Vogelgrippe: Wieder neue Fälle

Täglich kommen neue Fälle von Vogelgrippe (Geflügelpest) hinzu, hauptsächlich Wild- aber auch Zuchtgeflügel ist davon betroffen. In elf Bundesländern haben sich Wildvögel wie Wildenten, Möwen, Krähen, Greifvögel oder Reiher infiziert und könnten den Erreger übertragen. Auch in Ungarn, Polen, der Schweiz oder in Österreich sind tote Tiere gefunden worden.

In Norddeutschland waren bislang etliche Bestände mit Nutzgeflügel befallen; Gänse, Puten oder Hühner hatten sich infiziert. Vorsorglich wurden bereits tausende Tiere getötet.

Das ist eine dramatische Entwicklung. Daher wurde bundesweit eine Stallpflicht für Geflügel in den betroffenen Risikogebieten angeordnet. Diese Maßnahme gilt auch für Betriebe mit Freilandhaltung oder Direktvermarktung. Darüber hinaus müssen strenge Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Unbefugte dürfen nicht mehr in die Ställe, Tierhalter müssen Schutzkleidung tragen sowie Hände und Schuhe desinfizieren.

Wie sieht es in Hamburg aus?

In Hamburg gilt seit dem 14. November 2016 zum vorbeugenden Schutz der Geflügelbestände ein Aufstallungsgebot, weil der Erreger in Norddeutschland weiterhin aktiv ist. Erste Fälle von Vogelgrippe wurden in Hamburg erstmals am 20. November 2016 nachgewiesen und Erreger bisher bei 25 verendeten Tieren gefunden, dazu gehört auch eine tote Möwe auf der Binnenalster. Im Tierpark Hagenbeck starben drei infizierte Gänse.

Aufgrund der verschiedenen Fundorte von infizierten Tieren gibt es in Hamburg mehrere Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete, die von Restriktionen betroffen sind. Eine Übersichtskarte ist zu finden auf hamburg.de.

Besteht eine Gesundheitsgefahr?

  • Durch Geflügelprodukte besteht keine Gesundheitsgefahr für den Menschen.

  • Die Übertragung des Virus H5N8 auf Menschen ist sehr unwahrscheinlich.

  • Garen Sie Geflügelprodukte gut durch und achten Sie auf eine gute Küchenhygiene.


Das Robert Koch-Institut meldet: „Humane Erkrankungen mit Influenza A (H5N8) sind bisher nicht beobachtet worden, können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.“ Nach aktuellem Erkenntnisstand gab es aber bislang keine Übertragung des Virus auf den Menschen – auch nicht in Ländern, wo dieser Virus beispielsweise 2014 sehr viele Tiere befallen hat.

Weltweit sind bisher mehr als 600 Erkrankungen beim Menschen durch einen anderen Subtyp der Geflügelpest (H5N1) bekannt (Robert Koch Institut, Januar 2014). Alle infizierten Menschen lebten in asiatischen und afrikanischen Ländern. Mehr als die Hälfte der Infektionen verlief tödlich.

Wie kann der Erreger übertragen werden?

Die meisten an der H5N1-Vogelgrippe erkrankten Personen hatten im Vorfeld engen Kontakt zu erkranktem oder verendetem Geflügel, so dass dies auch bei dem aktuellen Subtyp H5N8 die größte Gefahr darstellt. Grundsätzlich kann aber eine Übertragung des Erregers über infizierte Lebensmittel nicht ausgeschlossen werden, darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin: „Eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel ist theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich.“

Sind Geflügelfleisch und Eier sicher?

Viren sind hitzeempfindlich. Garen Sie Geflügelprodukte deshalb immer gut durch! Das tötet die Viren sowie fast alle anderen Keime: Erhitzen schützt auch vor weiteren möglichen Kontaminationen mit Bakterien wie etwa Salmonellen, die im Gegensatz zu Vogelgrippeviren häufig auf Geflügelfleisch vorkommen. Auch die Weihnachtsgans sollte beim Garen im Innern mindestens 75 Grad erreichen. Sie können auch Eier am besten hartgekocht essen. Das BfR rät: Eier sollten vor dem Verzehr gekocht werden, bis Eiweiß und Eigelb fest sind, d.h. je nach Größe für mindestens 6 Minuten. 

Achten Sie auf eine gute Küchenhygiene! Dazu gehört auch die getrennte Lagerung und Zubereitung von rohem Geflügel im Haushalt. Essbesteck, insbesondere Messer, und andere Geräte oder Oberflächen wie beispielsweise Schneidebrettchen, die mit rohen Geflügelprodukten in Berührung gekommen sind, sollten Sie gründlich mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen. Beherzigen Sie diese Regel vor allem für Lebensmittel wie etwa Salat, der vor dem Verzehr nicht mehr erhitzt wird.

Was tun, wenn man kranke oder tote Tiere findet?

Wenn Sie tote oder kranke Tiere finden, sollten Sie einen direkten Kontakt vermeiden, also diese auf keinen Fall anfassen, auch nicht mit den Schuhen berühren. Wenden Sie sich in solchen Fällen an das zuständige Veterinäramt, die Polizei oder die Feuerwehr. 

Warum werden Freiland-Geflügel oder -Eier im Supermarkt bei Aufstallungsgebot nicht anders gekennzeichnet?

Lebensmittel von Freilandgeflügel oder Eier aus Freilandhaltung oder Biohaltung dürfen weiterhin als solche gekennzeichnet werden, obwohl das Geflügel in den Ställen sein muss. Bei Eiern darf also weiterhin die Haltungsform mit „0“ oder „1“ angegeben werden. Das gilt bis zu einem Zeit von 12 Wochen Aufstallungsgebot. Erst danach muss die Kennzeichnung geändert werden.


