Dein ist mein ganzes Geld

Wenn Sie mit dem Ziel, eine „sichere Geldanlage“ abzuschließen, in ein Beratungsgespräch mit Ihrer Bank oder einem Finanzvermittler gehen, seien Sie auf der Hut! Es besteht die Gefahr, dass Ihnen dennoch risikobehaftete Produkte des Grauen Kapitalmarktes empfohlen werden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Marktwächters, der über 350 Rechtsberatungen der Verbraucherzentralen zu Schadensfällen auf dem Grauen Kapitalmarkt analysiert hat.

Durchschnittlich 23.000 Euro angelegt

Im Durchschnitt hatten die betroffenen Verbraucher der Stichprobe einen nennenswerten Geldbetrag von 23.000 Euro in ein einzelnes Produkt des Grauen Kapitalmarktes investiert. 60 Prozent von ihnen wollten ursprünglich eine sichere Kapitalanlage oder den Werterhalt ihrer Geldanlage. Dennoch hatte man ihnen riskante Finanzprodukte wie geschlossene Beteiligungen empfohlen. Oft ein klarer Fall von Falschberatung! Ist diese nachweisbar, können Verbraucher Schadensersatzansprüche gegenüber dem Vermittler geltend machen.

In 300 der 358 geprüften Fälle sahen die Berater der Verbraucherzentralen grundsätzlich Ansprüche auf Schadensersatz gegeben. Doch bei den meist langlaufenden Investments im Grauen Kapitalmarkt verstreichen Fristen auf Ersatzansprüche, ohne dass Verbraucher wissen, dass ihnen ihre Geldanlage Verluste bescheren wird. In jedem dritten(!) Fall der Untersuchung waren mögliche Schadensersatzansprüche bereits verjährt. Die Verjährungsfrist beträgt nämlich maximal zehn Jahre ab Vertragsschluss.

Häufig enge Beziehung zum Finanzvermittler

Ein weiteres Ergebnis: In 70 Prozent der Fälle standen die Anleger in einer engeren Beziehung zum Vermittler. Jede vierte Kapitalanlage wurde im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis vermittelt. Oft bestand eine mehrjährige Geschäftsbeziehung zum Vermittler. Offensichtlich nutzen einige Berater und Vermittler das ihnen entgegengebrachte Vertrauen aus.

Unser Fazit: Produkte des Grauen Kapitalmarktes werden in der Regel nicht nachgefragt, sondern Verbrauchern aktiv vermittelt. Der Gesetzgeber sollte daher Maßnahmen ergreifen, um den Vertrieb dieser riskanten Finanzprodukte einzuschränken. Es ist höchste Zeit, nicht nur Kreditinstitute und Finanzdienstleister, sondern auch Finanzvermittler durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungaufsicht (BaFin) kontrollieren zu lassen. Bislang überprüfen Gewerbeämter und Handelskammern die Vermittler. Doch diese Aufsicht scheint nicht ausreichend zu funktionieren.

Weitere Informationen über die Untersuchung und das Marktwächter-Projekt finden Sie auf der Marktwächter-Website und im Marktwächter-Twitter-Kanal.

Noch Fragen?

Am Grauen Kapitalmarkt gehen Verbraucher grundsätzlich ein großes Risiko ein – oft bis hin zum Totalverlust ihres Geldes. Lassen Sie Ihre Schadensersatzansprüche nicht verjähren, sondern legen Sie uns Ihre Verträge zur Prüfung vor. Sie sind auf der Suche nach einem passenden Anlageprodukt für Ihr Geld? Wir helfen Ihnen gerne weiter. Hier finden Sie eine Übersicht unserer Beratungsangebote und -zeiten.

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Stand vom Dienstag, 26. September 2017

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