Dieselmogelpackung: Klage gegen Volkswagen

In der Affäre um manipulierte Abgas­werte bei Dieselautos hatten Verbraucher bislang das Nachsehen. Über 470.000 betroffene Autobesitzer haben sich deshalb der Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen angeschlossen. Heute ist die erste mündliche Verhandlung vor Gericht.

Messung der Abgase am Auspuff eines Autos

Das Wichtigste in Kürze

  1. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) führt in Kooperation mit dem ADAC eine Musterfeststellungsklage gegen die Volkswagen AG.
  2. Betroffene VW-Kunden, die Schadensersatz vom Automobilkonzern verlangen wollen, konnten sich bis zum 29. September 2019 kostenlos in ein Klageregister des Bundesamtes für Justiz eintragen. Dort sind über 470.000 Anmeldungen eingegangen. Heute findet die erste mündliche Verhandlung vor Gericht statt.
  3. Von der Klage umfasst sind Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi, Skoda und Seat mit Dieselmotoren des Typs EA189.
Stand: 30.09.2019

Vor drei Jahren kam ans Licht, dass viele Dieselautos im Normalbetrieb mehr Stickstoff- oder Kohlendioxid ausstoßen als während behördlich vorgeschriebener Abgastests. Jeder Autofahrer, der sich bewusst für ein Auto mit angeblich geringem Abgasausstoß entschieden hatte, musste feststellen, dass er eine „Mogelpackung“ fährt. Autobesitzer, die Volkswagen in die Pflicht nehmen wollen, konnten sich der Musterfeststellungsklage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) anschließen.

Was Sie über die Klage gegen Volkswagen wissen sollten

Ziel der Klage ist die Feststellung, dass Volkswagen Käufer vorsätzlich sittenwidrig geschädigt hat und daher Schadensersatz schuldet. An dem Prozess beteiligen konnten sich Käufer von Fahrzeugen der Marken Volkswagen, Audi, Seat und Skoda mit einem Dieselmotor des Typs EA 189, für die ein Rückruf ausgesprochen wurde. Der Kauf des Wagens muss nach dem 1. November 2008 erfolgt sein.

Der Termin für die erste mündliche Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Braunschweig findet am 30. September 2019 statt. Wie lange das Verfahren dauern wird, ist noch nicht abzuschätzen. 

Der Prozess wird entweder mit einem Vergleich oder mit einem Urteil enden. Wenn ein Vergleich geschlossen wird, kann dieser Zahlungen an die geschädigten Autobesitzer beinhalten. Fällt ein positives Urteil, können Sie Ihre Ansprüche eigenständig vor Gericht einklagen. Das Musterurteil vereinfacht in diesem Fall die Rechtsdurchsetzung. Auch ein negatives Urteil ist bindend.

    Kontakt und Infos

    Das Musterfeststellungsverfahren gegen Volkswagen ist im Hinblick auf die neuen gesetzlichen Regelungen zur Musterfeststellungsklage in weiten Teilen Neuland. Alle wichtigen Fragen zur VW-Klage beantworten wir Ihnen

    Neuigkeiten zum Stand des Verfahrens finden Sie bei uns oder per Mail über den News-Alert des vzbv.

    Welche Möglichkeiten haben Verbraucher noch?

    Wollen Sie Ihren Diesel wegen der eingebauten Betrugssoftware loswerden, haben Sie gute Chancen, wenn Sie den Kauf durch einen Kredit bei einer der hauseigenen Autobanken des Volkswagen-Konzerns finanziert haben. Die Kreditverträge enthalten nämlich oft fehlerhafte Verbraucherinformationen. Sie dürfen Ihren Kredit dann widerrufen und Ihr Fahrzeug zurückgeben. So können sie ihre „Diesel-Mogelpackung“ wieder einigermaßen verlustfrei loswerden. Wir prüfen Ihren Vertrag und schauen, was möglich ist.

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