produkte "ohne Gentechnik" im Supermarkt. Hier finden Sie Produkte ohne Gentechnik, die das offizielle Logo des "Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik" tragen. Produkte, deren Hersteller sich für ein eigenes Logo entschieden haben, finden Sie in unserer "Ohne-Gentechnik-Liste", die wir mit Ihrer Hilfe ständig erweitern.
Die Verbraucherzentrale Hamburg setzt sich für die "Ohne Getechnik" Kennzeichnung ein, weil wir für Verbraucher mehr Wahlfreiheit möchten und das Label für einen guten Anfang halten, auch wenn einige Vorgaben noch verbesserungswürdig sind.
Nachrichten zum "Ohne Gentechnik" Label
20.05.2010 Im März 2010 wurde in Berlin der "Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V." gegründet. Er soll in Zukunft für die Vergabe des „Ohne Gentechnik“-Logos zuständig sein. Interessierte Lebensmittelhersteller erreichen den Verband unter folgender Adresse: Chausseestraße 8/F, 10115 Berlin, Tel. 030 788 90 682. Ansprechpartner ist Alexander Hissting. Der Internetauftritt ist zu finden unter www.ohnegentechnik.org. Anfragen können an folgende E-Mail-Adresse gerichtet werden:info@ohnegentechnik.org.
18.01.2010 Laut Informationen von SPIEGEL ONLINE verkauft der Discounter Lidl seit einer Woche in den bayrischen Lidl-Filialen unter dem Label „Ein gutes Stück Heimat“ Milch und Milchprodukte aus garantiert bayrischer Milch. Womit der Discounter nicht wirbt: Er verpflichtet die Bauern auch, auf gentechnisch veränderte Futtermittel zu verzichten. Die Milch/-produkte könnten also mit „ohne Gentechnik“ gelabelt werden. Zu der Frage, warum Lidl damit nicht wirbt, hat der Spiegel in seinem Artikel Gründe genannt.
27.08.2009. Mit einem einheitlichen Logo will Ministerin Aigner der „Ohne-Gentechnik“-Kennzeichnung auf die Sprünge helfen. Am 10.08. stellte sie das neue Zeichen vor, das die Lebensmittelindustrie kostenfrei nutzen darf. Ziel sei es, die Transparenz im Lebensmittelmarkt zu erhöhen und es Verbrauchern zu erleichtern, Produkte, die ohne Gentechnik hergestellt worden sind, zu erkennen.
Damit hat Frau Aigner eine unserer Forderungen entsprochen, nämlich ein einheitliches Logo einzuführen. Es bleibt abzuwarten, ob die Lebensmittelindustrie dies in Zukunft in größerem Umfang nutzen wird. Wenn nicht, sollte eine verbindliche Kennzeichnungspflicht für tierische Lebensmittel, die in Kontakt mit Gentechnik gekommen sind, eingeführt werden.
15.04.2009 Verbraucherschutzministerin verbietet Genmais MON 810
Der Anbau der genveränderten Maissorte MON 810 ist verboten worden – eine erfreuliche Nachricht für den gesundheitlichen Verbraucherschutz! Denn zu groß waren die möglichen Risiken, die unterschiedliche Studien aufgezeigt hatten. Die Verbraucherzentrale ruft Handel und Hersteller auf, dieses Anbauverbot zum Anlass zu nehmen, vermehrt Produkte mit dem Label „ohne Gentechnik“ ins Angebot zu bringen. Die Firma Stolle aus Hessen wird beispielsweise ab Mai 2009 das Geflügel nicht mehr mit genverändertem Futter füttern und die Produkte entsprechend kennzeichnen. Die "ohne Gentechnik Liste" der Verbraucherzentrale Hamburg mit weiteren Produkten.
Hintergrund
Tierische Lebensmittel wie Milch, Butter, Eier oder Fleisch, die das Label „ohne Gentechnik“ tragen, stammen ausschließlich von Tieren, die ohne gentechnisch veränderte Futtermittel (z. B. Sojaschrot) ernährt wurden – allerdings nur während eines bestimmten Zeitraums. Dieser beträgt zum Beispiel für Milchkühe drei Monate und für Schweine vier Monate vor der Schlachtung. Wünschenswert wäre eine Fütterung ohne gentechnisch veränderte Futtermittel von Geburt der Tiere an. Verunreinigungen bis 0,9 % werden geduldet, wenn sie unbeabsichtigt ins Futter gelangt sind. Darüber hinaus dürfen Zusatzstoffe z. B. Vitamine für Futtermittel mithilfe von gentechnisch veränderten Bakterien hergestellt werden. Die Herstellung darf nur in geschlossenen Systemen stattfinden. Diese Mikroorganismen gelangen im Gegensatz zu gentechnisch veränderten Pflanzen nicht in die Umwelt.
Greenpeace: Marken-Molkereien verkaufen Gen-Milch?
Stand vom Freitag, 21. Oktober 2011
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