Der Becher soll gehen

Ob in der Mittagspause oder beim Einkaufsbummel in der Stadt, der „Coffee to go” erfreut sich seit einigen Jahren einer immer größeren Beliebtheit. Menschen mit Pappbechern in der Hand zählen mittlerweile zum gängigen Stadtbild. Ein Trend, der 1999 mit den ersten Coffeeshops nach amerikanischem Vorbild nach Deutschland kam. Seitdem bieten auch Cafés, Bäckereien, Tankstellen sowie diverse Fast-Food-Ketten schnellen Kaffeegenuss in Wegwerfbechern zum Mitnehmen an. Mit fatalen Folgen für die Umwelt.

Wir wollen, dass der Becher geht!

Helfen Sie mit und steigen Sie um auf Mehrweg!

Coffee-To-Go-Plakat

Genuss mit Folgen

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Laut Deutschem Kaffeeverband trinkt jeder durchschnittlich etwa 165 Liter Kaffee im Jahr, was knapp zwei Tassen pro Tag bedeutet. Nach Untersuchungen werden davon rund 40 Prozent, und damit etwa 60 Liter Kaffee, außer Haus getrunken: rund zwei Drittel des Kaffees klassisch aus Keramik- oder Porzellantassen an Orten wie dem Arbeitsplatz, in Cafés oder Restaurants und rund ein Drittel, also ungefähr 20 Liter, außer Haus in To go-Bechern. Bei einer durchschnittlichen Füllmenge von 0,25 Litern entspricht das einem Pro-Kopf-Verbrauch von jährlich rund 80 Coffee-to-go-Bechern. Hochgerechnet auf Deutschland macht das 6,4 Milliarden Coffee-to-go-Becher samt Plastikdeckel, die pro Jahr im Abfall landen.

Marktcheck Coffeeshops

Nicht nur die Verbraucher haben den hohen Verbrauch der Pappbecher zu verantworten. Auch die Anbieter tragen ihren Teil dazu bei. Wir haben 14 Coffeeshops in der Hamburger Innenstadt auf ihren Umgang mit dem Thema getestet und befragt.

 

Anbieter lassen auf Antworten warten

Ende Oktober haben wir Anfragen zum Thema Pappbecher und Mehrwegsysteme an die getesteten Anbieter versendet. Bisher haben wir Antworten von Tchibo, Starbuck, Mc Donald´s und Mutterland bekommen. Die anderen angeschriebenen Anbieter lassen mit der Antwort noch auf sich warten.

Mehr Wege für Mehrweg – Testbericht Mehrwegbecher

Insgesamt haben wir sechs Becher auf verschiedene Aspekte getestet, die beim Kauf eines Mehrwegbechers beachtet werden sollten. Natürlich ist die richtige Wahl des Bechers von den individuellen Nutzungsansprüchen abhängig.

 Abbildung Mehrwegbecher

Möchte ich den Kaffee direkt nach dem Kauf trinken oder erst einige Zeit später? Stecke ich den Becher mit Getränk in eine Tasche oder halte ich ihn in der Hand? Das sind Fragen, die man sich vor dem Kauf eines Bechers stellen sollte.

Wenn Sie einen 100-prozentig dichten Becher haben möchten, sollten Sie vor dem Kauf genau prüfen, ob der Becher das leistet. Von den sechs getesteten Bechern waren nur zwei Becher komplett dicht: der recyclebare Becher aus dem Lohascoffee und der Kunststoffbecher von Campus Suite.

Wer sein Heißgetränk nicht direkt trinken möchte, greift am besten zu einem doppelwandigen Edelstahlbecher. Im Test hielt der Becher von World Coffee / Balzac Coffee am längsten die Temperatur des Getränkes.

Wollen Sie den Becher auch in einer Spülmaschine reinigen, sollten Sie vor dem Kauf auch darauf achten, ob dieser spülmaschinenfest ist oder nicht.

Natürlich spielen auch Größe und Preis für die Kaufentscheidung eine Rolle. Der günstigste Becher in unserem Test war der Kunststoffbecher von Campus Suite mit 4,90 Euro. Der teuerste ist der recyclebare Becher vom Lohascoffee mit 15,90 Euro.

 

Im Januar 2016 hat auch Öko-Test Coffee-to-go-Becher getestet. Mit „gut“ wurden Becher von Alfi, Bodum, Emsa und Starbucks bewertet. Sie kosten zwischen 20 und 25 Euro.

Unser Tipp: Wenn Sie mit Ihrem Mehrwegbecher in einen Coffeeshop gehen, sollten Sie die Füllmenge des Bechers wissen, das erleichtert den Mitarbeitern die Arbeit.

Ach, noch was: Auf Facebook küren wir jeden Monat die Mogelpackung des Monats. Das wird Ihnen gefallen - sagen Sie es uns auf www.facebook.com/vzhh.

Stand vom Samstag, 19. März 2016

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