SEPA: Bargeldloses Zahlen sicherer

Zahlendreher bei Kontonummer oder Bankleitzahl können zukünftig nicht mehr so leicht durchrutschen. Denn die internationale Kontonummer IBAN (International Bank Account Number) enthält zwei Prüfziffern. Sie berechnen sich aus den bisherigen Kontodaten – also der bis zu zehnstelligen Kontonummer und der achtstelligen Bankleitzahl. Zusammen mit der Länderkennung aus zwei Buchstaben, wie DE für Deutschland, entsteht ein 22-stelliger Konto-Code.

Die IBAN ist damit eigentlich eine Alleskönnerin, die sowohl die bisherige Kontonummer als auch die Bankleitzahl ersetzt, das Herkunftsland des Kreditinstituts anzeigt und eine Plausibilitätskontrolle der Ziffernfolge durchführt. Seit 1. Februar 2014 reicht sie alleine aus, um innerhalb Deutschlands Überweisungen auszuführen. Während einer zweijährigen Übergangszeit können Banken und Sparkassen aber auch noch Überweisungen mit den herkömmlichen Angaben entgegennehmen. Extra-Kosten dürfen sie dafür nicht erheben.

Neue Regeln beim Lastschrifteinzug

Schluss ist aber mit Lastschriftverfahren, die auf alten Einzugsermächtigungen beruhen. Sie mussten bis zum 1. Februar 2014 auf die neuen Kontodaten umgestellt werden. Derjenige, der das Geld einzieht, musste dafür kein neues Mandat einholen, aber den Betroffenen informieren. Denn für jede Lastschrift braucht es eine umgewandelte Ermächtigung. Erteilt wird sie von Ihnen ganz einfach durch Nichtstun.

Wenn einmal etwas schiefgelaufen ist, können Sie innerhalb von acht Wochen nach der Abbuchung verlangen, dass Ihnen der Betrag erstattet wird. Für Lastschriften, die unautorisiert eingezogen wurden, gilt eine Frist von 13 Monaten. Verbessert wurde der Verbraucherschutz bei Lastschriften außerdem durch das Recht, der eigenen Bank oder Sparkasse folgende individuellen Aufträge zu erteilen:

  • Einzüge nur bis zu einem Höchstbetrag,

  • Einzüge nur in bestimmten Zeitabständen,

  • Einzüge nur von bestimmten Empfängern (sogenannte „white list“),

  • keine Einzüge von bestimmten Empfängern (sog. „black list“),

  • keine Einzüge von wem auch immer.

Europaweite Freiheit im Zahlungsverkehr

Für grenzüberschreitende Zahlungen braucht man übrigens noch bis voraussichtlich Februar 2016 neben der IBAN auch die internationale Bankleitzahl BIC (Business Identifier Code). Umgestellt auf einheitliche Bankdaten werden die Konten während dieser Zeit im gesamten Euro- Zahlungsverkehrsraum SEPA (Single Euro Payments Area). Er umfasst neben allen 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union auch Island, Lichtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz.

Bei einer sogenannten SEPA-Überweisung in Euro gibt es künftig keine Unterschiede mehr zwischen Inlands- und Auslandsüberweisungen – weder bei den Entgelten noch bei der Ausführungsfrist. Für Verbraucher rechnet sich also ein Zweitkonto für internationale Zahlungen nicht mehr. Besondere Konditionen gelten allerdings weiterhin für Zahlungen in anderen Währungen. Das betrifft auch die Dauer bis zur Gutschrift. Nur bei beleglosen Euro-Überweisungen per Online-Banking oder am Terminal in der Filiale soll das Geld bereits nach einem Bankarbeitstag auf dem Empfängerkonto landen. Werden dagegen Überweisungsträger ausgefüllt, kann es einen Bankarbeitstag länger dauern. 

Sie haben noch Fragen? 

Lesen sie auch in unserem Artikel „SEPA: Was geht jetzt wie?“ oder kommen Sie in unsere Konto- und Kreditberatung.

Stand vom Mittwoch, 17. September 2014

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