Risikolebensversicherung – Schutz für die Familie

Wer seine Familie, seinen Partner, seine Kinder und manchmal auch seinen Geschäftspartner finanziell absichern möchte, sollte eine Risiko­lebens­versicherung abschließen. Sie versichert das Todesfallrisiko der versicherten Person mit einer bestimmten Versicherungs­summe – oft mit mehreren hunderttausend Euro. Sie zahlt also dann, wenn der Versicherte stirbt.

Wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Abschluss einer Police achten sollten und unterstützen Sie mit unserem Angebotsvergleich bei der Auswahl eines Anbieters.

Wer braucht eine Risikolebensversicherung?

Eine Risikolebensversicherung soll Menschen vor großer finanzieller Not bewahren. Sie kann zum Beispiel für eine junge Familie mit kleinen Kindern sinnvoll sein, wenn ein Partner hauptsächlich für den Lebensunterhalt sorgt, während der andere sich um Nachwuchs und Haushalt kümmert und vielleicht zusätzlich eine Immobilie finanziert werden muss. Stirbt der Hauptverdiener, kann der verbliebene Partner mit Kindern und Immobilie den Lebensstandard nicht mehr halten, sondern muss arbeiten, die Immobilie veräußern und seinen Kindern vielleicht sogar Ausbildungs­wünsche versagen.

Dagegen ist die Risiko­lebens­­versicherung in einer Partnerschaft, in der jeder schon immer für sich selbst gesorgt hat, nicht so wichtig, weil der verbleibende Partner seinen Lebens­standard auch ohne den anderen weiter halten kann.

Welches Angebot ist das Richtige?

Bei der Auswahl einer Risikolebensversicherung können Sie nach dem Preis gehen, denn die Bedingung, unter der die Versicherungsgesellschaft zahlen wird, ist klar geregelt: der Todesfall. Andere Versicherungsbedingungen spielen eine untergeordnete Rolle. Weil der Versicherungsfall eher selten eintritt, ist der Versicherungsschutz relativ günstig zu haben.

Wir erstellen Ihnen für 20 Euro einen Angebotsvergleich für eine Risikolebensversicherung mit Ihren Daten. Damit können Sie die Kosten für eine Police besser abschätzen und eine geeignete Versicherung finden. Füllen Sie einfach unseren Auftrag zum Angebots­vergleich samt Einzugs­ermächtigung vollständig aus und schicken diesen an:

  • Per Post: Verbraucherzentrale Hamburg e. V., Kirchenallee 22, 20099 Hamburg

  • Per Fax: (040) 248 32-290

  • Per E-Mail: versicherungen@vzhh.de

Falls Sie den Adobe Reader XI oder höher benutzen, können Sie die Formulardaten auf Ihrem Computer speichern.

Ob eine Versicherung Sie auch als Versicherungsnehmer akzeptiert, können wir nicht garantieren. Bei Vorerkrankungen sollten Sie hartnäckig bleiben und eventuell einen Risikozuschlag in Kauf nehmen.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Die Höhe der Versicherungssumme ist höchst individuell. Es kommt darauf an, ob nur ein Partner versichert werden soll oder zusätzlich Kinder zu versorgen sind und ob ein Darlehen zurückgezahlt werden muss. Entscheidend ist die Größe der Versorgungslücke, die der Tod des Partners hinterlässt.

Um Ihre Versicherungssumme zu bestimmen, müssen Sie also errechnen, welches monatliche Einkommen durch den Tod Ihres Partners für wie viele Jahre wegfallen würde und ob zum Beispiel staatliche Leistungen wie Witwen- oder Waisenrente diese Lücke zumindest teilweise auffüllen. Knapp rechnen lohnt sich nicht, denn die Prämien, die Sie zahlen müssen, steigen nicht im selben Verhältnis wie die Versicherungssumme.

Fallende oder konstante Versicherungssumme?

Die Police wird etwas günstiger, wenn Sie vereinbaren, dass die Versicherungssumme im Laufe der Versicherungsdauer fallen soll. Dahinter steht der Gedanke, dass die Finanzierungslücke meistens größer ist, wenn die Kinder jünger und die Schulden höher sind. Mit der Zeit stehen Kinder jedoch (auch finanziell) auf eigenen Beinen und die Schulden sind weitestgehend abgetragen. Klingt logisch.

