Gewerbeauskunft-Zentrale will Kasse machen

Regelmäßig wenden sich Betroffene an uns, die ursprünglich glaubten für einen kostenlosen Brancheneintrag unterschrieben zu haben, und am Ende reichlich Geld los wurden. Die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH aus Düsseldorf schreibt in amtlicher Aufmachung vor allem kleine Unternehmen, Institutionen und Gewerbetreibende an. Das Angebot: ein Gewerbeeintrag auf der unbekannten Domain Gewerbeauskunft-Zentrale.de. Wir warnen ausdrücklich davor, den Vertrag vorschnell zu unterschreiben, denn das kann richtig teuer werden. 

Die Abomasche mit dem Gewerbeeintrag

Die Adressaten hatten ein Schreiben mit dem amtlich scheinenden Titel „Gewerbeauskunft-Zentrale.de – Erfassung gewerblicher Einträge“ erhalten. Darin wurden sie aufgefordert, in einem bereits vorausgefüllten Formular noch fehlende Informationen zu ergänzen oder falsche Daten zu korrigieren und alles unterschrieben zurückzusenden. Hierfür bot die GWE GmbH unter Angabe einer 0800er-Nummer den Angeschriebenen sogar eine gebührenfreie Fax-Antwort an.

Doch der eigentliche Eintrag entpuppte sich in allen Fällen, die uns vorliegen, als ganz und gar nicht kostenlos. Pro Monat sollen die Unternehmer 39,85 Euro netto an die GWE GmbH bezahlen. Bei einer vorgesehenen Vertragslaufzeit von zwei Jahren macht das insgesamt eine stolze Summe von 956,40 Euro, zuzüglich Umsatzsteuer – für einen überflüssigen Eintrag in einem kaum bekannten Online-Firmenregister.

Sorgfalt walten lassen

Wir raten Selbstständigen dringend, sämtliche Anfragen für Gewerbeeinträge, auch wenn sie auf den ersten Blick offiziell scheinen, sorgfältig zu lesen und keinesfalls vorschnell zu unterschreiben. Es gibt zahlreiche schwarze Schafe, die mit dieser Art von angeblicher Dienstleistung versuchen, Kasse zu machen. Die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH mit ihrer Domain Gewerbeauskunft-Zentrale.de ist leider nur ein Übeltäter unter vielen.

Ist das Formular einmal unterschrieben, sollten sich die Betroffenen darauf berufen, dass kein Vertrag zustande gekommen ist, weil die Kostenpflicht der Leistung nicht eindeutig ersichtlich war, und sich rechtlich beraten lassen.

Verfahren gegen GWE

Der Gewerbeauskunft-Zentrale (GWE GmbH) wurde durch Urteil des OLG Düsseldorf v. 14.02.2012 (I-20 U 100/11) untersagt, die von ihr bis dahin genutzten Formulare weiter zu verwenden, welche nach Auffassung des OLG die Irreführung der Angesprochenen bezwecken. Es geht um die genannten Werbeschreiben der GWE an Unternehmer, die für einen flüchtigen Betrachter nicht erkennen lassen, dass es sich um Angebote auf Abschluss kostenpflichtiger Einträge in ein von der GWE geführten Branchenverzeichnis handelt. Der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e. V. (DSW), Landgrafenstr. 24 B, 61348 Bad Homburg, hat das Verfahren geführt (www.dsw-schutzverband.de).

Haben Sie noch Fragen?

Sie sind ebenfalls von der Gewerbeauskunft-Zentrale getäuscht worden? Kommen Sie in unsere Rechtsberatung. Hier finden Sie eine Übersicht unserer Beratungsangebote und -zeiten.

Stand vom Dienstag, 28. August 2012

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