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Steigende Energiepreise – das sollten Sie wissen

Die Energiepreise sind in den letzten Monaten rasant gestiegen. Die sogenannte Dezemberhilfe sowie Preisbremsen für Gas und Strom sollen die Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher abmildern. Zudem wurde die Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme gesenkt. Wir haben das Wichtigste zusammengefasst.

Frau prüft Unterlagen
Stand: 06.12.2022

Mit der sogenannten Dezemberhilfe sowie Preisbremsen für Energie will der Staat den Verbraucherinnen und Verbrauchern unter die Arme greifen. Endlich hat die Bundesregierung ihre Entlastungsmaßnahmen konkretisiert. Wir haben das Wichtigste rund ums aktuelle Thema Energiepreise für Sie zusammengefasst.

Fragen zur Dezemberhilfe

Wer bekommt die Soforthilfe?

Die Maßnahme soll vor allem Privathaushalte sowie kleine und mittelständische Unternehmen mit einem Jahresverbrauch bis zu 1,5 Millionen Kilowattstunden entlasten. Anspruch haben aber auch Sozial-, Forschungs- und Bildungseinrichtungen.
Was müssen Wohnungseigentümerinnen und –Eigentümer tun, um die Soforthilfe zu bekommen?

Die Entlastungen für Gas und Wärme sollen automatisch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen. Die Energieversorger sollen die nach den gesetzlichen Vorgaben errechneten Entlastungen direkt an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben. Wenn Sie Ihrem Gaslieferanten etwa eine Einzugsermächtigung erteilt haben, müssen Sie nichts weiter tun. Die Energieversorger verzichten direkt auf den Einzug des Dezember-Abschlages oder überweisen Ihnen den Betrag unverzüglich zurück. Wer das Geld monatlich überweist, kann darauf im Dezember verzichten. Wer es trotzdem macht, erhält die Entlastung über die Jahresabrechnung. Gleiches gilt für Daueraufträge.

Welche Regeln gelten für Mieterinnen und Mieter?

Bei Mieterinnen und Mieter kommt die Entlastung erst mit der nächsten Betriebskostenabrechnung an. Sie haben in vielen Fällen keinen direkten Vertrag mit dem Versorger, sondern bezahlen das Gas über ihre Nebenkosten. Daher läuft die Maßnahme hier über den privaten Vermieter oder die Immobiliengesellschaft. Die Mieterinnen und Mieter erhalten die Soforthilfe somit erst mit ihrer nächsten Heizkostenabrechnung, für die die Vermieter ein Jahr Zeit haben. Mieterinnen und Mieter müssen im schlimmsten Fall also bis Ende 2023 auf ihre Entlastung waren.

Für Haushalte, deren Nebenkostenvorauszahlung bereits in den letzten neun Monaten erhöht wurde, sowie für Mieterinnen und Mieter, die in den letzten neun Monaten erstmals einen Mietvertrag mit bereits erhöhten Nebenkosten abgeschlossen haben, gelten andere Regeln: Sie können einen Teil der Nebenkostenvorauszahlung im Dezember zurückhalten oder sie bekommen diesen Anteil als Gutschrift in der Nebenkostenabrechnung 2022 berücksichtigt.

Wie läuft die Einmalzahlung für Kundinnen und Kunden von Fernwärme?

Auch bei der Fernwärme - die ebenfalls oft aus Erdgas erzeugt wird - wird die Abschlagszahlung für den Dezember erstattet. Dabei sind neben privaten Haushalten und Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von maximal 1,5 Millionen kWh zudem Kundinnen und Kunden erfasst, die die bezogene Wärme im Zusammenhang mit der Vermietung von Wohnraum an ihre Mieter weitergeben.

Die Wärmeversorgungsunternehmen müssen bis zum 31. Dezember eine finanzielle Kompensation leisten. Ob sie dabei auf die Voraus- oder Abschlagszahlung ihrer Kundinnen und Kunden verzichten oder stattdessen eine Gutschrift auszahlen, ist den Unternehmen überlassen. Die Höhe der Kompensation orientiert sich aufgrund anderer Vertragsstrukturen als bei leitungsgebundenem Erdgas an dem im September gezahlten Abschlag. Diese Pauschale wird zusätzlich um 20 Prozent erhöht, um die Preissteigerungen zwischen September und Dezember abzubilden.

