Kleinkindprodukte: überflüssig und teuer

Kindermilch, Joghurt- und Frucht-Minis, Komplettmahlzeiten wie Mini-Rigatoni mit Sauce Bolognese, Fruchtpürree im Quetschbeutel, Trinkbreie und Früchteriegel und dazu Produktverpackungen in Bärchen- oder Herzform – das Sortiment an Speziallebensmitteln für Kleinkinder soll vor allem eins: den Herstellern trotz sinkender Geburtenraten die Kassen füllen. 

Mann mit Sprechblasen

Waren früher klassische Beikostprodukte für Kleinkinder (z.B. Babymenüs oder Getreidebrei) lediglich für einen Umstellungszeitraum bis max. 18 Monate vorgesehen, haben die Hersteller diesen Zeitraum immer mehr ausgedehnt: Zentrales Anliegen ist die Verlängerung der Fütterungsdauer mit teuren Spezialprodukten und nicht, wie in der Werbung so oft suggeriert wird, die Anpassung an die angeblich speziellen Ernährungsbedürfnisse der Kleinen.

Im Branchenblatt „Der Lebensmittelzeitung“ plauderten die Branchenvertreter bereits im Jahr 2010 ganz offen über ihre Motive (siehe Abb.). Und so tragen Lebensmittel für die 1-3-Jährigen heute bereits zu einem Viertel bis Fünftel zum Umsatz der Marktführer für Babynahrung bei. Kein Wunder, sind sie doch oft erheblich teurer als Vergleichsprodukte wie das Beispiel Kindermilch zeigt.

Beispiele für überflüssige, überteuerte...

Packung mit Kindermilch Milupino Kinder-Milch: Preis pro Liter ca.: 1,85 €; Mehrkosten für die Eltern pro Jahr: rund 140,- € bei einer vom Hersteller empfohlenen max. Trinkmenge von 0,3 Liter pro Tag.

 

 

 

 

...und pseudogesunde Kleinkinderlebensmittel.

Früchteriegel

Hipp Früchtefreund - „Früchteriegel aus 70% Frucht“ – „Ohne Zuckerzusatz“.

„Von Natur aus“ enthält ein Riegel allerdings ~ 12 g Zucker – das sind fast 50% des Gesamtgewichts (25 g). Diese Information finden die Verbraucher allerdings nur im Kleingedruckten auf der Rückseite – verdeckt durch die Verpackungslasche. Frische Bananen und Äpfel sind für Kinder viel besser, weil sie weniger Zucker enthalten.

Marktchecks der Verbraucherzentralen entlarven die Qualität der Kleinkindlebensmittel

Durch die Vermarktung der Kleinkinderlebensmittel als diätetische Lebensmittel mit Altersangabe wird der Eindruck erweckt, dass für das Aufwachsen gesunder Kinder Speziallebensmittel notwendig seien. Unabhängige Ernährungsexperten sind sich dagegen einig: Gesunde Kleinkinder benötigen keine Speziallebensmittel – sie können uns sollen sobald wie möglich am Familientisch mitessen.

Die Verbraucherzentralen haben daher in diversen Marktchecks die verschiedenen Produktgruppen unter die Lupe genommen. Die zusammengefassten Ergebnisse finden Sie hier.

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Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Stand vom Dienstag, 29. Oktober 2013

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