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Coronavirus: Achtung, Falschmeldungen!

In der Coronakrise überschlagen sich die Nachrichten. Was heute noch gilt, ist morgen vielleicht schon überholt. Leider geistern auch viele Falschmeldungen durch die Welt. Lassen Sie sich davon nicht verrückt machen! Wir räumen mit einigen Gerüchten auf.

Menschen am Mobiltelefon

Das Wichtigste in Kürze

  1. In den sozialen Medien und über Messenger-Dienste verbreiten sich Falschmeldungen und Gerüchte rund um das Coronavirus rasend schnell.
  2. Informieren Sie sich bei offiziellen Stellen und seriösen Medien zum aktuellen Stand der Pandemie und möglichen Gefahren.
  3. Achtung, Fake-Shops und unseriöse Geschäftemacher wollen Verbrauchern mit vermeintlich sinnvollen Produkten das Geld aus der Tasche ziehen.
Stand: 03.04.2020

In sozialen Medien und über Messenger-Dienste wie WhatsApp grassieren die wildesten Falschmeldungen, Gerüchte und Verschwörungstheorien zum Thema Corona. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern. Wir veröffentlichen einige der ominösen Meldungen und stellen sie richtig.

Gefälschte Mails der Sparkasse

Auch Cyber-Kriminelle versuchen, die Unsicherheit der Menschen in Zeiten der Corona-Krise für sich zu nutzen. So sind zum Beispiel gefälschte Mails der Sparkasse im Umlauf, in denen die Kunden zum Abgleich ihrer persönlichen Daten aufgefordert werden. Über einen Link in der Mail werden die Betroffenen auf eine authentisch aussehende Eingabemaske geleitet, die die Daten nach der Eingabe direkt an die Betrüger sendet.

Unser Rat: Solche E-Mails können Sie direkt löschen. Klicken Sie auf keinen Fall auf einen angegebenen Link. Ihre Bank oder Sparkasse wird Sie per Mail nicht zum Abgleich ihrer persönlichen Daten auffordern.

Falsche Warnhinweise der WHO

Seien Sie auch vorsichtig bei vermeintlichen Warnhinweisen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), auf die Sie mithilfe von manipulierten Router-Einstellungen geleitet werden. Die Warnhinweise rufen wiederum zum Download einer COVID-19-Tracking-App auf, hinter der sich eine Malware verbirgt. Die sammelt sensible Informationen und schickt sie an einen entfernten Server.

UV-Strahlen töten Coronaviren.

UV-Strahlung tötet Viren ab. Das ist richtig. Jedoch nur, wenn sich die Viren auf Geräten oder Oberflächen befinden. Werden diese mit UV-Licht bestrahlt, kann das vor sogenannten Schmierinfektionen schützen. Bei der Übertragung von Coronaviren spielen Schmierinfektionen jedoch kaum eine Rolle. Viel problematischer sind Tröpfcheninfektionen (Aerosol) von Mensch zu Mensch. Diesen Übertragungsweg kann leider auch kein UV-Gerät verhindern, denn infizierte Menschen können nicht wirksam bestrahlt werden. Die Viren sitzen vornehmlich im Rachen und lassen sich dort nicht einfach abtöten. Laut Weltgesundheitsorganisation sollten UV-Lampen auch nicht zum Sterilisieren von Händen oder anderen Hautbereichen verwendet werden. Die UV-Strahlung kann Hautreizungen verursachen. Das Geld für UV-Bestrahlungsgeräte, die nun im Netz angepriesen werden, können Sie sich also sparen.

Wer Chlordioxid trinkt, kann eine Infektion verhindern.

Derzeit verbreitet sich in sozialen Netzwerken die Meldung, dass Chlordioxid Sars-CoV-2 abtöten könne. Man solle nur regelmäßig davon trinken. Eine Verbraucherin informierte uns über den Hinweis eines Tierarztes, der auf Facebook dazu rät, die Substanz in einem kleinen Glas Wasser morgens und abends zu sich zu nehmen.

