Nur so lange der Vorrat reicht?

Die Bundesregierung aktualisiert die Tipps für eine individuelle Notfallversorgung. Sollte es eine Krise geben, könnten diese durchaus sinnvoll sein. Doch die derzeitige Checkliste ist teilweise wenig realitätsnah und sollte überarbeitet werden.

bildcollage mit Lebensmitteln, die zur Bevorratung geeignet sind

So ist etwa die vorgegebene Menge an Lebensmitteln nicht praxisnah: Frisches Obst und Brot sind beispielsweise nicht geeignet. Außerdem: Insbesondere für große Familien gibt es wenig individuellen Lagerraum. Ohne Keller oder Dachboden lassen sich die Lebensmittel kaum unterbringen. Und Geringverdiener hätten eventuell sogar Schwierigkeiten, diese immensen Mengen an Vorräten zu kaufen. Wir haben wichtige Tipps für einen Notvorrat für Sie zusammengestellt.

Tipp 1: Wasser, Wasser, Wasser

Am wichtigsten ist ein ausreichender Wasservorrat! Darauf sollten Sie besonders achten. Ein gesunder Körper kann auch mal einige Tage ohne Nahrung auskommen, tägliches Wasser ist lebensnotwendig! Sie benötigen ca. 2 Liter pro Person und Tag, zum Trinken, zum Kochen oder zum Waschen. Auch eine kleine Menge ist besser als nichts, wenn beispielsweise der Platz in Ihrer Wohnung nicht ausreicht.  

Wie lange bleibt das Wasser frisch? Das Wasser für den Vorrat muss abgepackt sein und hält sich in Mineralwasserflaschen viele Jahre. Auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums kann es insbesondere in Notfallsituationen noch getrunken werden, solange die Flaschen fest verschlossen sind. Falls eine Keimbelastung befürchtet wird, sollten Sie das Wasser zum Trinken lieber abkochen.

Tipp 2: Lebensmittel richtig einlagern

Lebensmittel, die bei der Lagerung schnell schlecht werden können, helfen nicht weiter und können sogar andere gelagerte Lebensmittel mit Schädlingen anstecken. Schaffen Sie sich Vorratsdosen an, die man luftdicht verschließen kann.

Obst und Gemüse lagern: Frisches Obst und Gemüse eignen sich nicht, es sollte in Dosen und Gläsern konserviert sein. Trockenobst ist auch eine Lösung, jedoch nicht länger als neun bis zwölf Monate haltbar. Auch Tütensuppen wie Kartoffel- oder Tomatensuppen bzw. Brühe bieten sich an, Kartoffelpürree-Pulver ebenfalls.

Brot: Frisches Brot ist ungeeignet, nur Knäckebrot oder Zwieback sind sinnvoll.

Nährstoffverluste bei Dosengemüse: Beim Erhitzen in der Dose gehen viele Vitamine verloren. Aber trotzdem bleiben noch Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe oder Eiweiß übrig. Über einen begrenzten Zeitraum ist das kein Problem, es geht in einer solchen Situation insbesondere um die Kalorien, die der Körper braucht.

Tipp 3: Lagerfähige Lebensmittel auswählen

Getrocknete Hülsenfrüchte, Reis und Konserven aller Art sind am besten geeignet. Vakuumverpackter Kaffee oder loser Tee in Dosen lassen sich auch sehr lange lagern.

Wertvolle Hülsenfrüchte: Hülsenfrüchte enthalten viel Eiweiß und machen lange satt! Außerdem sind sie in trockener Form einige Jahre lang haltbar. Von den Lebensmitteln her sind sie der absolute „Lagerhit“!

Getreideprodukte: Nudeln und Reis bieten sich an, auch Getreideprodukte wie getrocknete Hirse, Mais oder Couscous, die man im Ernstfall mit Wasser aufkochen kann.

Volleipulver: Eier sind nicht geeignet, aber Volleipulver wäre eine Alternative. Eipulver wurde im Zweiten Weltkrieg als Kriegsration und bei Unterversorgung verwendet. Bei optimaler Lagerung hält es fünf bis zehn Jahre.

Fleisch und Fisch: Konserven mit langem Mindesthaltbarkeitsdatum auswählen.

Tipp 4: Vorrat individuell anpassen

Gestalten Sie den Vorrat nach den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben und denken sie auch an Familienmitglieder, auf die man besonders aufpassen muss, wie Säuglinge, Diabetiker oder Allergiker. Der Vorrat sollte diesen Bedürfnissen angepasst sein.

2.200 Kcal täglich: Das ist hoch gerechnet, für einen begrenzten Zeitraum kommen Erwachsene auch mal mit weniger aus. Für Kinder gelten ohnehin geringere Werte, zum Beispiel für ein zehnjähriges Kind rund 1.800 kcal.

Nährstoffmangel: Der Körper kann viele Vitamine und Mineralstoffe über einen gewissen Zeitraum speichern, daher ist innerhalb von 14 Tagen nicht mit einer gravierenden Mangelversorgung zu rechnen. Aber man kann sich auch mit Vitamin- und Mineralstofftabletten bevorraten, wenn zum Beispiel Kranke mit einem erhöhten Bedarf im Haushalt leben.

Tipp 5: Vorräte regelmäßig checken

Nichts hält sich ewig, gelegentlich sollten die Vorräte verbraucht und ersetzt werden. Denn es wäre furchtbar, wenn vieles im Katastrophenfall schon verdorben wäre. Sortieren Sie die Lebensmittel nach Haltbarkeit und wechseln Sie ältere Vorräte, die noch genießbar sind, ab und zu aus, um einer Lebensmittelverschwendung vorzubeugen.

Beschriftung:Schreiben sie das Datum der Einlagerung deutlich auf die Lebensmittel, so können Sie zuerst die Produkte verbrauchen, deren Haltbarkeit abläuft.  

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlicht auch einen Vorratskalkulator, der die Kriterien der oben genannten Checkliste erfüllt. Hier können Sie die Anzahl der Familienmitglieder sowie die Anzahl der zu versorgenden Tage angeben und erhalten eine präzise Angabe von Lebensmitteln, die Sie einkaufen können. Diese Empfehlungen basieren auf den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei einem täglichen Bedarf von 2200 kcal.
http://www.ernaehrungsvorsorge.de/private-vorsorge/notvorrat/vorratskalkulator/

vzhh auf Facebook

Übrigens: Wir sind auf Facebook. Schauen Sie mal rein! Wir freuen uns über Ihr „Gefällt mir“.

Stand vom Donnerstag, 25. August 2016

zurück