Ist die Entlastung steuerpflichtig?

Für die meisten Menschen nicht. Nur wer mehr als 75.000 Euro pro Jahr verdient, soll die staatliche Einmalzahlung versteuern. Allerdings ist die Besteuerung nicht im Gesetz geregelt, sondern bisher nur angekündigt.

Was hat die Soforthilfe mit der geplanten Gas- und Wärmepreisbremse zu tun?

Die sogenannte Dezemberhilfe soll den Zeitraum bis zur Einführung der Gaspreisbremse überbrücken. Die Gaspreisbremse soll dann ab März gelten - rückwirkend auch für Januar und Februar. Für einen Großteil des bisherigen Verbrauchs wird dabei ein Preisdeckel gelten. Das soll für den übrigen Verbrauch einen Anreiz zum Energiesparen geben. Auch für Strom ist eine solche Deckelung geplant.

Als Überbrückung bis zu den geplanten Preisbremsen für Gas und Strom müssen Gas- und Fernwärmekunden im Dezember keinen Abschlag zahlen. Doch wie funktioniert die sogenannte Dezemberhilfe? Müssen Verbraucherinnen und Verbraucher etwas unternehmen, um von der Soforthilfe zu profitieren? Wir beantworten die wichtigsten Fragen

Fragen zur Preisbremse für Gas und Fernwärme

Wie funktionieren die Preisbremsen?

Im März 2023 soll die Preisbremse für Gas und Fernwärme in Kraft treten. Dann müssen Sie für 80 Prozent Ihres Vorjahresverbrauchs an Gas nur 12 Cent pro Kilowattstunde zahlen und für 80 Prozent Ihres Wärmevorjahresverbrauchs 9,5 Cent pro Kilowattstunde. Als Vorjahresverbrauch wird die Jahresverbrauchsprognose angenommen, die Ihr Energieanbieter für die Abschlagszahlung des Monats September 2022 zugrunde gelegt hat. Für 80 Prozent Ihrer Energieverbrauchsmenge ist der Preis also begrenzt. Für den Rest ist der normale Marktpreis zu bezahlen.

Wie wirkt sich die Bremse auf die Gasrechnung aus?

Wer von dieser Maßnahme wie stark profitiert, ist sehr individuell. Recht einfach zu berechnen ist die Einmalzahlung im Dezember. Für Haushalte mit einem eigenen Vertrag beim Versorger genügt ein Blick aufs Konto oder in die Ankündigung der neuen Abschlagszahlung in der Jahresabrechnung des Versorgers. Wer in einer Wohnanlage mit zentraler Abrechnung wohnt, muss in die Nebenkostenabrechnung von Hausverwaltung oder Vermieter schauen. Hier wird der Kostenanteil fürs Heizen aufgeführt.

Schwieriger wird es beim zweiten Teil, dem Gaspreisdeckel. Die Ersparnis hängt davon ab, was Sie im März 2023 eigentlich zahlen müssten. Das ist heute nur schwer abzuschätzen. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben laufende Verträge und beziehen Erdgas noch zu günstigen Konditionen. Das kann sich bis zu nächsten Frühjahr noch ändern.

Wie werden sich die Preise entwickeln?

Die Gaspreise sollen durch die Gaspreisbremse sinken. Die Bundesregierung will die Preise zumindest für einen Teil des Gasverbrauchs auf ein Niveau bringen, welches private Haushalte und Unternehmen schützt. Gleichzeitig sollen Anreize zur Senkung des Verbrauchs erhalten bleiben. Die Bundesregierung dämpft gleichzeitig aber auch die Erwartungen an die Gaspreisbremse. Nicht jede Preiserhöhung werde vermieden werden können. „Eine gewisse Last wird genommen werden, aber die komplette Last wird sicherlich nicht genommen werden können“, sagt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Energiesparen bleibt also auch weiterhin das Gebot der Stunde.

