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Blumentopferde

Marktcheck und Tipps

Der Frühling ist da und zieht die Menschen in ihre Gärten, um diese nach dem langen Winter wieder auf Vordermann zu bringen. Jetzt wird wieder säckeweise Blumenerde gekauft. Wir haben den Markt für Sie gecheckt (März 2010).

Hier die Ergebnisse:

Die Preise:
Blumenerde wird in einer Preisspanne von 4 bis 43 Cent (!) je Liter angeboten.

Der Inhalt:
Hauptbestandteil fast jeder Blumenerde ist Hochmoortorf. Es gab im Marktcheck nur ein torffreies Produkt (Plantania, bei OBI). Einige Hersteller vermischen den Torf erfreulicherweise mit Grüngutkompost oder Rindenhumus. Torf ist von Natur aus sauer und nährstoffarm, darum sind weitere Zusätze wie Kalk zur Hebung des ph-Wertes sowie unterschiedliche Dünger zur Nährstoffversorgung notwendig.

Warum Torf als Bestandteil problematisch ist:
2010 ist das Jahr der biologischen Vielfalt. Die UN lädt damit alle Mitgliedstaaten dazu ein, sich für den Erhalt bedrohter Arten einzusetzen und die biologische Vielfalt zu schützen, dazu gehören auch unsere Moore, als besonderer Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, die nur dort leben oder sich vermehren können
.

Wer mehr dazu wissen will:
Die biologische Vielfalt, auch Biodiversität genannt, umfasst neben der Vielfalt der Arten auch die Unterschiede zwischen den Organismen einer Art (genetische Vielfalt) und die Vielzahl der Lebensräume der Arten. Um die biologische Tier- und Pflanzenvielfalt schützen zu können, müssen die Lebensräume als Grundlage geschützt und erhalten werden. Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen werden seit Jahrtausenden vom Menschen als Nahrungs- und Rohstoffquelle genutzt.

Neben dieser direkten Nutzung nutzen wir sie indirekt in noch wesentlich umfassenderer Weise: Die Ökosysteme mit ihren Arten und Lebensgemeinschaften erbringen zahlreiche Dienstleistungen, die unsere eigenen Lebensbedingungen aufrecht erhalten. So produzieren sie den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff, regulieren das Klima, indem sie Treibhausgase wie Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen, speichern das Wasser nach Regenfällen und schützen so vor Hochwasser oder erhalten die Bodenfruchtbarkeit, indem Bodenorganismen die Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar machen.

Folglich ist grundsätzlich der Abbau von Hochmooren ökologisch nicht zu vertreten. Moore und somit der Torf können nicht separat als nutzbares Wirtschaftsgut, losgelöst von Natur- und Klimaschutz, verstanden werden. Sie sind wertvolle Ressourcen und kostbare Wasserspeicher des Binnenlandes und somit von Bedeutung beim Temperaturanstieg durch den Klimawandel (Torfmoose können das 10-Fache ihres Eigengewichtes an Wasser aufnehmen). Moore gelten als Klimaregulator, weil sie das in den Pflanzen gespeicherte CO2 und Treibhausgase binden. Des Weiteren gibt es Tier- und Pflanzenarten, die ausschließlich in Mooren vorkommen. Einige Kranicharten sind auf die Moore für ihre Jungtieraufzucht angewiesen.

In ganz Europa wurden laut dem WWF 60 % der ursprünglichen Moorflächen vernichtet. In Deutschland gelten nur noch 5 % der einstigen Hochmoorflächen als naturnah. Die Hälfte der Flächen befindet sich in Niedersachsen. Die Moore zwischen Weser und Elbe sind seit Mitte des 18. Jahrhunderts von 10 m auf 2 m abgebaut und teilweise total trockengelegt worden, um die Flächen landwirtschaftlich zu nutzen. Wenn man bedenkt, dass ein Moor pro Jahr um 1 mm wächst, kann der Schaden der durch den Torfabbau bereits stattgefunden hat, erst in Jahrmillionen durch die Natur wieder repariert werden. Nachdem der Naturschutz in Deutschland dem Torfabbau zumindest teilweise Einhalt gebieten konnte, werden jetzt die Moore im Baltikum verstärkt abgebaut und es findet dort genau das statt, was in Deutschland zum Verschwinden der Moore geführt hat.

Unsere Empfehlung:

Stellen Sie Blumenerde selbst her oder entscheiden Sie sich bewusst für torffreie Produkte. Torfersatzstoffe wie Holzfasern, Rindenhumus, Kompost, Tonmineralien, Lava-Granulate oder Fasern der Kokosnuss, die sowieso anfallen, können in Blumenerden recycelt werden.

Wie Sie Kompost herstellen:
Wer das Glück hat, über einen eigenen Garten zu verfügen, der sollte auf jeden Fall einen eigenen Kompost anlegen, um diesen dann nicht nur als Beetauflage zur Düngung sondern auch als Grundlage für Blumenerde zu nutzen. Kompost dient der Kreislaufwirtschaft im eigenen Garten, ist ressourcenschonend und umweltfreundlich. Für kleine Gärten eignen sich Schnellkomposter, aus recyceltem Kunststoff.

