Bündnis beklagt Pflegenotstand

In Berlin haben die Beschäftigten der Charité zusammen mit der Gewerkschaft ver.di und einem bereiten Bündnis aus der Bevölkerung einen Tarifvertrag erkämpft, der Untergrenzen für Pflegepersonal im gesamten Krankenhaus vorschreibt. Das Berliner Universitätsklinikum ist eines der größten Krankenhäuser Deutschlands.

Auch im Saarland streiken die Beschäftigten, und sogar die CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich mit ihnen und ver.di solidarisch erklärt und namens der saarländischen Landesregierung die Bundesratsinitiative „Verbesserung der Situation der Pflege in den Krankenhäusern” eingebracht.

Aktionsbündnis für Hamburg

Die Gewerkschaft ver.di hat den „Hamburger Appell für mehr Krankenhauspersonal” gestartet und sammelt schon seit Monaten Unterschriften für eine Petition an die Bundesregierung, die jetzt bis in den Juni hinein verlängert wurde.

Zusätzlich hat sich im März ein „Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus” gegründet, das die Forderungen unterstützt. Ihm gehören viele Bürger- und Patienteninitiativen und -organisationen an − darunter auch die Verbraucherzentrale und das Forum Patientenvertretung in Hamburg − sowie viele Pflegekräfte.

Den 12. Mai, den „Internationalen Tag der Pflege”, hat das Bündnis angesichts der aktuellen Situation in Krankenhäusern in Tag des Pflegenotstands umbenannt und vor dem Bahnhof Altona lautstark gegen die Zustände protestiert.

Pflegenotstand in Deutschland

Patienten und Pflegende leiden gleichermaßen unter der desolaten Personalsituation: In Deutschland fehlen laut ver.di gut 160.000 Mitarbeiter in den Krankenhäusern, überwiegend in der Pflege. Das wären 80 Menschen mehr für ein durchschnittliches Krankenhaus.

Wie sich das konkret auswirkt, hat das Bündnis mit Erlebnissen von Patienten und Pflegenden deutlich gemacht. Zwei Geschichten können Sie auf der Internetseite des Hamburger Bündnisses für mehr Personal im Krankenhaus nachlesen: „Das müssen Sie schon uns überlassen“ und „Als Privatpatient auf der Normalstation“.

Haben Sie Ähnliches erlebt? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte: Das Bündnis will weitere Erfahrungen und Erlebnisse von Patienten sammeln – schriftlich oder mündlich. Sagen Sie uns, was Ihnen im Krankenhaus widerfahren ist. Alle sind aufgefordert, Erlebnisse an die Adresse des Bündnisses zu schicken oder im Gästebuch zu veröffentlichen. Oder an die Patientenberatung der Verbraucherzentrale zu senden.

Stand vom Montag, 15. Mai 2017

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