Brautkleid: Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Die Hochzeit steht bald an? Es fehlt nur noch ein schönes Brautkleid. Vermeintliche Schnäppchen aus dem Internet entpuppen sich oft als Fehlkauf und auch beim Kauf im Laden muss man einiges beachten. Das sollten Sie wissen, damit dem schönsten Tag des Lebens nichts im Wege steht.

Beine eines Brautpaares auf Wiese

Das Wichtigste in Kürze

  1. Für den Kauf eines Brautkleids sollten sich Frauen ausreichend Zeit nehmen, denn ein Umtausch der teuren Ware kann schwierig werden.
  2. Günstige Brautkleider aus Online-Shops entpuppen sich oft als billig und schlecht verarbeitet.
  3. Viele Shopping-Portale für Brautmode sind nicht in der EU ansässig; für sie gilt daher nicht das 14-tägige Widerrufsrecht.
Stand: 05.09.2016

Schon Monate vorher machen sich viele Frauen auf die Suche nach der passenden Brautmode. Doch sowohl im stationären Handel als auch im Internet ist der Kauf nicht ohne Tücken.

Unterziehen Sie daher nicht nur Ihren zukünftigen Ehepartner einer genauen Prüfung, sondern auch das Brautkleid, das Sie tragen möchten. Schauen Sie sich lieber die verschiedenen Läden – auch Shops im Internet – und deren Angebote gründlich an und entscheiden Sie in Ruhe. Und: Planen Sie beim Kauf einen großzügigen Zeitpuffer für eventuelle Änderungen ein.

Rückgabe im Laden reine Kulanz

Das Kleid im ersten Laden sah perfekt aus und sie hat sofort zugegriffen. Doch im Schaufenster des nächsten Geschäfts hängt noch ein schöneres. Das erste zurückzugeben, sollte doch kein Problem sein, glaubt sie.

Mit dieser weit verbreiteten Annahme zum Rückgaberecht liegen viele Kunden falsch, denn es gibt eigentlich gar kein Rückgaberecht. Wenn der Handel fehlerfreie Ware zurücknimmt, so ist dies reine Kulanz. Ein Kleid zurückzugeben ist vor allem dann schwierig, wenn es speziell für Sie maßgeschneidert oder extra für Ihre Körpermaße angepasst wurde. Überlegen Sie vor dem Kauf eines Brautkleids daher genau, ob es tatsächlich dieses eine sein soll. Mehr darüber lesen Sie in unserem Artikel „Umtausch – welche Rechte habe ich?“.

Reklamieren können Sie Ihr Kleid nur dann, wenn es Ihnen beispielsweise nicht passt, obwohl es maßangefertigt wurde oder es andere Mängel wie Flecken oder lose Nähte aufweist. In diesem Fall ist der Verkäufer des Kleides verpflichtet, die Ware nach Wahl des Kunden entweder umzutauschen oder zu reparieren bzw. reparieren zu lassen. Sollte das Kleid nach dem Umtausch oder dem zweiten Reparaturversuch immer noch mangelhaft sein, können Sie entweder vom Vertrag zurücktreten und Ihr Geld zurückverlangen oder das mangelhafte Brautkleid behalten und den Kaufpreis mindern. Mehr darüber lesen Sie in unserem Artikel „Ware kaputt – was tun?“.

Brautmode zum Schnäppchenpreis im Internet

Immer mehr Frauen bestellen ihr Brautkleid heutzutage im Internet. Schon ab etwa 80 Euro lässt sich online traumhafte Brautmode kaufen. Doch das vermeintliche Schnäppchen kann schnell zum Ärgernis werden.

Die Enttäuschung ist groß, wenn das langersehnte Paket eintrifft. Viele der bestellten Brautkleider passen nicht oder sind schlecht verarbeitet. Auch die edlen Stoffe auf den Fotos im Netz entpuppen sich in der Realität als minderwertig. Und so packen viele Betroffenen die Kleider wieder ein und schicken sie zurück.

Doch nach der Rücksendung der Ware warten die Frauen oft vergeblich auf ein neues Kleid oder die Rückzahlung ihres Geldes. Warum? Die meisten Online-Shops, die günstige Brautmode im Netz anbieten, haben ihren Firmensitz nicht in der Europäischen Union, sondern in Ländern wie China und dort gibt es kein 14-tägiges Widerrufsrecht. Die Nachfragen deutscher Kundinnen laufen daher in der Regel ins Leere, E-Mails werden nicht beantwortet und über die Service-Hotline ist niemand erreichbar.

Meist lässt sich zunächst nicht erkennen, dass es sich beim Brautkleid-Versand um einen im Ausland ansässigen Shop handelt. Die Texte sind in fehlerfreiem Deutsch verfasst und die Gestaltung der Portale macht einen seriösen Eindruck. Um sich unnötigen Ärger zu ersparen, sollten Sie daher vor dem Kauf eines Brautkleides immer einen sehr genauen Blick auf die Website werfen.

  • Ein K.O.-Kriterium ist ein fehlendes Impressum, das alle Händler nach europäischem Recht ausweisen müssen. Ohne Impressum ist es schwierig, die Firma überhaupt ausfindig zu machen.
  • Auch wenn ausschließlich per Vorkasse oder mit Kreditkarte gezahlt werden kann, sollten Sie vorsichtig sein. Ist das Geld erst einmal abgebucht, kann es nur schwer wieder zurückgeholt werden.

Unser Rat

Informieren Sie sich umfassend vor dem Kauf eines Brautkleids und investieren Sie lieber in etwas teurere Qualitätsware statt in vermeintliche Schnäppchen.

80 Euro für ein schickes Kleid klingt verlockend, doch ein günstiger Preis in Online-Shops geht einher mit einem hohen Risiko. Im schlimmsten Fall stehen Sie nach wochenlangem Warten ohne Kleid da, sehen Ihr Geld nie wieder und müssen die Hochzeitsgarderobe noch auf den letzten Drücker kaufen.