Rückkaufswerte, Teilzahlungszuschlag, Lebens- und Rentenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Klauseln

Besser auf dem Sparbuch sparen

Sterbeversicherungen? – Das Sparbuch ist besser!

Ältere Leute schließen eine Sterbeversicherung ab, damit die Kinder nicht mit den Kosten der Beerdigung belastet werden. Das ist zwar ein richtiger Gedanke – doch auf einem ganz normalen Sparbuch ist das Geld auf jeden Fall besser aufgehoben als bei einer Sterbeversicherung. Der Grund: Die Verwaltung des Geldes und der Risikoanteil frisst soviel vom eingezahlten Geld weg, dass zum Sparen wenig übrig bleibt. Oft ist die Laufzeit nicht begrenzt – dann kommt es zu Überzahlungen.

So erging es Frau K. aus P.:

Sie hatte zwei Versicherungen über insgesamt 3.000 € bei der DBV-Winterthur abgeschlossen. 24 Jahre später (inzwischen stolze 83 Jahre alt) hatte sie rund 5.000 € eingezahlt. Im Sterbefall würden die Kinder aber höchstens 3.000 € erhalten! Und Frau K. sollte noch weiter zahlen
rund 230 € Jahr um Jahr.

Frau K. fühlt sich zu Recht hereingelegt zumal ihr dieser Vertrag vom Verband deutscher Soldaten (VdS) vermittelt wurde. Sie hat jetzt die Verträge gekündigt und bekommt gerade einmal 2.500 € ausgezahlt. Hätte sie das Geld auf ein Sparbuch mit 3-prozentiger Verzinsung getan, hätte sie jetzt über 8.000 € zur Verfügung!

Die Versicherer wenden ein, dass die Summe ja schließlich auch ausgezahlt würde, wenn man kurz nach Abschluss stirbt. Das ist zwar richtig. Doch das Risiko "Beerdigungskosten" ist auf jeden Fall überschaubar und begrenzbar es muss also überhaupt nicht versichert werden.

Wer ab 60 Jahre monatlich 20 € auf die Seite legt, hat

  • mit 65 Jahren rund 1.300 € und
  • mit 70 Jahren rund 2.800 € zusammen gespart.

Genug als Grundstock für die Bestattungskosten!

Ein anderer Fall (Volksfürsorge) zeigt, dass auch im "Versicherungsfall" (Tod) der Verlust erheblich sein kann:

Abschluss 1981 (mit 67 Jahren), gestorben im März 2002.
Einzahlungen: 2.838 €
Auszahlung an den Sohn: 2.335 €

In einem weiteren Fall (Neckermann) lag ein Angebot vor, das die 72-jährige Verbraucherin nach unserer Analyse in den Papierkorb warf:

Die Versicherungssumme betrug 1.700 € (die würde aber erst bei einem Todesfall ab dem 4. Jahr ausgezahlt werden). Stirbt der Versicherte in den ersten drei Jahren nach Abschluss, gäbe es nur die Beiträge zurück.

Monatsbeitrag 15,93 €

Würde man diesen Betrag zu 3 % p.a. selbst anlegen, hätte man schon nach acht Jahren die Versicherungssumme von 1.700 € selbst angespart.

Ein Risiko für den Versicherer besteht also nur zwischen dem 75. und dem 80. Lebensjahr der Kundin in einer Höhe von nur rund 1.000 € (der Rest ist in den ersten drei Jahren bereits eingezahlt!). Da die durchschnittliche Lebenserwartung für Frauen inzwischen eher bei 90 als bei 85 Jahren liegt, ist der Vertrag ein gutes Geschäft für den Versicherer aber ein schlechtes für den Kunden.

Stand vom Mittwoch, 13. Oktober 2010

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