Flüchtlinge: Informationen zum Versicherungsschutz

Stand: 16.11.2015

Bevor Flüchtlinge einen offiziellen Status erlangen, sind sie nicht versichert. Erhalten die Asylsuchenden einen begrenzten Aufenthaltsstatus oder eine Duldung können sie sich selbst versichern.

Die Probleme: An die Verbraucherzentrale wurden bereits Fälle herangetragen, in denen Flüchtlingen von einer Bank sehr teure Haftpflichtversicherungen aufgeschwatzt wurden. Sprachbarrieren und mangelnde Kenntnis von gängigen Tarifen ermöglichen diese dreiste Abzocke.

Gut zu wissen: Eine Haftpflichtversicherung abzuschließen ist grundsätzlich sinnvoll. Preiswerte Tarife gibt es für Singles bereits ab 40 Euro pro Jahr, Familien können sich schon ab 50 Euro versichern. Alle anderen Versicherungen sind erst einmal nicht notwendig – Lebens- und Unfallversicherungen ebenso wenig wie eine Hausratversicherung, da die meisten Asylsuchenden nicht über große Vermögenswerte verfügen.

Für die Rechtsberatung bei Anwälten oder bei Klagen vor einem deutschen Gericht, die im Zusammenhang mit dem Asyl-und Aufenthaltsrecht stehen, zum Beispiel Asylanträgen, Abschiebung, Fragen zum Bleiberecht oder Anträgen auf Aufenthaltserlaubnis, Erwerbstätigkeit oder Studium, gibt es keinen Versicherungsschutz. Eine Rechtschutzversicherung für diese Zwecke abzuschließen, ist absolut unnötig und wir raten dringend davon ab.

Und noch etwas: Uns wurde ein skandalöser Fall einer Wohngebäudeversicherung zugetragen, bei der die Prämie für ein Privathaus um 30 Prozent stieg, weil Flüchtlinge darin untergebracht werden sollten. Wird die Wohngebäudeversicherung teurer, wenn Flüchtlinge einziehen? Einige Versicherer erhöhen offenbar die Prämien drastisch und verweisen auf eine erhöhte Gefahr von Anschlägen. Sind es Einzelfälle oder eine verbreitete Geschäftspolitik? Helfen Sie uns, den Wucher ans Licht zu bringen.

Welche Probleme haben Flüchtlinge beim Abschluss von Versicherungen, welche Fragen gibt es? Am besten Sie informieren uns per E-Mail an refugees@vzhh.de.

Ratgeber