Von Babyfotos bis Cybergrooming

Darf ich meine Musik online mit anderen Leuten teilen? Was passiert mit meinen Fotos, wenn ich sie ins Netz stelle? Und was ist eigentlich Cybergrooming? 

Smartphones und Computer bieten einen schnellen Weg ins Internet und sind aus dem Alltag von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Doch so verlockend die neuen Technologien auch sein mögen, sie bringen leider nicht nur Positives mit sich. Um so wichtiger ist es, über mögliche Gefahren zu informieren. Wer beispielsweise im Internet Sportklamotten bestellt, darf sich nicht wundern, wenn er rasch mit Werbung aus der Sparte zugemüllt wird.

Medientage an der Stadtteilschule Stellingen

Die Hamburger Stadtteilschule Stellingen will ihre Schülerinnen und Schüler daher besser auf die Herausforderungen in der digitalen Welt vorbereiten.

Ende Mai und Anfang Juni fanden daher in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale an der „Stelli“ erstmals sogenannte Medientage statt. Siebtklässler bekamen im Rahmen von zwei Workshops wichtiges Wissen an die Hand, um gut für Fallstricke und Gefahren im Netz gewappnet zu sein. Die vielen Fragen der Jugendlichen wurden im Zuge dessen auch beantwortet. Eine Vierzehnjährige klagte beispielsweise: „Im Internet gibt es unter meinem Namen ein Babyfoto von mir, ich weiß nicht, wer das reingestellt hat und wie ich das da wegkriege.“


Christian Pechlivanis von der Verbraucherzentrale Hamburg spricht über Gefahren und Fallstricke in der digitalen Welt vor einer 7. Klasse an der Hamburger Stadtteilschule Stellingen

Wenn du nicht für das Produkt bezahlst, bist Du du das Produkt. „Ich will gern viele Follower haben“, erklärte hingegen ein anderes Mädchen, das sich freut, wenn Fremde sie via Internet ansprechen. Mit anschaulichen und humorvollen Beispielen erfuhren die Siebtklässler bei den Medientagen, welchen Preis sie möglicherweise für diesen großen Freundeskreis bezahlen, welche Strategien sich hinter vermeintlich kostenlosen Angeboten wie Facebook verbergen und wie schnell sich Daten im Netz verbreiten. Das Fazit: Es ist wichtig, misstrauisch zu sein und die Dinge zu hinterfragen.

Nur echte Freunde sind echte Freunde. Dass man nur mit Leuten, die man auch im echten Leben kennt, online Nachrichten austauschen sollte, versteht sich für viele Schülerinnen und Schüler mittlerweile von selbst – doch spätestens nach den Workshops sind sie für das Thema sensibilisiert. Das ist besonders wichtig, denn regelmäßig kommt es zu Vorfällen sexueller Belästigung, weil sich Heranwachsende mit Personen verabreden, die sie ausschließlich über das Internet kennengelernt haben. Beim sogenannten Cybergrooming werden Minderjährige gezielt online angesprochen, um sexuelle Kontakte anzubahnen.

Always online oder lieber mal downgraden? Natürlich verändern die Jugendlichen nicht ihr gesamtes (Konsum)Verhalten wegen eines eineinhalbstündigen Workshops, aber am Ende des Tages erkennen sie mögliche Fallstricke und Gefahren besser. Und die Resonanz der Schülerinnen und Schülern auf die Vorträge ist durchweg positiv. Viele merken schnell selber, dass es gar nicht so cool ist, die ganze Zeit online zu sein.

„Stelli“ auf dem Weg zur Verbraucherschule

Die Stadtteilschule Stellingen möchte sich 2017 als Verbraucherschule auszeichnen lassen. Die Medienkompetenztage sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu dieser Auszeichnung. In den kommenden Wochen sind darüber hinaus noch eine Banktour und ein Ernährungsworkshop geplant.

Die Medientage werden durchgeführt im Rahmen des Projekts „Hamburger Verbraucherschulen“, das von der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz gefördert wird. 

Stand vom Donnerstag, 8. Juni 2017

zurück