Schimmel in der Wohnung?

Knapp zwei Drittel aller Anfragen zum Thema Raumklima, die an uns gerichtet werden, beziehen sich auf Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel. Wir unterstützen Sie mit einer Ursachenanalyse vor Ort.

Schimmel in altem Gebäude

Das Wichtigste in Kürze

  1. Viele Verbraucher ärgern sich mit Feuchtigkeit und Schimmel in den eigenen vier Wänden herum. Einige Schimmelpilze können das Immunsystem schwächen sowie Infektionen, Lungenerkrankungen und Allergien hervorrufen.
  2. Schimmelschäden können durch bauliche Mängel oder durch falsches Heizen und Lüften entstehen.
  3. Die Verbraucherzentrale berät telefonisch, persönlich und bietet eine Ursachenanalyse vor Ort an.
Stand: 15.12.2017

Sind sie zu sehen, wird's gefährlich: wuchernde Pilzgeflechte. Sie hinterlassen an Wänden große, oft farbenfrohe Flecken. Es riecht muffig und die Tapeten lösen sich von den Wänden. Doch das sind nur die offensichtlichen Folgen. Schimmelpilze bilden Sporen, die in die Raumluft gelangen und über die Atemwege oder die Haut vom Menschen aufgenommen werden. Einige Arten können das Immunsystem schwächen sowie Infektionen, Lungenerkrankungen und Allergien hervorrufen.

Wo gibt es Schimmelpilze?

Lebensbedingungen finden Schimmelpilze in organischen Stoffen, die fast überall vorkommen: in der Erde, im Holz, in Staubkörnern, sogar in Kunststoffen. Eines haben alle befallenen Bauteile bzw. Oberflächen gemeinsam: Sie sind feucht. Temperaturen und Licht haben kaum Einfluss auf das Wachstum des Schimmelpilzes. Bad, dauerfeuchte Ecken, Duschvorhänge, Wände und Fenster bieten häufig einen idealen Tummelplatz für die Pilzgeflechte. Natürlicher, aber nicht unbedingt weniger gefährlich kommen sie in schimmliger Blumenerde zum Vorschein.

Wodurch entstehen Feuchtigkeit und Schimmel?

Schimmelschäden können sowohl durch bauliche Mängel als auch durch fehlerhaftes Verhalten unsererseits entstehen. Das sind mögliche Ursachen:

  • Bei Baumängeln wie Rissen oder sonstigen undichten Stellen in der Gebäudehülle sorgt einlaufendes Oberflächenwasser für die Lebensgrundlage der Schimmelpilzkolonien.
  • Eine hohe relative Luftfeuchtigkeit, die zum Beispiel durch Kochen, Duschen und Wäsche trocknen verursacht wird, schlägt sich an kalten Innenwänden nieder. An den Wänden kann die Luft weniger Wasser speichern und die Sättigungsgrenze – der sogenannte Taupunkt wird erreicht. Dann beginn die gasförmige Feuchtigkeit zu kondensieren. Ist der Untergrund über einen längeren Zeitraum nicht in der Lage, die Feuchtigkeit wieder an die Raumluft abzugeben, bildet das so entstandene Kondensat die Basis für das Pilzwachstum. Aus diesem Grund ist richtiges Heizen und Lüften sehr wichtig.
  • Oft bedingen sich auch Baumängel und falsche Heizen und Lüften gegenseitig – nicht zuletzt, weil feuchte Bauteile eine erhöhte Wärmeableitung ermöglichen, was wiederum zu einer schnelleren Auskühlung der betroffenen Wände führt.

Was tun gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit?

Wenn Sie Schimmel in Haus oder Wohnung haben, aber keine Baumängel vorliegen, sollten Sie in Ihren Räumen die Temperatur und die relativen Luftfeuchtigkeit mit einem elektronischen Hygrometer messen. Das Gerät kostet im Fachhandel rund 20 Euro.

  • Luftfeuchtigkeit bei mehr als 60 Prozent bzw. an kalten Wintertagen deutlich unter 40 Prozent: Sie sollten stoßlüften und die Fenster nicht nur auf Kipp stellen. Ist der Kondenswasserfilm, der sich bei kühlen Außentemperaturen an der Glasscheibe geöffneter Fenster bildet, vollständig verschwunden, können Sie das Fenster wieder schließen, um ein Auskühlen der Wände zu verhindern.
  • Luftfeuchtigkeit erneut bei mehr als 60 Prozent bzw. an kalten Wintertagen deutlich unter 40 Prozent: Wiederholen Sie das Stoßlüften.
  • Keine Besserung in Sicht: Wenden Sie sich an die Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Unser Angebot

Neben unserer telefonischen und persönlichen Beratung bieten wir Ihnen eine Ursachenanalyse vor Ort in Ihren eigenen vier Wänden an.

1. Ortsbesichtigung mit ausführlicher Beratung: 90 Euro*

2. Ortsbesichtigung mit ausführlicher Beratung und Messung von Temperatur und Feuchte (ohne Eingriff in die Bausubstanz): 135 Euro*

3. Ortsbesichtigung mit ausführlicher Beratung, Messung von Temperatur und Feuchte (ohne Eingriff in die Bausubstanz) sowie schriftliche Auswertung: 200 Euro*

4. Ortsbesichtigung mit ausführlicher Beratung, Messung von Temperatur und Feuchte, Tiefenbohrung in die Bausubstanz (in der Regel 8-mm-Bohrlöcher) sowie schriftliche Auswertung: 250 Euro*

*Kalkulationsgrundlage ist ca. eine Stunde Zeitaufwand, maximal drei Räume, Sonstiges nach Absprache. Alles Preise verstehen sich zuzüglich An-/Abfahrt innerhalb Hamburgs (26 Euro) bzw. außerhalb Hamburgs (38,35 Euro / Stunde + 0,38 Euro / Kilometer).

Wer misst Sporen von Schimmelpilzen in der Luft?

Unser Angebot zur Ursachenanalyse beinhaltet keine Sporenmessung. Wenn Sie geklärt haben, ob eine Sporenmessung nötig bzw. sinnvoll ist, können Sie diese beispielsweise durch folgende Anbieter durchführen lassen. Klären Sie die Kosten vorab im persönlichen Gespräch.

Darüber hinaus werden Sie im Internet oder auch in den Gelben Seiten unter den Stichworten Schimmelpilz, Schimmelpilzuntersuchungen, Umweltmesstechnik fündig.

Über die Energieberatung

Die Energie- und Klimahotline wird zu 100 Prozent von der Behörde für Umwelt und Energie aus Klimaschutzmitteln gefördert. Die persönliche Energieberatung und die Energie-Checks werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

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