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für diese Behauptung. Chlordioxid wirkt auf Haut und Schleimhaut je nach Konzentration reizend bis ätzend. Der Stoff ist gesundheitsschädlich. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nierenversagen, schwere Darmschädigungen und Blutdruckabfall können die Folge sein. Besonders Kinder sind aufgrund ihres geringen Körpergewichts stark gefährdet.

Luftanhalten ist ein Schnelltest auf das Coronavirus.

Lässt sich durch Luftanhalten herausfinden, ob man Covid-19 hat oder nicht? Wer tief einatmet und dann ohne Probleme für zehn Sekunden die Luft anhalten kann, hat angeblich keine sogenannte Fibrose in der Lunge und soll sich somit nicht mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, wird über die sozialen Medien verbreitet. Doch das ist eine Falschinformation.

Einen Schnelltest auf Sars-CoV-2, den jeder selbst durchführen kann, gibt es derzeit nicht. Ob ein Mensch es schafft, zehn Sekunden lang die Luft anzuhalten, kann verschiedene Gründe haben. Neben einer Erkrankung der Atemwege kann beispielsweise auch Asthma das Luftanhalten erschweren. Außerdem vermehrt sich das Virus zu Beginn der Ansteckung vor allem im Rachen. Eine ausschließliche Untersuchung der Lunge kann zu diesem Zeitpunkt keine Aussage über eine mögliche Ansteckung mit dem Virus geben. Darüber hinaus ist eine Fibrose laut Experten kein Krankheitszeichen für Covid-19.

Zauberformeln helfen gegen Corona.

Während weltweit nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht wird, werben vermeintliche Heiler im Internet mit Zauberformeln. So sollen zum Beispiel Zahlencodes an Türen und Gebäuden gegen eine Ausbreitung des Virus schützen. Ein weiterer Zahlencode soll Corona-Erkrankte sogar heilen können. Dieser Code ist dann für eine einmalige Gebühr per E-Mail zu erwerben. Lassen Sie die Finger von diesem Quatsch! Hier wollen Ihnen Scharlatane nur das Geld aus der Tasche ziehen.

Die Supermärkte in Deutschland schließen.

Eine Meldung, dass sich die größten Supermarktketten in Deutschland abgesprochen hätten und wegen des Coronavirus nur noch sporadisch öffnen würden, ist nachweislich falsch. Auch über WhatsApp verbreitete Nachrichten zur Schließung von Aldi-Filialen sind nicht richtig. 

„Die Supermärkte bleiben geöffnet. Die Lebensmittelversorgung ist gesichert“, betont Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Lieferketten seien weitgehend intakt. Um die Belieferung der Supermärkte sicherzustellen, wurde das Sonntagsfahrverbot für Lkw gelockert. Hamsterkäufe sind unnötig. Es ist genug für alle da! Niemand sollte, niemand muss hamstern.

Danke für Ihren Hinweis!

Corona-Falschmeldungen? Abzocke? Betrüger nutzen die Unsicherheiten vieler Menschen rund um das Virus aus und sorgen so für noch mehr Verunsicherung. Wenn Ihnen etwas dubios vorkommt, informieren Sie uns. Nutzen Sie hierfür einfach unser Kontaktformular mit dem Stichwort »Corona«. Vielen Dank!

Übrigens: Auf der Website mimikama.at werden regelmäßig verdächtige Internetinhalte veröffentlicht. Ob Hoaxes, Abofallen, Spam, ominöse Gewinnspiele oder Fake News, unterziehen Sie Ihre Corona-Meldung erst einmal einem Faktencheck. 
⇒ Weiterlesen: www.mimikama.at

Kleidung aus zweiter Hand kann das Coronavirus übertragen.

Aus der Erfahrung mit anderen Viren gehen Experten davon aus, dass sich Coronaviren über Tröpfcheninfektionen verbreiten – also über Husten oder Niesen sowie engen Körperkontakt. Übertragungen durch Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, seien laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung in Form sogenannter Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies allerdings nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Eine Übertragung der Viren durch gebrauchte Kleidungsstücke schließen Forscher zurzeit aus. Die Experten gehen davon aus, dass Viren sich auf Gewebe nicht gut halten. Problematisch sind eher Oberflächen aus Metall oder Kunststoff, etwa Türgriffe, Klingeln, Fahrstuhlknöpfe...

