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Alles Käse oder was?

Analog-Käse: Großer Erfolg für Verbraucher – Anbieter ändern Rezepturen

Nachdem die Verbraucherzentrale Hamburg Mitte Mai eine Liste von Produkten mit Analogkäse veröffentlicht hat, reagierten die Anbieter umgehend auf die Proteste der Verbraucher. Sie änderten die Rezeptur oder entfernten das Produkt aus der Kühltheke. Dieser Erfolg gibt keinen Anlass zur Entwarnung. Wir bleiben am Thema!

Die Ergebnisse:

Die Firma Vossko Tiefkühlkost GmbH hat aus dem Produkt „Hähnchenschnitten Cordon bleu Art“ den Analogkäse entfernt. Statt der Mischung aus Analogkäse und Käse wird jetzt nur noch Käse eingesetzt
Neues Produkt

Hähnchenschnitten Cordon Bleu Art Neues Produkt

Ausschnitt Zutatenverzeichnis:

Hähnchenschnitten Cordon Bleu Art t Neues Produkt Zutatenverzeichnis

Altes Produkt

Hähnchenschnitten Cordon Bleu Art Altes Produkt

Zutatenverzeichnis:

Hähnchenschnitten Cordon Bleu Art Altes Produkt Zutatenliste

Die Brezelbäckerei Ditsch GmbH bietet die Pizza Varianten, die zuvor eine Mischung aus Käse und Analogkäse enthielten, nur noch mit Käse an. Darüber hinaus bestätigt uns die Firma „…dass alle Ditsch Produkte ausschließlich mit echtem Käse belegt und veredelt sind. Schon vor längerer Zeit wurde beschlossen, auf den Einsatz des so genannten Analogkäses bzw. einer Mischung von Analogkäse mit Echtkäse zu verzichten. Diese Umstellung ist zum 1. Juli 2009 komplett abgeschlossen worden und es befinden sich auch keine Restbestände der anderen Ware in unseren Filialen.“
Pizza
Die Lindenbazar Handels GmbH in Hamburg hat uns schriftlich zugesichert, das Produkt Yesilova (Schafskäseimitat) aus dem Sortiment zu entfernen

Dose mit Schafskäseimitat

Analog-Käse: Betrug am Verbraucher (18.05.2009)

Wer bei Pizza, Lasagne oder Cheeseburger an Käse denkt, liegt neuerdings nicht immer richtig: „Analogkäse“ heißt eine neue Zusammenmischung im Anbieterjargon, die immer häufiger auf vermeintlich käsehaltigen Fertiglebensmitteln zu finden ist. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat jetzt eine Liste mit Nepp-Käse-Produkten ins Internet gestellt.

Der Kunstkäse, bestehend aus Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß, Stärke oder Geschmacksverstärkern, gelangt meistens ohne Kennzeichnung auf die Käsestange oder das überbackene Käsebrötchen. „Dadurch wird der Verbraucher irregeführt“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Der Trick dabei: Um eine Kennzeichnung „mit Käseimitat“ zu vermeiden, verwenden einige Anbieter den Hinweis „überbacken“. Vor allem in Fast-Food-Restaurant, oder Backshops wird den Verbrauchern der Nepp-Käse untergeschoben. Es geht um Profit, denn der Nepp-Käse ist im Einkauf 30 bis 40 % billiger als echter Käse. Auch für Schafskäse gibt es Imitate, die im vermeintlichen „Griechischen Salat“ beim Imbiss um die Ecke landen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert eine bessere Kennzeichnung in der Gastronomie und bei loser Ware. So sollte die Kennzeichnung von Kunstkäse etwa auf der Speisekarte oder Schildern obligatorisch vorgeschrieben werden, so wie es schon für bestimmte Zusatzstoffe die Regel ist. Die amtliche Lebensmittelüberwachung weist auf eine hohe Beanstandungsquote hin, es tummeln sich viele schwarze Schafe unter den Anbietern. Laut „Bundesweitem Überwachungsplan 2007“ wurden von 115 Proben 31 Proben als Käseimitate identifiziert, das sind knapp 30 %. Eine enorm hohe Beanstandungsquote, die zeigt, dass noch mehr Kontrollen notwendig sind. Das größte Dilemma bei diesen amtlichen Untersuchungen ist aber die Geheimhaltung der Namen der Schummler. „Auch nach Einführung des Verbraucherinformationsgesetzes werden Ross und Reiter nicht genannt. Aus Verbrauchersicht ein untragbarer Zustand“, so Valet.

Auch im Supermarkt taucht der Kunstkäse immer häufiger auf. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat einen Markcheck durchgeführt und einige Produkte im Kühlregal gefunden. So liegt neben geriebenem Emmentaler oder Gouda die „Lebensmittelzubereitung mit Pflanzenfett“, wie der Nepp-Käse beschönigend beschrieben wird. Aber auch in Hähnchenschnitten Cordon bleu Art wird das Billig-„Lebensmittel“ eingesetzt. Dabei wird ein besonders dreister Trick angewendet: Es wird eine minimale Menge echten Käses verwendet – um den Begriff „Käse“ verwenden zu können – und dieser mit Kunstkäse gestreckt. Auf der Zutatenliste steht dann nichtssagend und für den Verbraucher irreführend „Zubereitung mit Käse“.

Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert eine bessere Kennzeichnung des Käseimitats auch auf Fertigpackungen. Bei der Verkehrsbezeichnung sollte künftig „mit Käseimitat“ stehen, damit der Kunstkäse im Zutatenverzeichnis nicht hinter seinen unauffälligen Einzelbestandteilen versteckt werden kann.

Verbraucher, die nicht auf den Kunstkäse reinfallen wollen, müssen kritisch die Zutatenliste von in Frage kommenden Lebensmitteln prüfen. Überbackene Produkte oder vermeintlich käsehaltige Produkte (z. B. Cordon bleu) mit Pflanzenfett, Milcheiweiß und Geschmacksverstärker in der Zutatenliste, könnten versteckt Kunstkäse enthalten.

Liste mit Nepp-Käse-Produkten

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