Meldungen


9. März 2017: Drei tote Tiere
Zuletzt wurde am 8. März der Ausbruch der Geflügelpest bei einem Wildvogel im Bezirk Mitte (Ortsteil Veddel) nachgewiesen, einen weiteren Fund von zwei an H5N8 verendeten Enten gab es in Bergedorf.

27. Februar 2017: Ein weiterer Fall von Vogelgrippe
Ein verendeter Schwan in Wohldorf-Ohlstedt (Bezirk Wandsbek) war erneut mit dem Geflügelpest-Erreger infiziert. Die betroffenen Sperr- und Beobachtungsgebiete in Hamburg müssen aufgrund dessen erweitert werden.

24. Februar 2017: Tote Möwe in Steinwerder
Bei einer verendeten Möwe im Bezirk Mitte wurde der hochansteckende Geflügelpest-Erreger H5N8 nachgewiesen.

17. Februar 2017: Ganz und Bussard infiziert
Bei einer toten Gans in Othmarschen und einem toten Bussard in Wilhelmsburg wurde in dieser Woche der Geflügelpest-Erreger H5N8 nachgewiesen. Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete rund um die Fundorte sind eingerichtet. Das betroffene Geflügelpest-Gebiet in Hamburg musste geringfügig erweitert werden.

9. Februar 2017: Weitere tote Wildvögel gefunden
Zwei verendete Möwen in den Bezirken Mitte und Altona sowie ein im Bezirk Bergedorf tot aufgefunder Bussard waren mit dem Geflügelpest-Erreger infiziert. Darüber hinaus wurde bei einer ebenfalls in Bergedorf verendeten Wildente der hochansteckende Subtyp H5 nachgewiesen. Die betroffenen Sperr- und Beobachtungsgebiete werden erneut erweitert.

25. Januar 2017: Wildgans und Ente mit Erreger infiziert
Bei einer verendeten Wildgans im Bezirk Altona sowie bei einer ebenfalls tot aufgefunden Wildente im Bezirk Bergedorf konnte H5N8 nachgewiesen werden. Das bereits von Restriktionen betroffene Gebiet in Hamburg wird aufgrund der neuen Fälle erweitert werden. Nicht eingeschlossen sind einzelne Stadtteile im Hamburger Norden.

18. Januar 2017: Neuer Geflügelpest-Fall in Harburg
Bei einem verendeten Wildvogel im Bezirk Harburg wurde erneut der Geflügelpest-Erreger H5N8 nachgewiesen. Es werden erneut ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet rund um den Fundort eingerichtet.

5. Januar 2017: Entwarnung
Vier Wochen lang wurde kein neuer Fall von Vogelgrippe in Hamburg nachgewiesen. Die Festsetzung des gesamten Stadtgebietes als Beobachtungsgebiet wird daher mit sofortiger Wirkung aufgehoben, ebenso wie die Geflügelpest-Sperrbezirke. Damit entfallen auch die vorübergehenden Einschränkungen für die Halterinnen und Halter von Hunden und Katzen.

6. Dezember 2016: Verendete Möwe auf der Binnenalster
Bei einer toten, auf der Binnenalster treibenden Möwe wurde der Geflügelpest-Erreger H5N8 nachgewiesen. Im Radius von mindestens drei Kilometern rund um den Fundort wird ein weiterer Sperrbezirk in Hamburg-Mitte eingerichtet.

2. Dezember 2016: Toter Wildvogel in Bergedorf
Im Bezirk Hamburg-Bergedorf, nahe des Ochsenwerder Elbdeichs, wurde eine mit dem Geflügelpest-Erreger H5N8 infizierte tote Reiherente gefunden. Im Radius von drei Kilometern rund um den Fundort wird ein neuer Sperrbezirk eingerichtet. Die Festsetzung des gesamten Hamburger Stadtgebietes als Beobachtungsgebiet bleibt bestehen.

29. November 2016: Geflügelpest-Erreger im Tierpark Hagenbeck
Drei Gänse im Tierpark Hagenbeck sterben durch den Geflügelpest-Erreger. Es werden weitere Schritte abgestimmt, um die Tiere im Tierpark bestmöglich zu schützen.

25. November 2016: Weitere Fälle in Rothenburgsort
Es wurde bei drei weiteren verendeten Wildvögeln im Bezirk Hamburg-Mitte der Geflügelpest-Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen. Der Fundort der Vögel befindet sich ebenfalls in Rothenburgsort. Der bestehende Sperrbezirk und die Festsetzung des gesamten Stadtgebietes als Beobachtungsgebiet bleiben wegen des fast identischen Fundortes unverändert bestehen.

20. November 2016: Geflügelpest ist da
In Rothenburgsort sind die ersten drei an Geflügelpest verendeten Wildvögel gefunden worden. In einem Radius von drei Kilometern wird ein Sperrbezirk eingerichtet. Hunde und Katzen dürfen sich in dem Gebiet nicht mehr frei bewegen. Ein Radius von 10 Kilometern um den Fundort gilt als Beobachtungsgebiet.

14. November 2016: Aufstallungspflicht für Geflügel
In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und in Baden-Württemberg ist bei verendeten Wildvögeln der Geflügelpest-Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen worden. Hamburg verhängt deshalb zum vorbeugenden Schutz von Geflügel ein Aufstallungsgebot. Das bedeutet: Hühner, Puten und Enten und anderes Geflügel müssen in Ställen oder überdachten Volièren untergebracht werden.


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Stand vom Montag, 20. März 2017

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