Second-Hand-Ware sollten Sie nach dem Kauf ohnehin erst einmal so heiß wie möglich waschen. Anschließend können Sie die Kleidungsstücke bedenkenlos tragen. Wir raten daher weiterhin explizit zum Kauf gebrauchter Kleidung, um Ressourcen zu schonen.

Atemschutzmasken sind notwendig, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Gewöhnliche, handelsübliche Atemschutzmasken schützen nicht davor, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Ein normaler Mund-Nasen-Schutz oder eine selbst genähte Behelfsmaske, ein Tuch oder ein Schal können lediglich Tröpfchen abfangen, die man selbst zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt. So hilft man, andere Menschen nicht anzustecken. Um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit respiratorischen Erregern zu schützen, sind vor allem eine gute Händehygiene, das Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter) die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen, schreibt das Robert Koch-Institut.

Nur spezielle Feinpartikelmasken (FFP-Masken) sind laut Experten geeignet, einer Tröpfcheninfektion vorzubeugen. Diese Masken sollen all jene Menschen tragen, die engen Kontakt zu Covid-19-Patienten haben. Sie filtern bestimmte Partikel aus der Atemluft.

Vorsicht vor Fake-Shops: Unseriöse Geschäftemacher versuchen derweil, aus der hohen Nachfrage nach Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln Profit zu schlagen. Im Internet bieten zahlreiche Internetseiten angeblich ausverkaufte Produkte zu überhöhten Preisen an. Darunter sind auch viele Fake-Shops. Diese Plattformen enthalten oft weder ein Impressum noch eine direkte Kontaktmöglichkeit zum Anbieter. Als Zahlungsmittel ist meist nur Vorkasse möglich. Bei Fake-Shops erhalten Kunden nach der Bestellung meist keine Ware oder nur Produkte in sehr schlechter Qualität. Ist das Geld erst einmal überwiesen, ist es in der Regel verloren.

Knoblauch und Alkohol können eine Ansteckung verhindern.

Acht Knoblauchzehen auf sieben Tassen Wasser helfen gegen eine Infektion. Im Internet kursieren solche und ähnliche Rezepte mit Knoblauch. Helfen können sie aber nicht. Obwohl Knoblauch durchaus gesund ist, gebe es keine Hinweise darauf, dass er vor einer Coronavirus-Infektion schützen kann, sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Auch das Einreiben des Körpers mit Alkohol oder Chlor verhindert laut WHO nicht, dass Viren in den Körper gelangen.

Nahrungsergänzungsmittel können eine Infektion verhindern.

Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und nicht zur Prävention, Linderung oder Therapie von Erkrankungen gedacht. Es ist verboten, ihnen in Werbeaussagen Wirkungen oder Eigenschaften zuzuschreiben, die sie nicht besitzen. Entsprechende Aussagen sind nur erlaubt, wenn sie wissenschaftlichen Überprüfungen standhalten.

Da das Coronavirus erst seit kurzer Zeit bekannt ist, gibt es keinerlei Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen beweisen. Weitere Informationen zum Thema haben unsere Kolleginnen und Kollegen aus Nordrhein-Westfalen zusammengestellt.

Vor allem ältere Menschen können sich anstecken.

Nein, die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus besteht für alle Menschen und Altersgruppen, nicht nur für ältere Menschen. Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation sind ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Herzkreislaufproblemen oder Asthma allerdings öfter von einem schweren Krankheitsverlauf betroffen.

Zum Weiterlesen

Das Coronavirus breitet sich in rasanter Geschwindigkeit in Deutschland und in vielen anderen Ländern der Erde aus. Die Pandemie wirbelt unseren Alltag mächtig durcheinander. Wir haben wichtige Informationen für Sie zusammengestellt, die Ihnen hoffentlich helfen, gut durch die nächsten Wochen zu kommen.
⇒ Weiterlesen: www.vzhh.de/coronavirus

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