Woher kommt mein Essen?

Der Lebensmittelhandel ist ein globales Geschäft und Verbraucher fragen sich zunehmend, woher ihr Essen kommt. Über Tracking-Codes, QR-Codes, Produkt-IDs oder Mindesthaltbarkeitsdaten können interessierte Käufer die Zutaten eines Lebensmittels im besten Fall bis zum Hühnerhof, zum geschlachteten Schwein oder zum Spinatfeld zurückverfolgen.

Tracking Codes auf Verpackungen

Ein Blick ins Supermarktregal zeigt jedoch, dass bislang nur wenige Hersteller freiwillig über die Herkunft ihrer Zutaten informieren. Wir haben eine aktuelle Stichprobe unter die Lupe genommen.

Untersucht wurden die Produkte von zwölf Unternehmen, die auf Produkten oder im Internet die Rückverfolgbarkeit von Inhaltsstoffen versprachen und sich damit bereits positiv vom Gros aller anderen  Anbieter abhoben. Da es nur für wenige Lebensmittel einen verpflichtenden Herkunftsnachweis gibt, verzichten die meisten Firmen leider darauf – vor allem dann, wenn sie weltweit billige Zutaten einkaufen.

  1. Ein Drittel der überprüften Hersteller mit freiwilligen Deklarationen hielt das Versprechen zur Rückverfolgbarkeit durchweg ein und informierte Verbraucher transparent und umfassend.

  2. Das zweite Drittel blieb hinsichtlich der Angaben unkonkret und veröffentlichte bei Tieren beispielsweise nur das Land der Aufzucht und nicht die genaue Region oder eine Liste der landwirtschaftlichen Betriebe.

  3. Das letzte Drittel konnte zum Zeitpunkt der Erhebung keine funktionierende Rückverfolgbarkeit gewährleisten, behob die Fehler jedoch umgehend.

Herkunft Produktübersicht

Unser Fazit: Es ist löblich, dass einige Firmen für mehr Transparenz beim Einkauf sorgen wollen, doch leider hapert es zuweilen an einer verbraucherfreundlichen Umsetzung.


Freiwillige Gütezeichen, gesetzliche Mindeststandards und die Kennzeichnungspflichten der Europäischen Union reichen in den wenigsten Fällen aus, um die Herkunft von Zutaten tatsächlich nachverfolgen zu können. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Essen einmal um den Globus gereist ist, können Sie sich nur auf freiwillige Herkunftsangaben oder das sogenannte Regionalfenster verlassen.

Wir wünschen uns, dass die Angaben auf Produkten in den nächsten Jahren noch besser werden und sich mehr Unternehmen freiwillig verpflichten, über die Herkunft ihrer Zutaten zu informieren. Schlussendlich ist das auch im Interesse der Anbieter, denn konkrete Herkunftsangaben werden an Bedeutung gewinnen und zukünftig ein wichtiges Verkaufsargument sein.

Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass auch weltweit tätige Unternehmen die Rückverfolgbarkeit als Dienst am Kunden erkennen und zukünftig ausbauen wollen. Mutig voran geht zurzeit die Firma Frosta. Seit dem 8. September 2015 wird die Herkunft aller Zutaten direkt auf die Verpackungen gedruckt:

Rückseite einer Frosta-Verpackung mit Hinweisen zu der Herkunft der Zutaten

Das gesamte Sortiment wird nach und nach umgestellt. Mehr dazu lesen Sie auch auf der Internetseite des Unternehmens. Das vorgeschobene Argument, eine Rückverfolgbarkeit würde zu hohe Kosten verursachen, wird hiermit eindrücklich widerlegt.

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Stand vom Dienstag, 15. September 2015

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