Für wen soll es Härtefall-Regelungen geben?

Zusätzlich soll es einen Hilfsfonds zum Schutz sowohl von Mieterinnen und Mietern als auch von Eigentümerinnen und Eigentümern mit selbst genutzten Immobilien geben, die besondere Härtefälle darstellen. Geplant sind Regelungen für Verbraucherinnen und Verbraucher, die durch die Preisbremsen nicht genug entlastet werden. Das Volumen des Härtefallfonds soll 12 Milliarden Euro umfassen; wie der Fonds allerdings ganz konkret aufgestellt wird, ist weiterhin offen. Besonders wichtig wäre unserer Auffassung nach ein Moratorium für Energiesperren, denn niemand darf in dieser Energiekrise seine Wohnung verlieren.

Die Stadt Hamburg richtet einen Härtefallfonds zur Abwendung von Energiesperren für private Haushalte ein. Auf diesem Weg übernimmt die Stadt für Menschen in besonderen Notlagen, die ihre Stromkosten nicht bezahlen können und bei denen soziale Sicherungssysteme nicht greifen, die Schulden bei den Energieversorgern.

Sollte ich angekündigten Preiserhöhungen widersprechen?

Aktuell raten wir Ihnen davon ab, Preiserhöhungsschreiben seitens der Energieversorger pauschal zu widersprechen oder Zahlungen nicht oder nur unter Vorbehalt zu leisten. Es gelten zwischen Ihnen und Ihrem Energieversorger auch weiterhin die bekannten "normalen" Regelungen über Preiserhöhungen. Die Bundesregierung plant eine Missbrauchsregelung, damit Energieversorger ihre Preise nicht willkürlich anheben können. Wie diese Regelung aussehen soll, ist aber noch unklar. Es wurde noch kein Gesetz dazu verabschiedet.

Ist die Gasversorgung für meine Wohnung sicher?

Ein Ausfall privater Heizungen ist extrem unwahrscheinlich. Verbraucherinnen und Verbraucher sind nach den Regelungen des Notfallplans Gas geschützt. Gas würde also zuerst an anderen Stellen abgestellt.

Wie kann ich Gas oder Wärme einsparen?

Die Heizung macht für die meisten Haushalte nach wie vor den größten Anteil der Energiekosten aus. Trotzdem geht über private Heizungsanlagen unnötig viel Brennstoff und am Ende auch Geld verloren. Oft lässt sich der Verbrauch mit einfachen und sogar kostenlosen Mitteln spürbar senken. Die sechs wichtigsten Spartipps fürs Heizen.

Die von der Bundesregierung beschlossenen Preisbremsen sollen wesentlicher Bestandteil des sogenannten Abwehrschirms sein, den die Bundesregierung unter anderem mit 200 Milliarden Euro bis 2024 ausstatten will. Das Ziel: Den Anstieg der Energiepreise sowohl für Verbraucherinnen und Verbraucher als auch für Unternehmen bremsen. So sollen Menschen und Firmen besser durch die Energiekrise kommen.

Fragen zu den Strompreisen

Warum steigen die Strompreise so stark?

Die Energieanbieter koppeln den Preis für Strom an den Erdgaspreis. Dieser treibt die Stromkosten in die Höhe. Die Gaspreise sind vor allem gestiegen, weil Russland als Deutschlands wichtigster Lieferant weniger Erdgas nach Deutschland pumpt. Hinzu kommen die gestiegenen Weltmarktpreise für Kohle oder gestiegene CO2-Preise, die die Stromproduktion verteuern.

Mit welchen Erhöhungen ist noch zu rechnen?

Wir rechnen mit zahlreichen Strompreiserhöhungen in den kommenden Monaten, die für Verbraucherinnen und Verbraucher eine zusätzliche Belastung darstellen. Es ist allerdings noch nicht abzusehen, wohin sich die Preise entwickeln.

