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Amazon abgemahnt

Pressemitteilung vom Mittwoch, 8. September 2010

Fehlerhafte  Kennzeichnung von Lebensmitteln

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Amazon wegen fehlender Angabe der Zusatzstoffe im Onlineangebot von Lebensmitteln abgemahnt. Lebensmittel mit Konservierungsstoffen, Farbstoffen oder Geschmacksverstärkern müssen im Versandhandel besonders gekennzeichnet werden. Nach der Zusatzstoffzulassungsverordnung sind die Käufer vor Abschluss des Vertrages in den Angebotslisten auf die Verwendung der Zusatzstoffe mit einer Formulierung wie „mit Konservierungsstoff“ oder „mit Farbstoff“ hinzuweisen.

Im Juli 2010 hatte die Verbraucherzentrale das Lebensmittelangebot des Versandhändlers unter die Lupe genommen und dabei das Fehlen von Kennzeichnungen festgestellt.

Amazon hatte kürzlich erstmals Lebensmittel ins Angebot genommen und ist nach eigenen Angaben der größte Onlinehändler von Lebensmitteln mit 35.000 Produkten im Sortiment. „Wer mit viel Tamtam den Onlinehandel von Lebensmitteln startet, sollte zumindest das Einmaleins der Kennzeichnung beherrschen“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Die Abmahnung der Verbraucherzentrale bezieht sich auf 12 exemplarisch aus dem Sortiment ausgewählte Produkte. Bis zum 21. September 2010 hat Amazon Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die Kennzeichnung nachzubessern. Sonst droht eine Klage der Verbraucherzentrale.

Inzwischen gehen bei der Verbraucherzentrale Hamburg auch Beschwerden von Kunden über Amazon ein. Glutenhaltige Lebensmittel wie die Weizenart Kamut werden fälschlich als glutenfrei beworben. Ein Kennzeichnungsfehler, der für an Zöliakie erkrankte Menschen schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben kann. Auch über die mangelhafte Kühlung von Frischeprodukten liegen Beschwerden vor.

„Wir fordern Amazon auf, die Schwachstellen unverzüglich zu beseitigen“, fordert Valet.

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