Schönheitsoperationen, Behandlung beim Arzt, Rechnungen, Krankenversicherungen, Tarifwechsel

Im Dienste der Pharmaindustrie?

Das unabhängige Netzwerk Health Action International (HAI) hat die Interessenkonflikte der Patientenorganisationen untersucht, die bei der europäischen Arzneimittelbehörde European Medicines Agency (EMA) die Interessen von Patienten vertreten sollen, und dabei herausgefunden, dass zwei Drittel dieser Patientenorganisationen von der Pharmaindustrie mitfinanziert werden. Einige nur zu einem sehr geringen Anteil, andere bis zu 99 %. Im Durchschnitt erhielten die Organisationen 57 % ihrer gesamten Einnahmen von der Industrie! Und es stellte sich heraus, dass nicht einmal die Hälfte der Gruppen ihre Finanzierung der EMA korrekt gemeldet hatte.

Bei manchen Gruppen musste die Unterstützung durch die pharmazeutische Industrie aufgrund unvollständiger Angaben geschätzt werden. So wird zum Beispiel von der International Alliance of Patients' Organisations (IAPO) angenommen, dass sie im Jahr 2008 mehr als 550.000 Euro von der Industrie erhalten hat, was fast 90 % ihres Jahresbudgets entspricht.

HAI fordert von der europäischen Arzneimittelbehörde klarere Anforderungen zur Transparenz der Patientenorganisationen. Und diese werden aufgefordert, die Angaben über ihre Finanzierung noch leichter sowie vollständig zugänglich zu machen.

Die Studie mit dem Titel »Patient & Consumer Organisations at the European Medicines Agency: Financial disclosure & transparency« sowie eine Kurzfassung können – leider nur in englischer Sprache – von der Website http://www.haieurope.org/ heruntergeladen werden.

Stand vom Dienstag, 12. Oktober 2010

zurück