Wenn der Notar zweimal klingelt

Zurzeit erkundigen sich vermehrt Verbraucher nach der Seriosität eines angeblichen Geldgewinns. Dieser wurde ihnen von einem vermeintlichen Notariat am Telefon in Aussicht gestellt. Einziger Haken: Die Angerufenen sollen vorab eine sogenannte Kontoaktivierungsgebühr auf ein Konto einzahlen. Achtung, wer das Geld überweist, sieht es nie wieder!

Frau S. erhielt auf ihrem Anrufbeantworter eine Nachricht vom selbsternannten Notariat Siegel & Partner. Sie rief unter der angegebenen Hamburger Telefonnummer zurück und man verkündete ihr einen Gewinn in Höhe von 128.000 Euro, den die Unternehmen Bertelsmann, Axel Springer und Amazon zu vergeben hätten. Zur Übermittlung des Geldes müsse lediglich eine Kontoaktivierung durchgeführt werden, für die vorab eine „Kontoaktivierungsgebühr“ in Höhe von 183,40 Euro auf ein Konto der Hamburger Sparkasse zu überweisen sei. Mit der Aktivierung würde der Gewinn von der Berliner Sparkasse ausgezahlt.

Sicher an diesem Angebot ist nur, dass Sie nach der Überweisung des Geldes nichts mehr von Ihrem „Gewinn“ hören werden und das als „Kontoaktivierungsgebühr“ gezahlte Geld verloren ist.

Ob Tausende Euro, ein neuer Sportwagen oder ein spanischer Lotteriegewinn –  schon in den vergangenen Jahren lockten Kriminelle Verbraucher mit unterschiedlichen Gewinnversprechen, die an Vorabzahlungen gekoppelt waren. Doch das Geschäft scheint noch immer lukrativ zu sein. Schon wenn wenige in die Fall tappen, hat es sich für die Anrufer gelohnt. Besonders perfide an derartigen Aktivitäten ist, dass die Abzocker auf den ersten Blick oft täuschend echt aussehende Internetseiten angeblicher Notariate erstellen, auf die sie zweifelnde Verbraucher verweisen.

Unser Rat

  • Gehen Sie auf keinen Fall auf solche Gewinnbenachrichtigungen ein. Rufen Sie keine 0900-Nummer für weitere Informationen zurück und überweisen Sie auf keinen Fall Geld.

  • Sollten Sie noch Zweifel haben, wenden Sie sich an uns oder an die örtliche Notarkammer.

  • Informieren Sie die Polizei.

  • Melden Sie den Fall an die Bundesnetzagentur (www.bundesnetzagentur.de). Diese kann die verwendeten Telefonanschlüsse abschalten.

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Stand vom Mittwoch, 26. Juli 2017

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