Umtausch – welche Rechte habe ich?

Immer wieder fragen Verbraucher, ob ein Händler einen gekauften Artikel zurücknehmen und das Geld erstatten muss, wenn man ihn kurz nach dem Erwerb wieder zurückbringt. Die Antwort lautet: Nein!

Wie ist die Rechtslage?

Grundsätzlich gilt die Regel „Vertrag ist Vertrag” und „gekauft ist gekauft”. In dem Augenblick des Vertragsschlusses (Bezahlung an der Kasse und Aushändigung der Ware) ist ein für beide Seiten bindender Vertrag zustande gekommen. Der Händler muss die Ware liefern, der Kunde muss den Kaufpreis bezahlen.

Ein Rücktritts- oder Widerrufsrecht gibt es für den Kunden beim Kauf im Ladengeschäft grundsätzlich nicht. Das Gesetz geht davon aus, dass man sich eben vor dem Vertragsschluss überlegen soll, was man will. Alle seien ja schließlich „mündige Bürger”.

Viele Verbraucher haben eine andere Vorstellung. Sie glauben, dass man Verträge grundsätzlich rückgängig machen kann. Dieser Irrtum ist verständlich, denn in der Tat gibt es inzwischen viele Ausnahmen von der Grundregel „Vertrag ist Vertrag”. Zum Beispiel bei Haustürgeschäften, bei Kredit- und Versicherungsverträgen, bei Fernabsatzverträgen und beim Time Sharing. Dennoch: Das sind Ausnahmen, die ausdrücklich gesetzlich geregelt sind. Sie ändern an der Grundregel nichts.

Der Irrtum wird auch dadurch aufrecht erhalten, dass manche Händler einer Rücknahme ohne Wenn und Aber zustimmen und Geld zurückerstatten. Das ist aber Kulanz und mehr als das, wozu sie nach dem Gesetz verpflichtet wären.

Manche Händler wollen den Artikel nur gegen einen Gutschein zurücknehmen. Das ist wegen der strengeren Rechtslage ebenfalls Kulanz und sogar noch ein Entgegenkommen und somit eigentlich kein Grund, sich über den Händler zu beschweren.

Doch als Kunde können Sie – vor Vertragsschluss! – durchaus ein Rückgaberecht ausdrücklich vereinbaren und damit von der gesetzlichen Grundregel abweichen. Das ist erlaubt! Es sollte aus Beweisgründen schriftlich geschehen. Lassen Sie auf dem Kassenbon notieren: „Rückgabe gegen Geld binnen 14 Tagen möglich.“ Dann ist der Händler auch an diese Zusage gebunden. Vermeiden Sie bei solchen Vereinbarungen Wörter wie „Umtausch“. Denn dann könnte es später heißen, es sei nur Umtausch gegen einen anderen Artikel oder gegen einen Gutschein gemeint.

Übrigens: Ist die Ware mangelhaft, haben Sie sehr weitgehende Rechte nach dem Gesetz – auch ohne Extra-Vereinbarung. Mehr darüber lesen Sie in unserem Artikel „Ware kaputt – was tun?“.

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Stand vom Dienstag, 3. Januar 2017

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