100 Euro für nix

Mieterdateien sind mit Vorsicht zu genießen

Wer eine Wohnung sucht und die Mietanzeigen in den Tageszeitungen durchsieht, trifft immer wieder auf Inserate von "Mieterdateien". Attraktiver und preiswerter Wohnraum wird in Aussicht gestellt, oder jedenfalls soll es Listen geben, in denen die tollen Wohnungen aufgeführt sind. Doch vor der "Vermittlung" ist erst einmal eine Dienstleistungsgebühr fällig. Die liegt zwar regelmäßig unter der üblichen Maklercourtage. Doch ob die Listen wirklich nützen, steht in den Sternen.

Der "Verein zur Förderung preiswerten Mietraums" schreibt sogar in den Vertrag hinein: "Zwischen den Vertragschließenden wird ausdrücklich vereinbart, dass der Betrag... zur freien Verwendung nach Ermessen des Empfängers diesem zustehen soll, ohne dass mit diesem Beitrag eine Gegenleistung irgendwelcher Art ... verbunden ist."

Da heißt es dann für die Wohnungssuchenden: Außer Spesen nix gewesen.

Unser Rat: Prüfen Sie vor Abschluss, ob Sie wirklich Anspruch auf eine werthaltige Gegenleistung haben. Lassen Sie sich Listen zeigen. Mit den Wohnungsanzeigen in Ihrer örtlichen Tageszeitung sind Sie meistens besser bedient.

In Hamburg sind vor allem die folgenden Firmen aktiv:

  • Pro Wohnen
  • Mieter-Datenbank
  • Wohnungskartei Hamburg
  • Mieterdatei 24
  • Verein zur Förderung preiswerten Mietraumes
  • Vermietzentrale
  • via Internet: www.mietforum.com
    (Hier liegen uns Beschwerden vor, dass bereits vergebene Wohnungen nicht aus dem Angebot heraus genommen werden. Verbraucher nehmen in solchen Fällen vergeblich über eine teure 0900-Nummer Kontakt auf.)

 

Der Mieterverein zu Hamburg (Beim Strohhause 20, 20097 Hamburg) hat ein Gerichtsverfahren für 9 Betroffene gegen die Firma Wimmo GmbH (Bugenhagenstraße 5, 20095 Hamburg) unterstützt. Hier ging es um die Rückforderung von bereits bezahlten Entgelten für die „Nutzung von Mietobjektlisten“. Das Verfahren ging zugunsten der Kläger aus, die im Wesentlichen ihr Geld zurück bekommen! (LG Hamburg, 309 S 107/08 v. 12. Mai 2009, nicht rechtskr.). „Die zwischen den Klägern und der Beklagten geschlossenen Vereinbarungen sind aufgrund Verstoßes gegen das Wohnungsvermittlungsgesetzes unwirksam.“

Für eine Fortsetzung des Rechtsstreites freut sich der Mieterverein über Ihre Spenden!

Konto: Hamburger Sparkasse, BLZ 200 505 50, Kto. 1235 128 921

oder Postbank Hamburg, BLZ 200 100 20, Kto. 2288 20-207

Stichwort „Klage Wimmo“

 

Stand vom Montag, 3. September 2007

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