Der Verrottungsprozess erfolgt in einem geschlossenen System, das nicht auf versiegelten Flächen stehen darf, damit die zur Kompostierung notwendigen Würmer und Asseln einen Weg in den Kompost finden. Damit es nicht zu Fäulnis kommt, muss beim Schichten der Bioabfälle auf ein ausgewogenes Verhältnis von Häckselmaterial, Hecken- und Strauchschnitt und strukturarmem Material wie Obst-, ungekochte Gemüseabfälle und Rasenschnitt geachtet werden, sowie auf optimalen Luftaustausch und gleichmäßige Feuchtigkeit.

Schnellkomposter – welche zu empfehlen?
Untersuchungen der Stiftung Warentest (vom 16.04.2004) von Schnellkompostern ergaben, dass folgende Produkte zu empfehlen sind:

  • Neudorff, Thermo Komposter: Bedienerfreundlich und gute Kompostiereigenschaften
  • Remaplan, Maxikomposter: gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Graf, Schnellkomposter: Platzsparend durch geringe Größe, ohne Bedienungsanleitung (setzt Umgangskenntnisse voraus).


Wenn Sie genug Platz haben, stellen Komposthaufen oder Lattenkomposter eine vernünftige Alternative dar, wenn auch hier auf das Schichten der Bioabfälle geachtet wird.

Blumenerde (Substrat) selber herstellen – wie geht das?
Blumenerde kann aus gesiebtem, ausgereiftem Kompost (älter als ein Jahr) als Grundlage selber gemacht werden. Ein weiterer Bestandteil kann Kokosmaterial sein, erhältlich als getrocknete Blockware, die in Wasser aufquellen muss. Da diese Fasern bei der Kokosnussverarbeitung anfallen, dient die Verwendung gleichzeitig einem sinnvollen Recycling. Die Kokosfasern verrotten langsam, sind strukturstabil und sorgen somit für eine gute Durchlüftung der Erde. Sie besitzen gute Quelleigenschaften und Wasserspeicherfähigkeit. Diese beiden Substanzen können für wenig nährstoffbedürftige und kalkunverträgliche Pflanzen im Verhältnis ein Teil Kompost mit vier Teilen Kokosfaser und für nährstoffbedürftige Pflanzen maximal im Verhältnis 1:1 gemixt werden. Wobei Substrate für nährstoffbedürftige Pflanzen zusätzlich eine Stickstoffgabe von 1 bis 3 g Horndünger/Liter benötigen.

Genauso ist es möglich ein Substrat aus: 1/3 Kompost, 1/3 Gartenerde und 1/3 Füllstoffe (Splitt, Sand, Tongranulat oder Perlite) die zur Auflockerung und Durchlässigkeit des Substrates dienen, herzustellen.

Stickstoffgaben sind der Substratzusammensetzung anzupassen, da im fortlaufenden Zersetzungsprozess einiger Substratbestandteile eine gewisse Menge Stickstoff gebunden wird. Grundsätzlich muss nach ca. vier bis sechs Wochen nachgedüngt werden. Bei verwendetem Langzeitdünger (umhüllte Depotdünger) muss die nächste Gabe erst nach drei Monaten erfolgen.

Tipps für den Kompostkauf:
Wenn sie nicht die Möglichkeit haben, Kompost selbst zu produzieren, können sie bei der Stadtreinigung Hamburg den aus den Biotonnen produzierten Kompost käuflich erwerben. Den Kompost erhalten Sie in 30-Liter-Säcken zu 3 € auf allen Recyclinghöfen der
Stadtreinigung.

Adresse Stadtteil Öffnungszeiten

Bullerdeich 6

Hammerbrook

Mo - Fr: 8 - 17 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Neuländer Kamp 6

Harburg

Mo - Fr: 8 - 19 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Striepenweg 35

Hausbruch

Mo - Fr: 8 - 17 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Lademannbogen 32

Hummelsbüttel

Mo - Fr: 8 - 19 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Feldstraße 69

St. Pauli

Mo - Fr: 8 - 17 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Brandstücken 36

Osdorf

Mo - Fr: 8 - 17 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Ottensener Straße

Bahrenfeld

Mo - Fr: 8 - 19 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Offakamp 9 b

Lokstedt

Mo - Fr: 8 - 17 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Krähenweg 22

Niendorf

Mo - Fr: 8 - 17 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Schwarzer Weg 10

Steilshoop

Mo - Fr: 8 - 17 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Volksdorfer Weg 196

Sasel

Mo - Fr: 8 - 17 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Rahlau 71

Tonndorf

Mo - Fr: 8 - 17 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Rotenbrückenweg 32

Billstedt

Mo - Fr: 8 - 19 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr

Kampweg 9

Bergedorf

Mo - Fr: 8 - 17 Uhr,
Sa: 8 - 14 Uhr


Größere Mengen
Kompost können Sie auf Kompostplätzen lose für 7 € pro 500 Liter bzw. 13 € pro Kubikmeter kaufen:

  • Tangstedt, Wulksfelder Damm 2
    Öffnungszeiten: Mo - Do: 8 - 12.30 Uhr und 13 - 15.30 Uhr, Fr: 8 - 12.30 und 13 - 14 Uhr
  • Sasel, Volksdorfer Weg 196
    Öffnungszeiten: Mo - Fr: 8 - 17 Uhr, Sa: 8 - 14 Uhr

Größere Mengen Kompost werden auch ans Haus geliefert. Der Kompostverkauf und die Beratung erfolgen durch die VKN Vertriebsgesellschaft Kompostprodukte Nord mbH
Telefon: (040) 607 23 37
Telefax: (040) 607 21 61

Stand vom Mittwoch, 14. April 2010

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