Geoblocking: Kein Streaming unter dieser Nummer

Bald beginnt wieder die Sommerurlaubszeit – viele Verbraucher reisen ins Ausland und freuen sich darauf, endlich Zeit zu haben, die Lieblingsserie zu Ende zu sehen, für die einfach keine Zeit zu finden war, oder Filme zu schauen, die man im stressigen Arbeitsalltag hinten angestellt hat. Und dann das: „Dieses Video ist unter dieser IP-Adresse nicht auffindbar“ oder auch „Dieser Stream ist in Deinem Land nicht verfügbar“. Da macht sich große Enttäuschung breit. Der Grund heißt „Geoblocking“.

Was macht Geoblocking?

Geoblocking unterbindet den grenzüberschreitenden Internetzugriff auf Filme, Serien oder Musikstücke. Die Inhalte werden immer dann blockiert, wenn im jeweiligen Land die Lizenzrechte zum Abruf der Inhalte nicht verfügbar sind beziehungsweise nicht für das jeweilige Land erworben wurden.

Auf Geoblocking bei digitalen Inhalten können Sie in zwei Fällen stoßen:

  1. Der Zugriff von Deutschland aus auf ausländische Inhalte ist nicht möglich bzw. eingeschränkt. Ein Beispiel: Als Einwohner von Hamburg können Sie nicht auf eine Serie in der Mediathek der Britischen BBC zugreifen.

  2. Der Zugriff vom EU-Ausland aus auf digitale Inhalte in Deutschland ist nicht möglich bzw. eingeschränkt. Ein Beispiel: Als Urlauber in Spanien müssen Sie möglicherweise auf Ihre kostenpflichtig abonnierten Streaming-Dienste verzichten und können deshalb die neueste Folge Ihrer Lieblingsserie nicht anschauen.

Welche Dienste sind von Geoblocking betroffen?

Von den sogenannten digitalen Ländersperren sind betroffen

  • kostenpflichtige Streaming-Dienste für Musik, Filme, Serien oder Spiele (z.B. Netflix, Maxdome, Sky, Spotify Premium, Apple Music)

  • gebühren- oder werbefinanzierte Streaming-Angebote (z.B. die Mediatheken oder Live-Streams von ARD und ZDF, YouTube, Spotify)

Zwei Drittel der Verbraucher in Deutschland haben bereits negative Erfahrungen mit Geoblocking gemacht haben. Das ergab eine repräsentative Untersuchung des Markwächters Digitale Welt. Umso erfreulicher ist es, dass es innerhalb der Europäischen Union bald weniger Ländersperren im Internet mehr geben soll.

Was wird unternommen, um Geoblocking einzuschränken?

Mit der ab 2018 vorgesehenen Portabilitätsverordnung soll es möglich sein, zumindest kostenpflichtig abonnierte Streaming-Dienste für Musik, Filme, Serien oder Spiele auch vom EU-Ausland aus nutzen zu können – dies jedoch nur nach einer Authentifizierung und für einen begrenzten Zeitraum. Wie lang genau der Zeitraum sein darf, ist nicht konkret festgelegt. Fakt ist: Der Aufenthalt darf nicht dauerhaft sein.

Kostenlose Angebote, die werbe- oder gebührenfinanziert sind, fallen nicht unter diese Regelung. Das bedeutet: Einen Zugang zu den Mediatheken von ARD und ZDF oder den Angeboten TV Now und 7TV wird es wohl vom Urlaubsland aus nachwievor nicht geben. Und auch das werbefinanzierte Angebot von Spotify dürfte demnach nicht verfügbar sein. Allerdings können Anbieter ihre kostenlose Dienste EU-weit freischalten lassen, wenn sie dies möchten.

Weitere Informationen über das Marktwächter-Projekt finden Sie auf der Marktwächter-Website und im Marktwächter-Twitter-Kanal.

Stand vom Dienstag, 23. Mai 2017

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