Lehman, Immobilienfonds, Riester-Rente, Rürup-Rente, richtig sparen

Herbstes Erwachen

Ob Beteiligungen an Immobilien, an Containerschiffen, an Lebensversicherungen oder Unternehmen des sog. Private Equity – die Palette der Angebote für geschlossene Fonds ist enorm. Groß ist leider auch das Risiko, das die Anleger mit einer solchen Beteiligung eingehen. Vielen ist nicht klar, dass ein geschlossener Fonds eine unternehmerische Beteiligung mit allen damit verbundenen Risken ist. Dazu zählt:

  • eine lange Laufzeit von bis zu 20 Jahren,
  • keine vorzeitige Verfügbarkeit,
  • das Risiko von reduzierten bis hin zu gar keinen Ausschüttungen,
  • das Risiko eines Totalverlustes,
  • das Risiko, Nachzahlungen leisten zu müssen.

 

Fehlerhafte Beratung

In vielen Fällen kam die Anlage in den geschlossenen Fonds aufgrund einer unzureichenden Beratung und Aufklärung durch Bankberater oder freie Anlagevermittler zustande. Bei den „Beratungen“ standen regelmäßig die zu erwartenden Erträge und Steuerersparnisse im Vordergrund, auf Risiken wurde nicht oder nur unvollständig hingewiesen. Oft wurden die tatsächlich hoch spekulativen Fondsbeteiligungen als „sichere Anlage“ verkauft. Die unerfahrenen und gutgläubigen Kunden schlossen die Verträge in der Meinung, etwas für ihre Altersvorsorge zu tun, ohne zu ahnen, dass sie im schlimmsten Fall alles verlieren können.

Drohendes Scheitern

Zurzeit werden viele Anleger durch Anschreiben ihrer Fondsgesellschaften aufgeschreckt, dass der Fonds neuen Kapitalbedarf hat. Die Anleger werden unter Hinweis auf die drohenden Konsequenzen einer Liquiditätsklemme dazu aufgefordert, Gelder nachzuschießen, andernfalls könnte die Insolvenz drohen. Teilweise werden auch Forderungen auf „Rückzahlung“ von erhaltenen Ausschüttungen gestellt, dies oftmals unter Hinweis auf eine angebliche Verpflichtung aus dem Gesellschaftsvertrag.

Wenn die Anleger die Fondsbeteiligung aufkündigen möchten, etwa weil sie das Geld benötigen oder weil ihnen wegen der offensichtlichen Zahlungsschwierigkeiten der Gesellschaft die Anlage zu riskant wird, droht ein böses Erwachen. Denn vielen ist nicht klar, dass sie sich über viele Jahre gebunden haben und ein vorzeitiger Ausstieg aus der Beteiligung nicht möglich ist.

Viel Beratungsbedarf

In der Verbraucherzentrale Hamburg melden sich vermehrt besorgte Anleger, die sich fragen, ob sie tatsächlich Geld in ihre Beteiligung nachschießen sollen und/oder wie sie aus der Anlage wieder aussteigen können. Wir empfehlen den Anlegern, nicht ohne Prüfung der rechtlichen Grundlagen der Zahlungsforderung zu zahlen, oftmals gibt es nämlich keinen fundierten Anspruch der Fondsgesellschaft auf Nachzahlung. Außerdem finden sich regelmäßig Anhaltspunkte für Falschberatungen mit der Konsequenz von Schadensersatzforderungen gegenüber der Bank oder dem Anlagevermittler.

Unsere Experten für gescheiterte und fragwürdige Geldanlagen beraten Sie, Termine unter (040) 248 32-107. 

Stand vom Montag, 27. September 2010

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