Trotzdem ist eine fallende Versicherungssumme nicht zu empfehlen. Denn: Der Finanzbedarf kann im Laufe der Jahre durchaus schwanken; er muss keinesfalls stetig sinken. Sollte er es doch tun, können Sie Ihren Vertrag genau um diese Summe kündigen und ihn mit dem restlichen Betrag weiterlaufen lassen. So behalten Sie zu jeder Zeit das Heft in der Hand und entscheiden selbst, wann Sie mit weniger Absicherung auskommen.

Außerdem sind Verträge mit fallenden Versicherungssummen gegenüber Policen mit konstanten Summen nicht wesentlich günstiger.

Policen für „verbundene Leben“ abschließen?

Häufig werden Risikolebensversicherungen auf sogenannte verbundene Leben angeboten. Das bedeutet: Beide Partner sind über einen einzigen Versicherungsvertrag abgesichert. Sollte einer der Partner sterben, so bekommt der jeweils andere die Versicherungssumme ausgezahlt. Anschließend erlischt der Versicherungsvertrag; der hinterbliebene Partner ist dann nicht mehr versichert. Sterben beide gleichzeitig, zum Beispiel durch einen Verkehrsunfall, kommt die Versicherungssumme nur einmal zur Auszahlung.

Deswegen und aus zwei weiteren Gründen ist diese Variante der Risikolebensversicherung nicht empfehlenswert: Im Falle einer Trennung ist die Verbindung beim Risikoschutz meist nicht mehr gewünscht. Wird der Vertrag gekündigt, stehen beide Partner ohne Versicherungsschutz da. Außerdem sind die Beiträge für diese Art der Police meist nicht so viel günstiger als für einen normalen Vertrag.

Sparen und Risikoschutz kombinieren?

Anders als die Kapitallebensversicherung ist die Risikolebensversicherung keine Geldanlage und kein Sparprodukt! Tritt der Versicherungsfall nicht ein, läuft die Versicherung ab, ohne dass Geld ausgezahlt wird.

Wir raten davon ab, Sparen und Risikoschutz miteinander zu kombinieren. Kapitalbildende Lebensversicherungen sind aufgrund ihrer ungünstigen Kostenstruktur (hohes Abbruchrisiko, hohe versteckte Abschlusskosten, mäßige Rendite) in den allermeisten Fällen nicht rentabel. Schließen Sie also eine selbstständige Risikolebensversicherung ab, wenn Sie Ihre Familie absichern möchten, und sparen Sie Ihr Geld lieber auf anderem Weg. Unsere 12 Tipps zum Sparen helfen Ihnen dabei.

Risikoschutz bei Immobilien- und Baufinanzierung?

Viele Kreditinstitute und auch Bausparkassen verpflichten ihre Darlehensnehmer und Bauherren zum Abschluss einer Risiko­lebens­versicherung, um den Kredit abzusichern. Denn ihr Interesse liegt vor allem darin, dass ein Darlehen bis zum Ende zurückgezahlt wird. Das ist legitim, doch sollten Sie sich nicht vorschreiben lassen, bei welchem Anbieter Sie den Risikoschutz abschließen. Bestimmen Sie selbst, bei welchem Versicherer Sie einen Vertrag unterzeichnen. Die von den Kredit­instituten empfohlene Risikolebensversicherung ist weder zwangsläufig die günstigste noch die beste.

Außerdem: Auch die von den Banken ebenso beworbenen Rest­schuld­­versicherungen sind keine Alternative. Sie sind in der Regel teurer, weil sie nicht nur im Todesfall zahlen, und die Bedingungen, unter denen sie zahlen, sind schlecht.

Andere Fragen?

Sie haben Fragen zu Ihren Versicherungen, benötigen Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Policen oder haben Fragen zu den Vertrags­bedingungen, unsere Experten helfen weiter. Hier finden Sie eine Übersicht unserer Beratungs­angebote und -zeiten.

Stand vom Mittwoch, 16. März 2016

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