ADAC-Abofalle gestoppt

Ein kostenloses Fahrtraining war für viele minderjährige Fahrschüler Grund genug, in ihrer Fahrschule für eine kostenfreie Mitgliedschaft beim ADAC zu unterschreiben. Doch die Sache hatte einen Haken. Wir haben den Verkehrsclub abgemahnt. Mit Erfolg.

Mann beim Autofahren

Das Wichtigste in Kürze

  1. Ohne Genehmigung ihrer Eltern können Minderjährige keine kostenfreien Verträge, die sich automatisch in kostenpflichtige Mitgliedschaften verlängern, abschließen. Nach Eintritt der Volljährigkeit können die jungen Erwachsenen den Vertrag aber durch Zahlung selbst genehmigen.
  2. Der Verkehrsclub ADAC stellte diese Rechtslage bei seinen Mitgliedern jedoch unzureichend dar.
  3. Die Verbraucherzentrale Hamburg mahnte den ADAC wegen Irreführung ab. Der Verein lenkte ein und gab eine Unterlassungserklärung ab.

 

Stand: 02.07.2018

Gelockt mit einem kostenlosen Fahrtraining unterschrieben minderjährige Fahrschüler in ihrer Fahrschule für eine kostenfreie ADAC-Mitgliedschaft, die nach Ablauf eines Jahres automatisch in den kostenpflichtigen Tarif »Young Driver« übergehen sollte. Wir haben den Automobilclub wegen Irreführung abgemahnt, denn grundsätzlich konnten die Minderjährigen ohne die Genehmigung ihrer Eltern keinen Vertrag mit dem ADAC schließen. Dennoch suggerierte der Verkehrsclub in seinen Schreiben zur Tarifumstellung einen Vertragsschluss.

Rechtslage clever verschleiert

„Die Tarifumstellung deiner Mitgliedschaft erfolgt automatisch – du brauchst dich also um nichts zu kümmern. Solltest du auf eine Fortsetzung deiner Mitgliedschaft verzichten wollen, teile uns dies bitte innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt dieses Briefes mit“, informierte der Automobilclub die jungen Erwachsenen drei Monate vor dem anstehenden Wechsel in den kostenpflichtigen Tarif. Reagierten die Betroffenen nicht, schickte der ADAC nach Ablauf des Jahres eine Zahlungsaufforderung über den jährlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 24 Euro.

Mit seinen Briefen verschleierte der ADAC die Rechtslage. Tatsächlich mussten sich die Fahrschüler weder zur kostenpflichtigen Mitgliedschaft zurückmelden, noch später den Mitgliedsbeitrag zahlen. Der angeblich zuvor von den Minderjährigen geschlossene kostenlose Vertrag war nämlich gar nicht rechtens, denn die Eltern hatten in der Regel nicht zugestimmt. Perfide am Vorgehen des ADAC war vor allem, dass die mittlerweile Volljährigen erst durch die Zahlung des Mitgliedsbeitrags, den unwirksamen Mitgliedsvertrag genehmigten und dann in der Tat einen wirksamen Mitgliedsvertrag hatten.

Wegen Irreführung abgemahnt

Wir fanden dieser Art der Mitgliederwerbung nicht in Ordnung und haben dem Verein eine Abmahnung geschickt. Der ADAC verpflichtete sich uns gegenüber, die kritisierten Schreiben zur Tarifumstellung ab dem 1. Juli 2018 nicht mehr zu verschicken und ab dem 1. September 2018 in seinen Rechnungen darauf hinzuweisen, dass durch Zahlung ein Vertrag zustande kommt.

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