Mit welchen Maßnahmen sollen Verbraucherinnen und Verbraucher entlastet werden?

Bereits seit Juli müssen Stromkundinnen und -kunden nicht mehr für die Förderung von Ökostrom zahlen. Der Wegfall der EEG-Umlage hat den Anstieg der Strompreise aber nur gedämpft. Zudem hat die Bundesregierung angekündigt, mit einer Milliardenhilfe die steigenden Netzentgelte für Strom – sie sind ein Bestandteil des Strompreises – für Verbraucherinnen und Verbraucher zu dämpfen. 

Gleichzeitig wird nach aktuellen Planungen ab Januar 2023 eine Strompreisbremse greifen. Für Privathaushalte soll dann ein Grundkontingent von 80 Prozent ihres bisherigen Stromverbrauchs zu einem Bruttopreis von 40 Cent pro Kilowattstunde beziehen können. Die Differenz zum normalen Marktpreis soll monatlich direkt von den Versorgern verrechnet werden.

Sollte ich angekündigten Preiserhöhungen widersprechen?

Aktuell raten wir Ihnen davon ab, Preiserhöhungsschreiben seitens der Energieversorger pauschal zu widersprechen oder Zahlungen nicht oder nur unter Vorbehalt zu leisten. Es gelten zwischen Ihnen und Ihrem Energieversorger auch weiterhin die bekannten "normalen" Regelungen über Preiserhöhungen. Die Bundesregierung plant eine Missbrauchsregelung, damit Energieversorger ihre Preise nicht willkürlich anheben können. Wie diese Regelung aussehen soll, ist aber noch unklar. Es wurde noch kein Gesetz dazu verabschiedet.

Wie kann ich Strom einsparen?

Anders als beim Gas gibt es im Haushalt viele einzelne Stromverbraucher. Stromfresser wie alte Kühlschränke, Waschmaschinen oder Halogenlampen sollten Sie nach Möglichkeit so schnell wie möglich austauschen. Doch auch die vorhandenen Geräte bergen Einsparpotenzial: Stellen Sie zum Beispiel den Kühlschrank weniger kalt ein und tauen Sie die vereiste Gefriertruhe ab. Schalten Sie das Licht in Räumen aus, in denen Sie es gerade nicht benötigen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Möglichkeiten, Strom einzusparen. 

Im Schlepptau der Gaspreise sind auch die Kosten für Strom spürbar angestiegen. Was bedeutet das für Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir geben Ihnen Antworten auf wichtige Fragen.

Allgemeine Fragen zur Energiekrise

Wie kann ich Energie einsparen?

Heizung, warmes Wasser und Strom kosten eine Stange Geld und reißen angesichts steigender Preise immer größere Löcher in die Haushaltskasse. Neben dem Entlastungspaket der Bundesregierung sollten Sie auch selbst versuchen, weniger Energie zu verbrauchen. Das nützt Ihrem Geldbeutel und dem Klima. Unsere Tipps helfen weiter.

Wie sieht es mit Entlastungen aus?

Der Bundestag hat bereits eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro für Arbeitnehmende beschlossen. Auf den Betrag müssen Sie eventuell Steuern zahlen. Das Geld wird von Ihrem Arbeitgeber ausgezahlt. Wer Wohngeld oder Bafög bezieht, erhält stattdessen einen einmaligen Heizkostenzuschuss.

Zum 1. Januar 2023 soll die Zahl der wohngeldberechtigten Haushalte bundesweit auf insgesamt zwei Millionen steigen. Wohngeld können all diejenigen beantragen, die keine Sozialleistungen erhalten, aber nur wenig Geld zur Verfügung haben. Gleichzeitig wird es für die Empfängerinnen und Empfänger von Wohngeld wohl erneut einen Heizkostenzuschuss geben.

Sind Jahresrechnungen immer korrekt? Was kann ich tun, wenn nicht?

