Wenn der Gut-Schein trügt!

Sachgeschenk oder Geldgeschenk? Das 'Sich-gegenseitig-eine-Freude-machen-wollen' ist zu einer ganz eigenen Herausforderung geworden, und viele greifen dann zum bewährten Gutschein. Denn Geschenke selbst auszuwählen, kann auch recht praktisch sein. Doch selbst ein Gutscheinkauf birgt seine Tücken.

Gültigkeit prüfen

Ob im Möbelgeschäft, Baumarkt oder Discounter: Gutscheinkarten mit Barcode oder Magnetstreifen gibt es nahezu überall und das weihnachtliche Schenken erscheint mit ihnen besonders süß und leicht. Allerdings sollten Sie sich vor dem Kauf erkundigen, wie lange der Gutschein gültig ist. Alle Gutscheine mit einem Geldbetrag dürfen jeweils ab Ende des Kaufjahres drei Jahre lang eingelöst werden. Kaufen Sie also einen Gutschein im Dezember 2015 muss er bis Ende 2018 gültig sein.

Kassenbon mitschenken

Sie mögen es vielleicht unfestlich finden, doch der Kassenbon gehört mit in den Gutschein-Umschlag. Möchten Sie das auf keinen Fall, sollten Sie zumindest als Schenkender den Bon aufbewahren. Denn ist beim Einlösen kein Guthaben auf der Plastikkarte oder wird der Gutschein gestohlen, kann nur der Kaufbeleg Enttäuschungen und Diebstahlsvorwürfen entgegenhelfen. Ohne Beleg ist das Geld leider weg. Nachträglich aktivieren lässt sich ein Gutschein meist nur mit Beleg und auch oft nur dort, wo er gekauft wurde.

Gutscheinkarte genau kontrollieren

Mit einfachen Betrügereien wird auch im Gutscheingeschäft geschummelt. Bei Barcode-Gutscheinkarten ist Vertrauen nicht gut und Kontrolle besser. Vergleichen Sie den Barcode auf dem Plastikkärtchen mit dem auf dem Pappaufhänger. Kommt Ihnen an der Aufmachung etwas komisch vor oder sind gar unterschiedliche Barcodes aufgedruckt – Finger weg! Denn hin und wieder werden Verbraucher mit tückischen Aufklebern oder Vertauschungen um ihr Geld gebracht.

Gutscheinkarten, die am Aufsteller hängen, werden erst beim Bezahlen aufgeladen. Der Barcode ist an dieser Stelle das einzige Identifikations- und Sicherheitsmerkmal und steht für ein Guthabenkonto, das durch das Aktivieren an der Kasse mit dem entsprechenden Betrag ausgestattet wird. Das Guthaben gehört dann theoretisch demjenigen, der den korrekten Barcode besitzt. Diesen Code sollte es theoretisch auch nur ein einziges Mal geben – praktisch sieht das leider manchmal anders aus. Barcode-Gutscheinkarten mit zusätzlichem, freirubbelbarem PIN-Code sind sicherer als solche ohne, aber selbst hier ist der Barcode das Identifikationsmerkmal. Ist der trotz eines PINs falsch, ist das Geld weg. Auch Gutscheinkarten mit Magnetstreifen sind leicht zu manipulieren, denn die Daten des Streifens können einfach auf einen zweiten kopiert werden. 

Je nach Gutscheinvariante haben Verbraucher kaum eine Chance, Manipulationen zu erkennen und das Betrugsrisiko ist dadurch leider unkalkulierbar.

Vorsicht bei Gutscheinen im Internet

Vermeiden Sie möglichst Online-Auktionsseiten, auf denen Gutscheinkarten verkauft werden: Denn die Karten könnten gefälscht oder gestohlen worden sein. Sollten Sie eine Gutscheinkarte im Internet weiterverkaufen wollen, dürfen Sie keinesfalls ein Bild des Strichcodes, der Kartennummer oder des PIN-Codes online stellen. Betrüger können mit diesen Informationen das Guthabenkonto ausräumen, ohne dafür zu bezahlen.

Aktivierung checken, Firma prüfen

Auch andere ärgerliche Umstände können eine Gutscheinkarte zu einem schlechten Geschenk machen. Wurde die Gutscheinkarte beim Kauf nicht richtig aktiviert, hilft nur der Kassenbeleg als Beweismittel. Geht ein Unternehmen pleite, ist zwar der Gutschein noch gültig, aber wertlos. Kaufen Sie also besser keine Gutscheinkarten von Unternehmen, die Negativschlagzeilen machen.

Der beste Gutschein ist immer noch der Geldschein!

Wenn auch etwas aus der Mode gekommen, ist selbstgemacht bei Geldgeschenken ebenfalls eine gute Lösung: Geldscheine mögen profan wirken, doch im Netz finden Sie viele dekorative Gestaltungsideen, sodass es an Ästhetik nicht mangeln wird. Und auf diese Weise gibt es nach Weihnachten keine böse Überraschung an der Kasse.

Sie haben noch Fragen?

Mehr zum Thema Gutscheine lesen Sie in unserem Internetbeitrag „Gutscheine – unbegrenzt gültig?“ oder Sie fragen unsere Experten. Eine Übersicht unserer Beratungsangebote und -zeiten finden Sie hier.

Stand vom Montag, 4. Januar 2016

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