Änderungen bei Prämien, Förderungen und Maklercourtage

Höhere Wohnungsbauprämie, Förderungsstop für Baukindergeld, Zuschüsse für Barrierereduzierung und Aufteilung der Maklercourtage. In den kommenden Wochen ändern sich einige Dinge bei der Bau- und Immobilienfinanzierung. Das sollten Bausparer, Bauherren und Käufer wissen.

Zwei Handwerker bauen Haus

Das Wichtigste In Kürze

  1. Zum Jahreswechsel erhalten Bausparer zehn Prozent Prämie auf jährliche Sparleistungen.
  2. Baukindergeld endet am 31. März 2021.
  3. Neue Rechtsprechung zur Maklercourtage. Künftig teilen sich Käufer und Verkäufer die Kosten.
  4. Die Fördermittel für Barrierereduzierung sind für 2020 aufgebraucht.
Stand: 10.12.2020

Die Wohnungsbauprämie soll Bausparer unterstützen, sich den Traum von der eigenen Immobilie zu erfüllen. Ab dem 1. Januar 2021 steigt diese Prämie. Alleinstehende Bausparer erhalten künftig zehn Prozent Prämie auf jährliche Sparleistungen bis zu 700 Euro, Ehepaare auf Sparleistungen bis zu 1.400 Euro. Bisher lag die Grenze bei 512 Euro für Alleinstehende und 1.024 Euro für Ehepaare. Die neuen Prämien gelten auch für bereits laufende Bausparverträge.

Gleichzeitig haben durch die neue Regelung auch mehr Menschen Anspruch auf die Wohnungsbauprämie. Diese belohnt, wer den zugeteilten Bausparvertrag wohnwirtschaftlich, zum Beispiel für eine Immobilie, verwendet und gleichzeitig bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreitet: Während Singles bislang ein zu versteuerndes Monatseinkommen von maximal 25.600 Euro (Verheiratete: 51.200 Euro) haben durften, steigt dieser Betrag 2021 auf 35.000 Euro (Verheiratete: 70.000 Euro).

Baukindergeld endet am 31. März 2021

Das Baukindergeld unterstützt Familien mit Kindern und Alleinerziehende bei der Finanzierung eines eigenen Hauses oder einer Eigentumswohnung. Pro Kind beträgt der staatliche Zuschuss 12.000 Euro, ausgezahlt in zehn jährlichen Raten zu je 1.200 Euro. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. Ursprünglich war die Förderung bis Jahresende befristet, wurde aufgrund der Corona-Pandemie aber noch einmal um drei Monate verlängert. Bauherren und Immobilienkäufer, die bis Ende März 2021 einen notariellen Kaufvertrag abschließen oder eine Baugenehmigung haben, können also noch von der Förderung profitieren. Die Anträge sind bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu stellen.

Voraussetzungen:

  • Im Haushalt leben Kinder unter 18 Jahre, für die Kindergeld bezogen wird.
  • Das Haushaltseinkommen darf pro Jahr maximal 90.000 Euro bei einem Kind betragen. Plus 15.000 Euro für jedes weitere Kind.
  • Der Kaufvertrag darf frühestens am 1. Januar 2018 unterzeichnet oder die Baugenehmigung erteilt worden sein.

Unser Tipp

Wenn Sie sich das Wohneigentum mithilfe des Baukindergeldes „gerade so“ leisten können, sollten Sie vorsichtig sein. Rechnen Sie Ihre Finanzierung auch immer so durch, als ob es das Baukindergeld nicht gäbe. Was Sie darüber hinaus noch beachten sollten, verraten wir in unseren 12 Tipps zur Immobilienfinanzierung.

Maklercourtage teilen sich Käufer und Verkäufer

Bereits zum 23. Dezember tritt ein bundesweit gültiges Gesetz zur Maklerprovision in Kraft. Künftig teilen sich Käufer und Verkäufer einer Immobilie die Maklercourtage. Bislang wurde diese in voller Höhe vom Käufer gezahlt. Wir werden sehr genau beobachten, wie sich diese Änderung am Immobilienmarkt auswirkt. Wir gehen davon aus, dass die Auswirkungen in großen Städten wie Hamburg spürbarer sind als in ländlichen Gebieten.

Fördermittel für Barrierereduzierung aufgebraucht

Über die KfW-Bank fördert die Bundesregierung den Abbau von Barrieren für mehr Wohnkomfort. In diesem Jahr sind die Mittel leider bereits aufgebraucht. Es ist in 2020 keine Antragsstellung mehr möglich. Die KfW-Bank informiert auf ihrer Homepage, sobald Mittel für 2021 im Bundeshaushalt vorgesehen sind und wieder Anträge gestellt werden können. Grundsätzlich können diese aber nur gestellt werden, wenn mit dem Bauvorhaben noch nicht begonnen wurde. Der Zuschuss kann bis zu 6.250 Euro betragen.

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