Die Inhalte von Strom- oder Gasrechnungen sind immer wieder fehlerhaft und sorgen für Ärger. Prüfen Sie daher, ob Ihre Rechnung stimmt. Wir haben sechs häufige Fehler ausgemacht:

  • Falscher Adressat

  • Falsche Preise oder Zeiträume

  • Falsche Berechnung

  • Falsche Zählerstände

  • Abschläge falsch erfasst

  • Boni nicht berücksichtigt

Prüfen Sie, ob Ihr Anbieter alles richtig berücksichtigt hat. Ist Ihre Rechnung falsch, können Sie diese beanstanden.

Ratsuchende können ihre Energiekosten- sowie Nebenkostenabrechnungen für Strom, Gas oder Fernwärme durch uns unabhängig prüfen lassen. Das Angebot ist für Hamburgerinnen und Hamburger kostenfrei. Hier können Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch buchen.

Worauf sollte ich bei den Abschlagszahlungen achten?

Lesen Sie regelmäßig Ihren Zählerstand ab – empfehlenswert ist einmal im Quartal. Notieren Sie sich die Werte. Nur wer seinen Energieverbrauch kennt, erlebt bei der Jahresabrechnung keine böse Überraschung.

Ihre Abschlagszahlungen müssen zum Verbrauch passen und weder zu niedrig noch zu hoch bemessen sein. Zahlen Sie zu niedrige Abschläge, ist die Nachforderung in der Jahresabrechnung hoch. Mit zu hohen Abschlägen gewähren Sie Ihrem Anbieter quasi einen zinsfreien Kredit.

Den Abschlag berechnen: Multiplizieren Sie den Verbrauch aus der letzten Jahresrechnung mit dem Arbeitspreis. Addieren Sie anschließend den Grundpreis. Diese Summe geteilt durch zwölf ergibt dann in etwa den angemessenen Wert für eine monatliche Abschlagszahlung.

Lesen Sie bei einer Preiserhöhung vor dem Stichtag Ihren Zählerstand ab. Berechnen Sie Ihren Verbrauch dann getrennt nach dem jeweiligen Preis.

Passen Abschläge und Verbrauch nicht zusammen? Lassen Sie die Abschläge von Ihrem Energieversorger an Ihren tatsächlichen Bedarf anpassen – wenn Ihr monatliches Budget dies zulässt.

Was kann ich tun, wenn Nachzahlungen nicht auf einmal leisten kann?

Handeln Sie mit Ihrem Energieversorger eine Ratenzahlung aus, wenn Sie Ihre Jahresrechnung nicht auf einen Schlag begleichen können. Wichtig ist, dass Sie die Raten und die laufenden Abschläge aus dem Ihnen verfügbaren Einkommen bezahlen können. Wählen Sie lieber eine längere Laufzeit mit niedrigen Raten.

Achtung: Vermerken Sie bei den Zahlungen an Ihren Energieversorger eindeutig, welcher Betrag auf die laufende Abschlagszahlung entfällt und welcher auf die Nachzahlung. So vermeiden Sie weitere Zahlungsrückstände.

Wenden Sie sich an das örtliche Jobcenter oder das Sozialamt, wenn der Anbieter die Ratenzahlung ablehnt. Dort können Sie einen Antrag auf Übernahme der Energieschulden stellen. In der Regel handelt es sich dabei um ein Darlehen.

Auch als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer mit geringem Einkommen können Sie beim Sozialamt oder bei Aufstockungsleistungen beim Jobcenter einen Antrag auf Übernahme der Energieschulden stellen. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie die Forderung nicht aus eigenen Mitteln zahlen können und alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Sie müssen diesen Antrag in dem Monat stellen, in dem die Nachzahlung fällig ist.

Was passiert, wenn ich die Energiekosten nicht zahlen kann?

Grundsätzlich kann Ihr Energielieferant die Versorgung unterbrechen, wenn Sie mit zwei Abschlagszahlungen und mindestens 100 Euro in Verzug sind. Dazu muss er Ihnen vier Wochen vorher eine Sperrandrohung und acht Tage vorher eine Sperrankündigung zukommen lassen. Außerdem muss er Ihnen vorher eine Ratenzahlung anbieten.

