Zu Gast beim Finanzmarktwächter

Bundesminister Maas in der Verbraucherzentrale Hamburg

Ministerbesuch zur Arbeit des Finanzmarktwächters in der Verbraucherzentrale Hamburg

Tauschten sich in Hamburg über die Arbeit des Finanzmarktwächters aus (v.l.n.r.): Sandra Klug, Dr. Günter Hörmann von der Verbraucherzentrale Hamburg, Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks, Bundesminister Heiko Maas und Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband.
Foto: Christian Martin / Verbraucherzentrale Hamburg

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz machte sich ein Bild von der Arbeit des Finanzmarkt­wächters bei der Verbraucherzentrale Hamburg, die den Versicherungsmarkt beobachtet und für eine Untersuchung Versicherte aufruft, die „Standmitteilungen“ ihrer Lebens- und Renten­versicherungen einzusenden.

„Der Finanzmarktwächter ist ein wichtiges Projekt“

Der Minister ließ sich in der Verbraucherzentrale über den Aufbau des Finanzmarktwächters und die Situation von Verbrauchern im Versicherungsmarkt informieren. Maas im Anschluss an das Gespräch: „Der Finanzmarktwächter ist ein wichtiges Projekt, um den Verbraucherschutz in Deutschland zu stärken. Die Hamburger Verbraucherzentrale kümmert sich um den Versicherungsmarkt, für den die Privat­haushalte fast 190 Milliarden Euro im Jahr ausgeben, das sind im Durchschnitt über 2.300 Euro für jeden Bürger. Daher ist es richtig, dass der Finanzmarktwächter dieses wichtige Thema für Verbraucher genau untersucht.“

„Als Ergänzung zur staatlichen Aufsicht kann der Verbraucherschutz im Finanzmarkt durch die Marktwächter deutlich effektiver gestaltet werden“, so Hamburgs Verbraucherschutz­senatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Dass die Verbraucherzentrale Hamburg ausgewählt wurde, um den Teilmarkt Versicherungen zu überwachen, unterstreicht die Kompetenz des Teams rund um den Vorstand der Verbraucherzentrale Hamburg, Herrn Dr. Hörmann.“

Aktuelle Untersuchung zu „Standmitteilungen“

Gegenstand einer aktuellen Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg sind die sogenannten Standmitteilungen. Verbraucher mit Lebens- oder Renten­versicherung erhalten diese jährlich von ihren Versicherern. Sie sollen helfen, den Status des Versicherungsproduktes und die späteren Leistungen einzuschätzen. Aus Beratungsgesprächen wissen die Verbraucherzentralen: Diese Schreiben enthalten häufig uneinheitliche und für Verbraucher zum Teil verwirrende Informationen.

Um eine bessere Datenbasis zu erhalten, können Verbraucher deshalb ihre Standmitteilungen an die Verbraucherzentrale Hamburg schicken. Im Rahmen des Finanzmarktwächters werden diese auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit analysiert. Die Untersuchung soll auch Aufschluss darüber geben, wie sich die Beteiligung an den Bewertungsreserven seit 2008 verändert hat und wie sich die Neuregelungen in der Lebensversicherung auf Verbraucher auswirken.

Die Untersuchung des Finanzmarktwächters ist ein Beitrag für mehr Klarheit über die tatsächliche Situation von Verbrauchern im Bereich Lebensversicherungen. Durch die Niedrigzinsphase geraten Lebensversicherungen unter Druck: Sie bewirkt, dass Kapitalerträge der Versicherer sinken und Fragen zur dauerhaften Erfüllbarkeit von Versicherungsverträgen auftauchen. Mit dem Lebens­versicherungs­reform­­gesetz haben Versicherer die Möglichkeit, auf Probleme aufgrund des Niedrigzins­umfelds reagieren zu können. „Jetzt muss es auch darum gehen, die Produkte für Verbraucher passend zu gestalten. Erwerbsbiographien verlaufen nicht mehr so homogen wie in früheren Jahrzehnten. Wir benötigen dringend mehr Flexibilität in der Lebensversicherung“, so Dorothea Mohn, Teamleiterin Finanzen beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

Über den Finanzmarktwächter

Der Finanzmarktwächter ist ein Frühwarnsystem, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten und analysieren. Grundlage für diese Arbeit sind Verbraucher­beschwerden und empirische Untersuchungen. Mit seinen Erkenntnissen können auch Aufsichts- und Regulierungsbehörden wie zum Beispiel die Bundesanstalt für Finanz­dienstleistungs­aufsicht (Bafin) unterstützt werden. Im Rahmen des Finanzmarkt­wächters beobachten und analysieren fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen ausgewählte Handlungsfelder des Finanzmarktes: Baden-Württemberg für Geldanlage und Altersvorsorge, Bremen für Immobilien­finanzierung, Hamburg für Versicherungen, Hessen für den Grauen Kapitalmarkt sowie Sachsen für Bankdienstleistungen und Konsumenten­kredite. Der Finanzmarktwächter wird gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).

Der Finanzmarkt­wächter wird gefördert durch das Bundes­­ministerium der Justiz und für Verbraucher­schutz (BMJV). gefördert durch Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Stand vom Donnerstag, 11. Juni 2015

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