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Gesundheitsgefahr bei uns?

Die katastrophale Lage in Japans Atomkraftwerk-Komplex Fukushima und die unklare Informationspolitik der Betreibergesellschaft wie auch der japanischen Regierung verunsichern die Menschen. Viele Bürger fragen sich, welchen Nachrichten sie eigentlich trauen sollen.

Wem glauben?

Auch wir wissen nicht hundertprozentig, wer in dieser Lage objektiv informiert und wer durch welche Interessen gesteuert wird. Wir können nur einige Quellen zusammenstellen, unsere eigenen Kriterien für Seriosität nennen – und Ihnen selbst die Auswahl überlassen.

Drei Dinge halten wir für besonders wichtig, wenn wir entscheiden sollen, welche Quellen von Informationen über die atomare Lage in Japan und Deutschland einigermaßen seriös sind. Die Quellen sollten mindestens folgende drei Themen erwähnen:

  • Plutonium ist eine ganz besonders gefährliche und langlebige Substanz. In Fukushima steckt dieser Stoff in den Brennelementen, vor allem im Reaktorblock 3. Schon geringste Mengen können Menschen töten, etwa wenn sie eingeatmet werden. Und durch seine Halbwertszeit von 24.000 Jahren wird die Gefahr für tausende von Generationen erhalten bleiben.
  • Viele deutsche Atomkraftwerke sind nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert. Mit diesem Argument hat sogar Umweltminister Röttgen im letzten Jahr gegen die Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke argumentiert. Flugzeugabstürze – egal ob zufällige oder terroristisch geplante – sind in Deutschland eine viel größere Gefahr als Erdbeben oder Monsterwellen.
  • Drittens muss erwähnt werden, dass die Endlagerung des strahlenden Atommülls noch völlig unklar ist.

Wo informieren?

Über Gefahren durch die Kontamination von Lebensmitteln informieren wir Sie umfassend hier.

Die gesundheitlichen Gefahren der radioaktiven Strahlung aus anderen Quellen – zum Beispiel aus der Luft, dem Meerwasser oder dem Grundwasser – werden von vielen Institutionen mehr oder weniger umfassend erklärt und bewertet:

  • Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) informiert nicht selbst, sondern verweist auf das für Strahlenschäden zuständige
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Dort findet sich eine ausführliche Sammlung von Antworten auf viele Fragen. Allerdings wirken sie teils verharmlosend, zum Beispiel wenn behauptet wird, durch den Unfall in Japan sei nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die deutsche Bevölkerung zu rechnen – wir glauben nicht, dass man das schon so genau wissen kann. Und die wichtigen Fragen nach Plutonium wie auch terroristischen Anschlägen werden weder gestellt noch beantwortet.
  • Auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), eine selbstständige Behörde im Geschäftsbereich des BMU, argumentiert mit der Verdünnung und Auswaschung der radioaktiven Partikel auf ihrer Reise um die Welt und meint, dies führe „nach derzeitiger Einschätzung dazu, dass in Europa allenfalls geringfügige Auswirkungen erwartet werden”. Es erwähnt zwar Gefahren durch Plutonium, relativiert sie jedoch mit dem Argument, sie entstünden erst bei Temperaturen oberhalb von 2.000 Grad, und die seien beispielsweise beim Tschernobyl-Unfall nicht erreicht worden. Unerwähnt bleibt, dass momentan niemand weiß, wie heiß der Atomschrott in Fukushima wirklich ist und was in den kaputten Reaktoren überhaupt genau passiert.
  • Eine andere Seite des BfS informiert zwar auch über Plutonium und betont dessen Gefährlichkeit, zieht allerdings keine Verbindung zu Atomkraftwerken, sondern behauptet: „Eine wesentliche gesundheitliche Bedeutung kommt nur den Radionukliden aus dem Fall-out der Atombombenversuche zu. Es handelt sich dabei um die Nuklide Pu-239 und Pu-240.” Dass Pu-239 in Kernkraftwerken erzeugt wird, verschweigen die Autoren.
  • Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg informiert ausführlich über die Grundlagen radioaktiver Strahlung und ihre Wirkungen auf den menschlichen Körper. Allerdings werden dort die aktuellen Vorgänge in Japan (bisher) noch nicht berücksichtigt.
  • Plastische Schilderungen der Folgen radioaktiver Strahlung, die auch ein Laie verstehen kann, finden sich eher in der Presse als bei Behörden. Zum Beispiel haben Stern und Spiegel online die Wirkungen der Radioaktivität gut zusammengefasst.

 

Aktuelle und vor allem kritische Informationen finden sich außerdem bei folgenden bekannten Organisationen:

Stand vom Freitag, 25. März 2011

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