Ratenkredite: Mit Widerruf viel Geld sparen

Ratenkredite sind oft viel zu teuer, weil sie zusammen mit Restschuldversicherungen verkauft werden, die die Rückzahlung des Kredits absichern sollen.

Was tun mit den teuren Krediten? Anders als viele Immobilienkredite können Ratenkredite mit falschen Widerrufsbelehrungen heute noch widerrufen und dadurch rückabgewickelt werden – sogar Jahre nach Vertragsschluss und selbst nach Vertragsende noch. Eine Verjährung gibt es nicht.

Den Widerruf Ihres Kreditvertrags können Sie bei einer fehlerhaften Belehrung jederzeit erklären, weil die Widerrufsfrist mit einer falschen Widerrufsbelehrung gar nicht startet. Die Prämien für Ihren Versicherungsschutz müssen Ihnen nach dem Widerruf zum großen Teil erstattet werden und für Ihr Darlehen zahlen Sie nur marktübliche Zinsen, was oft erheblich Geld spart – vor allem dann, wenn Sie einen hohen Zinssatz vereinbart haben. Einige Beispiele:

  • Herr B. aus H. machte 6.465 Euro gegenüber der Teambank geltend.

  • Herr D. aus H. konnte 7.679 Euro und Herr G. aus M. sogar 19.878 Euro von der Targobank fordern.

  • Herrn F. aus B. standen 8.252 Euro von der Targobank zu.

  • Herr M. aus H. hat zwischen 2009 und 2012 jedes Jahr seinen Kredit bei der Targobank aufgestockt. Kann er zwei seiner Verträge wegen fehlerhafter Belehrungen widerrufen, spart ihn das 35.000 Euro. Damit kann er seine Zahlungen an die Bank einstellen. Die Geschichte von Herrn M.

Kreditvertrag prüfen lassen

Bei uns können Sie Ihren Ratenkreditvertrag gegen ein Entgelt von 100 Euro prüfen lassen. Unsere Experten checken die Widerrufsbelehrungen, gleichen die vereinbarten Zinssätze mit der Zinsempfehlung der Deutschen Bundesbank ab und berechnen überschlägig mögliche Rückforderungen. Sie erhalten von uns eine schriftlich zusammengefasste Einschätzung und weitere Handlungsempfehlungen.

Sie haben Interesse an einer Prüfung Ihres Vertrags? Dann laden Sie unseren

herunter und schicken Sie ihn ausgefüllt zusammen mit Kopien Ihrer Vertrags­unter­lagen und vom „Kleingedruckten“ an uns.

  • Per Post: Verbraucher­zentrale Hamburg, Kirchenallee 22 in 20099 Hamburg

  • Per E-Mail: ratenkredit@vzhh.de

Viele Kreditverträge betroffen

Die überwiegende Mehrheit der Kreditverträge, die zur Prüfung auf unseren Tischen landet, enthält fehlerhafte Widerrufsbelehrungen und kann dann noch widerrufen werden.

Vor allem Verträge – aber nicht nur – mit Restschuldversicherungen sind betroffen. Warum? Die Rechtsprechung sieht in der Kombination von Kredit und Versicherung ein verbundenes Geschäft. Die Widerrufsbelehrung muss darauf hinweisen, dass bei einem Widerruf auch der verbundene Vertrag entfällt. Viele Belehrungen tun dies jedoch nicht. Auch in Kreditverträgen ohne Versicherung finden sich oft falsche Belehrungen. Die Chancen stehen also gut für Sie!

Aber: Voreilig und ohne Beratung sollten Sie Ihren Widerruf nicht erklären. Denn bei laufenden Verträgen müssen Sie Ihre Restschuld innerhalb von 30 Tagen zurückzahlen. Sie sollten sich daher zunächst die Kreditzusage einer anderen Bank zu besorgen und einen Anwalt einschalten.

Hartnäckig bleiben und Anwalt nehmen

Nur weil die Widerrufsbelehrung Ihres Kredits rechtlich angreifbar ist, sind Ihre Ansprüche allerdings keineswegs schon durchgesetzt. Fakt ist: Freiwillig zahlen die Kreditinstitute nicht. Sie wenden zum Beispiel ein, dass die Widerrufsbelehrung nicht zu beanstanden sei und dass sich aus einem bereits beendeten und vollständig abgewickelten Vertrag keine Ansprüche und Rechte mehr herleiten lassen. Oft müssen die betroffenen Kreditnehmer vor Gericht ziehen.

Doch der steinige Weg kann sich lohnen. Ein Verbraucher ging beispielsweise erfolgreich gegen die Teambank vor. Das Landgericht Berlin sprach am 23. September 2014 ein rechtskräftiges Urteil zu seinen Gunsten. Ein anderer Verbraucher durfte sich am 23. November 2015 vor dem Oberlandesgericht Hamm freuen, weil er ebenfalls Recht bekam.

Sollte sich Ihr Kreditinstitut querstellen – was es wahrscheinlich tun wird – empfehlen wir Ihnen auf jeden Fall, einen Rechtsanwalt einzuschalten, um Ihre Ansprüche durchzusetzen. Angesichts der oft hohen Summen lohnt sich dieser Schritt.

Darum keine Restschuldversicherung

Die Kosten für Restschuldversicherungen stehen in keinem Verhältnis zu deren Leistungen. Die Versicherungspolicen sind oft nutzlos, weil typische Risiken wie Arbeitslosigkeit nicht ausreichend abgesichert werden und ihre Eintrittspflicht durch Klauseln im Kleingedruckten weitestgehend ausgeschlossen wird. Außerdem verteuert die Versicherung unnötig den Kredit, denn Versicherungsprämie und Vermittlungsprovision werden zur Kreditsumme addiert und Kreditnehmer zahlen auch für die Versicherung Zinsen.

Probleme mit Schulden?

Sie wissen nicht, wie Sie Ihre Miete zahlen sollen? Ihr Mobilfunkanbieter schickt Mahnungen? Ihre Hausbank hat den Dispo gekündigt? Die Verbraucherzentrale hilft Ihnen weiter, wenn Ihnen Ihre Schulden über den Kopf wachsen. Kommen Sie in unsere Notfallsprechstunden oder vereinbaren Sie einen Beratungstermin.

Stand vom Montag, 20. Februar 2017

zurück