Die Legende von der Gesamtkostenquote

Undurchsichtige Versicherungsverträge sind ein ständiges Ärgernis für Verbraucher. Doch jetzt wartet die Versicherungsbranche – allen voran die Allianz – mit einer Transparenzinitiative auf.

Ein Baustein ist die so genannte Gesamtkostenquote. Diese Kennzahl soll dem Verbraucher den Vergleich von Angeboten ermöglichen. Klingt super, oder? Endlich einmal eine Kennziffer, die alle Kosten beschreibt und benennt, so denkt der arglose Kunde. Doch er wundert sich schon etwas über „Gesamtkostenquoten” die bei ein oder zwei Prozent liegen und eine wirklich günstige Kostenstruktur vorgeben, aber nicht recht vereinbar sind mit sonst genannten Kosten von 15 oder 17 Prozent der Versicherungssumme.

Was steckt dahinter?

Tatsächlich wird mit der Erfindung dieser Kennzahl versucht, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Mit „Gesamtkostenquote” ist nämlich ein Prozentsatz gemeint, um den eine erwartete Rendite einer Police sinkt, wenn alle Kosten berücksichtigt werden. Diese ominöse Quote hat daher praktisch keine Aussagekraft. Denn der Bezugspunkt ihrer Berechnung liegt im Dunkeln.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Geht der Versicherer von Erträgen von 8 Prozent p.a. aus – was der Verbraucher nicht überprüfen kann – und beträgt die Gesamtkostenquote 2 Prozent, so wäre der verbleibende Ertrag 6 Prozent. Setzt der Versicherer hingegen Erträge von 2 Prozent an liegt die Gesamtkostenquote ebenfalls bei 2 Prozent, so ist der Endertrag gleich Null.

Merke: Die Gesamtkostenquote hat keinerlei Aussagekraft. Sie ist eine Zahl, die die tatsächlichen Kosten einer Police nicht beschreibt, sondern verschleiert. So viel zum Thema Transparenzoffensive der Versicherungsbranche.

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Stand vom Mittwoch, 22. Februar 2012

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