Für diese Fälle müssen dringend konkrete sowie unbürokratische Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Mehr darüber lesen Sie in unserem Artikel: „Kein Geld für Gas und Strom. Was dann?“

Was kann ich tun, wenn ich Leistungen vom Jobcenter oder Sozialamt beziehe?

Wenden Sie sich an das zuständige Amt. Bekommen Sie Leistungen zur Grundsicherung, dann übernehmen Jobcenter oder Sozialamt bei einem angemessenen Verbrauch die Nachzahlung von Gaskosten.

Stromkosten müssen dagegen aus dem Regelbedarf gedeckt werden. Sollte eine Nachforderung Ihres Stromanbieters kommen, sollten Sie einen Antrag auf Übernahme der Stromschulden stellen. Wird der Antrag bewilligt, erfolgt dies im Regelfall auf Darlehensbasis. Sie müssen das Geld also später ans Jobcenter / Sozialamt zurückzahlen.

Hilft ein Wechsel zu einem anderen Anbieter?

Was die Gasumlage betrifft, hilft Ihnen der Wechsel zu einem anderen Anbieter nicht weiter. Es ist davon auszugehen, dass viele Versorger die Umlage weiterreichen werden.

Aber auch ansonsten ist ein Anbieterwechsel derzeit schwierig. Zum einen nehmen viele Versorger nach wie vor keine neuen Kundinnen bzw. Kunden auf, zum anderen sind die Tarife schlichtweg teuer.  

Wenn Sie sich für einen Anbieterwechsel interessieren, sollten Sie sich zuerst mit Ihren aktuellen Tarifbedingungen vertraut machen: Wer ist Ihr Anbieter? Wie hoch ist Ihr Jahresverbrauch? Welche Preiskonditionen haben Sie? Haben Sie eine eingeschränkte Preisgarantie oder vielleicht sogar eine Festpreisgarantie?

Wenn Sie die Antworten auf diese Fragen kennen, können Sie einen Tarifvergleich anstellen. Verlassen Sich dabei nicht allein auf Preisvergleichsportale. Erkundigen Sie sich immer auch bei den Anbietern direkt nach den verfügbaren Tarifen und beziehen sie auch lokale Anbieter vor Ort in die Recherche mit ein.

Mit welchen Entlastungen kann ich als Verbraucherin und Verbraucher rechnen? Worauf ist bei Abschlagszahlungen zu achten und was passiert, wenn ich meine Strom- oder Gasrechnung nicht mehr bezahlen kann? Hier beantworten wir Ihnen allgemeine Fragen zur aktuellen Situation.

Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas & Fernwärme

Die Bundesregierung hat eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas & Fernwärme von 19 auf 7 Prozent beschlossen, rückwirkend ab dem 1. Oktober 2022. Diese soll bis März 2024 gelten. Unser Rat: Überprüfen Sie, ob diese Senkung auch tatsächlich bei Ihnen ankommt. Ein Rechner der Verbraucherzentrale hilft Ihnen dabei, die Abschlagshöhe zu kontrollieren.

Energiesparmaßnahmen der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat weitere Energiesparmaßnahmen beschlossen, die kurz- und mittelfristig zur Sicherung der Energieversorgung beitragen sollen. Die Regelungen gelten vorerst für sechs Monate und betreffen in erster Linie öffentliche Einrichtungen und die Privatwirtschaft. Unter anderem sollen weniger Büroflächen geheizt und Gebäude, Denkmäler und Werbeflächen zu bestimmten Zeiten nicht mehr beleuchtet werden.

Doch auch für Verbraucherinnen und Verbraucher gelten einige Maßnahmen: Klauseln in Mietverträgen, die eine bestimmte Mindesttemperatur vorsehen, werden vorübergehend ausgesetzt. Private Pools, ob drinnen oder draußen, dürfen nicht mehr mit Gas und Strom geheizt werden. Zusätzlich müssen Gasversorger ihre Kundinnen und Kunden frühzeitig über den erwarteten Energieverbrauch informieren. Das soll spätestens zum Beginn der Heizsaison passieren.

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