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Quengelzone: Süßigkeiten, Alkohol und Tabak dominieren an Supermarktkassen

Unser aktueller Marktcheck zeigt: Wer an der Supermarktkasse steht, wird gezielt mit ungesunden und suchtfördernden Produkten konfrontiert. Gesunde Alternativen sind dagegen selten zu finden. Hier erfahren Sie, welche Supermärkte und Discounter wie abschneiden.

Bezahlen an der Kasse

Das Wichtigste in Kürze

  1. Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt: An über 80 Prozent der Kassen liegen Süßigkeiten bereit, häufig ergänzt durch Tabak und Alkohol.
  2. Nur wenige Händler bieten gesündere Alternativen wie Nüsse oder Nuss-Frucht-Mischungen in der sogenannten Quengelzone an.
  3. Die Verbraucherzentrale Hamburg sieht den Handel in der Pflicht. Supermärkte und Discounter sollten Verbraucherinnen und Verbraucher dabei unterstützen, gesündere Kaufentscheidungen zu treffen.
Stand: 28.04.2026

Wir haben 82 Kassenbereiche in 22 Geschäften untersucht – darunter Supermärkte, Discounter, Biomärkte und Drogerien. Das Ergebnis ist eindeutig: Ungesunde Produkte prägen das Bild an den Kassen.

Besonders auffällig ist die gezielte Platzierung. Während Kundinnen und Kunden an Regalen im Laden vorbeigehen können, ist das an der Kasse nicht möglich. Genau dort stehen sie oft mehrere Minuten – und werden in dieser Zeit gezielt zum Kauf verleitet. Besonders für Eltern mit Kindern oder Menschen mit Suchterkrankungen ist dies unseres Erachtens eine Herausforderung.

Süßigkeiten fast flächendeckend

Süßwaren gehören praktisch zum Standard: In mehr als 80 Prozent der untersuchten Kassenbereiche waren sie präsent. Bei über der Hälfte der Handelsketten (6 von 11) sogar an jeder einzelnen Kasse. Eine Ausnahme bildet lediglich die Drogeriekette dm, die laut Stichprobe auf Süßigkeiten und sonstige Lebensmittel im Kassenbereich komplett verzichtet.

Tabak und Alkohol weit verbreitet

Während die Biomärkte Denn’s und Alnatura sowie der Drogeriemarkt dm keine Tabakwaren anbieten, gehören Zigaretten, Zubehör und Vapes in vielen anderen Geschäften zum festen Sortiment im Kassenbereich. Durchschnittlich an mehr als der Hälfte aller untersuchten Kassen haben wir entsprechende Produkte gefunden. In den Märkten von Penny und Aldi lag der Anteil sogar bei 100 Prozent.

Ähnlich sieht es bei alkoholischen Getränken aus. Diese standen in den meisten untersuchten Märkten direkt griffbereit an der Kasse. Besonders auffällig: Beim Discounter Penny wurde Alkohol an sämtlichen überprüften Kassen angeboten. Nur die Drogerien Budni, dm und Rossmann sowie der Biomarkt Alnatura verzichten vollständig auf alkoholhaltige Getränke.

Gesunde Alternativen sind die Ausnahme

Produkte für einen ausgewogenen Snack sucht man meist vergeblich. Nur 4 von 11 untersuchten Händlern boten überhaupt Alternativen wie Nüsse oder Nuss-Fruchtmischungen an. 

Studien zeigen, dass Produkte häufiger gekauft werden, wenn sie gut sichtbar platziert sind – wie im Kassenbereich. Wir sehen den Handel hier klar in der Verantwortung. Statt Kaufanreize für Süßigkeiten, Alkohol und Tabak zu setzen, sollten Supermärkte und Discounter dazu beitragen, gesündere Kaufentscheidungen zu treffen.

Unsere Tipps

Ganz vermeiden lässt sich die Versuchung im Kassenbereich zwar nicht – aber Sie können bewusst gegensteuern.

  • Planen Sie Ihren Einkauf im Voraus und orientieren Sie sich möglichst an einer Einkaufsliste.
  • Beziehen Sie Kinder frühzeitig ein und treffen Sie klare Absprachen vor dem Einkauf.
  • Hinterfragen Sie Impulskäufe bewusst – oft hilft ein kurzer Moment des Überlegens.

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