Flüchtlinge: Informationen zu Telefon und Internet

Stand: 01.12.2015

Für den Kontakt in die Heimat, die Verbindung zu verstreuten Familienmitgliedern und die Orientierung in der neuen Umgebung ist ein Handy für viele Flüchtlinge lebenswichtig. Ein internetfähiges Smartphone, mit dem man surfen, Messengerdienste nutzen oder skypen kann, haben viele im Gepäck.

Die Probleme: In den vergangenen Wochen wurde mehrfach berichtet, dass Vertriebsmitarbeiter verschiedener Telefonanbieter offensichtlich das Fehlen an Wissen und Sprachkenntnis vieler Flüchtlinge ausnutzen, um ihnen unsinnige oder überteuerte Verträge aufzuschwatzen. Zwar wurden Verträge nach großem Medienecho teilweise wieder storniert. Die Fälle zeigen jedoch, dass einige Verkäufer keine Scheu haben, auf Kosten der Asylsuchenden Kasse zu machen. Lesenswert ist dazu der Artikel „Lukrativer Draht in die Heimat“ der Süddeutschen Zeitung, hörenswert der Beitrag „Das Geschäft mit den Flüchtlingen“ des Radiosenders NDR Infound sehenswert der Bericht des NDR Fernsehens „Flüchtling: Ärger um Handy-Verträge“.

Gut zu wissen: Viele ehrenamtliche Initiativen bieten bereits kostenfreies WLAN in den Notunterkünften oder in zahlreichen deutschen Innenstädten an. So ermöglichen beispielsweise die Karoviertel-Initiative oder Freifunk in Hamburg, Refugees Online in München oder die Telekom den Flüchtlingen einen Zugang ohne Vertrag. Wenn kein derartiges freies Netz zur Verfügung steht, müssen die Flüchtlinge selbst für einen Anschluss sorgen.

Prepaid-Tarife können sehr teuer sein. Feste Handyverträge sind manchmal günstiger, kommen allerdings selten oder gar nicht zustande, weil ein fester Wohnsitz und eine Aufenthaltsgenehmigung für den Abschluss notwendig sind. Wir raten deshalb zu Prepaid-Tarifen mit guten Konditionen – ohne Mindestlaufzeit, ohne Verfallen des Guthabens und mit einer hohen Datenrate.

Die Stiftung Warentest hat die günstigsten Tarife für 14 verschiedene Länder zusammengestellt. Sie stehen auf test.de zum Ausdrucken in deutscher, englischer und arabischer Sprache zur Verfügung.

Welche weiteren Probleme haben Flüchtlinge am Telekommunikationsmarkt, welche Fragen sind offen? Am besten Sie informieren uns per E-Mail an refugees@vzhh.de.

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