Ich habe fertig. Tasche leer.

Obst. Brot, GeldmünzenFertiglebensmittel zu kaufen ist 184 Prozent teurer als Essen selber zuzubereiten. Im Höchstfall liegt der Bequemlichkeitsaufschlag sogar bei 650 Prozent. Außerdem enthalten fertige Lebensmittel häufig Zusatzstoffe und Aromen, die wir eigentlich gar nicht auf unserem Teller haben wollen. Das ist das Ergebnis unserer Untersuchung.

Verglichen haben wir 14 Originalprodukte mit 21 Fertigvarianten. Dabei lag der Fokus auf Gerichten, die ohne Aufwand und schnell zuzubereiten sind wie etwa fertige Kaffeegetränke, Grillkartoffeln oder Salatdressings. Den Preisen für die Fertiggerichte haben wir die Kosten für Zutaten und Energie der selbst gemachten Lebensmittel gegenübergestellt.

Die Ergebnisse

  • Alle 21 untersuchten Fertig- bzw. Halbfertigprodukte waren teurer als die 14 selbst gemachten Varianten.
  • Den größten Kostenunterschied gab es mit 650 Prozent bei einer in handgerechte Stücke geschnittenen Melone.
  • 15 von 21 Fertigproduktvarianten waren mindestens doppelt so teuer wie die selbst gemachte Variante, 6 davon sogar dreimal so teuer oder noch teurer.
  • Die addierten Kosten für alle 14 selbst gemachten Lebensmittel jeweils pro 100 Gramm bzw. Milliliter betrugen 2,60 Euro, die 14 Fertigvarianten dazu kosteten 7,38 Euro. Das sind durchschnittlich 184 Prozent Mehrkosten.

Löcher im Haushaltsbudget

Sahne schlagen, Pfannkuchen backen oder Möhren schälen - das lassen sich die Anbieter sehr einträglich vergüten. Oft wird vergessen, dass sich mit ein paar Handgriffen vieles deutlich kostengünstiger selbst machen lässt. Gerade bei Personen mit kleinem Portemonnaie klafft ein großes Loch in der Haushaltskasse, wenn sie diesen aus unserer Sicht übertriebenen Aufschlag für den küchentechnischen Service ständig mit bezahlen. Unsere Rechnung: Hat jemand durch Fertiglebensmittel 3 Euro Mehrkosten am Tag, dann ist er pro Jahr mehr als 1000 € los. Dazu stellt der Ernährungs-Experte und Entertainer Patric Heizmann eine interessante Rechnung auf:
"Wenn man täglich 20 Minuten mehr Zeit für das Selber machen einkalkulieren würde, sind das ca. 120 Stunden im Jahr. Setzt man dem Zeitaufwand die Kostenersparnis dagegen, würden die "Freizeit-Köche" auf einen Stundenlohn von über 9 € kommen. Eine "schöne" Entlohnung, und das bei gesünderen Zutaten, mehr Genuss und dem Gefühl, das Gericht "ursprünglich" hergestellt zu haben. Also mit einer Brise Stolz."

Aromen und Zusatzstoffe gratis

Außerdem mussten wir feststellen, dass von den 19 untersuchten Fertigprodukten 14 Aromen und 13 Zusatzstoffe enthielten. Nur 2 von 19 hatten weder Zusatzstoffe noch Aromen. Mit dem Preisaufschlag geht also auch noch ein Abschlag für den Gesundheitswert einher. Verkauft wird Einheitsgeschmack statt Vielfalt – und das für viel Geld.

Stand vom Mittwoch, 19. Oktober 2011

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