Rechtsschutzversicherung gekündigt?
Viele Versicherer kündigen in diesen Tagen ihren Kunden den Vertrag und berufen sich darauf, dass er "nicht mehr wirtschaftlich" sei. Allein die ARAG kündigt nach einer Mitteilung der Süddeutschen Zeitung vom 8. Juli 2004 82.000 Verträge. Das ärgert viele, denn es sind auch diejenigen betroffen, die ihren Versicherer nicht besonders mit Schadensfällen strapaziert haben.
So erging es den Eheleuten W., die seit Jahren bei der ARAG rechtsschutzversichert sind. Aus heiterem Himmel bekamen sie einen Brief. Der Vertrag werde fristgemäß gekündigt. Man bedauere das sehr, aber "Ertrag und Kosten (müssen) in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen". Weiter heißt es: "Um derartige Kostenbelastungen aufzufangen, ist es für uns unumgänglich, unrentable Kundenverbindungen aufzulösen."
Nicht schade drum! Meinen wir. Denn Rechtsschutzversicherungen sind ohnehin weniger wichtig.
In der Regel handelt es sich um eine sog. ordentliche Kündigung zum Ende der Versicherungsperiode, die von beiden Seiten – vom Versicherer und dem Kunden – ausgesprochen werden kann. Rechtlich kann der Kunde nichts gegen die Kündigung unternehmen. Er kann nicht auf Fortsetzung des Vertrages pochen – und einen anderen Versicherer wird er wohl nicht finden, weil er dem gegenüber die Kündigung durch den alten Versicherer offen legen muss.
Aber wir meinen: Ärgern Sie sich nicht! Freuen Sie sich, dass Sie einen unwichtigen Versicherungsvertrag loswerden.
Denn eine Rechtsschutzversicherung brauchen Sie nicht wirklich. Ein Rechtsstreit kommt nicht unvorbereitet auf einen zu (anders als Berufsunfähigkeit durch Krankheit/Unfall oder Tod), und die Kosten eines Rechtsstreits bringen Sie nicht an den Bettelstab (anders als die Folgen von Berufsunfähigkeit durch Krankheit/Unfall oder Tod) – schon gar nicht, wenn Sie die ersparte Prämie selbst auf ein Konto legen.
Verwenden Sie die eingesparte Prämie besser für die viel wichtigere Berufsunfähigkeits-Versicherung oder die Risiko-Versicherung für ErnährerInnen von Familien. Knapp 300 € kostet eine (teure) Rechtsschutzversicherung zurzeit im Jahr. Dafür kann ein 25-Jähriger schon eine 1.000-Euro-Monatsrente für den Fall der Berufsunfähigkeit bis zum 60. Lebensjahr abschließen!
Stand vom Mittwoch, 13. Oktober 2010
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