Thomas Cook: Reiseveranstalter pleite und jetzt?

Böse Überraschung für Tausende Urlauber. Das Touristikunternehmen Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet. Welche Rechte haben Verbraucher? Was wird aus gebuchten Reisen? Wie komme ich aus dem Urlaub zurück?

Pleite: Flugzeug von Thomas Cook bleibt am Boden
Stand: 27.09.2019

Der britische Touristikkonzern Thomas Cook ist pleite. Auch die deutsche Thomas Cook GmbH hat mittlerweile Insolvenz angemeldet. Tausende Verbraucherinnen und Verbraucher sind zurzeit mit den Reiseunternehmen unterwegs oder hatten vor, demnächst zu verreisen. Wenn auch Sie bei Thomas Cook eine Pauschalreise gebucht haben, so sind das Ihre Rechte:

Vor Reiseantritt

  • Sagt Thomas Cook oder eines der betroffenen Tochterunternehmen oder der Insolvenzverwalter Ihre Reise ab, so erhalten Sie Ihr Geld zurück. Laut Anbieter werden alle Reisen, die bis einschließlich 31. Dezember 2019 stattfinden sollten, nicht durchgeführt. Was mit den Reisen ab Januar 2020 passieren wird, ist bislang unklar.
  • Wenn Ihre Reise abgesagt wurde, sollten Sie sich für Informationen zum weiteren Vorgehen an den vom Insolvenzabsicherer Zurich Insurance beauftragten Dienstleister Kaera wenden (Tel. +49 6172- 99 76 11 23).

Während der Reise

  • Der Reiseveranstalter muss sich um Ihre Rückreise kümmern. Passiert nichts, können Sie auch selbst einen Rückflug buchen und die Kosten gegenüber Thomas Cook bzw. dem im Sicherungsschein genannten Absicherer geltend machen.
  • Fordert Sie Ihr Hotelier vor Ort zur Zahlung von Übernachtungskosten auf, versuchen Sie dies zunächst mit dem Reiseveranstalter bzw. Absicherer zu klären. Ist das nicht möglich, lassen Sie sich die Zahlungen unbedingt quittieren, denn Thomas Cook und seine Tochterunternehmen bzw. der Absicherer sind zur Erstattung verpflichtet.
  • Für die Zahlungsabwicklung bzw. Rückerstattung setzen Sie sich mit dem vom Insolvenzabsicherer Zurich Insurance beauftragten Dienstleister Kaera (Tel. +49 6172- 99 76 11 23) in Verbindung.
     
  • Wird seitens Thomas Cook entschieden, dass Sie Ihre Pauschalreise nicht fortsetzen können, sondern diese abbrechen und zurückreisen sollen, müssen Sie dies hinnehmen und Ihre Heimreise antreten. Den Preis für die anteilig nicht erbrachten Leistungen muss Ihnen Thomas Cook bzw. der Absicherer zurückzahlen. Entscheiden Sie sich dafür, Ihren Urlaub fortzusetzen, werden Ihnen die Kosten für die weitere Unterbringung und den späteren Flug nicht erstattet.

Pauschalreisende besser geschützt als Individualurlauber

Wenn Sie bei Thomas Cook eine Pauschalreise (bestehend aus mehreren Reiseleistungen, wie zum Beispiel Flug, Unterkunft, Mietwagen) gebucht haben, sind Sie über die Insolvenzabsicherung des Reiseveranstalters geschützt. Für Pauschalreisende besteht ein gesetzlicher Schutz gegen Insolvenz.

Anders als bei reinen Flugbuchungen müssen Veranstalter von Pauschalreisen oder sogenannten verbundenen Reiseleistungen über eine Insolvenzabsicherung verfügen und diese durch einen sogenannten Sicherungsschein nachweisen. Fallen Reiseleistungen aufgrund der Zahlungsunfähigkeit eines Reiseveranstalters aus, ist der Insolvenzabsicherer – eine Versicherung oder eine Bank – verpflichtet, sämtliche Zahlungen des Reisenden zu erstatten.

Haben Sie Ihr Flugticket oder Ihre Unterkunft dagegen selbst gebucht, müssen Sie sich auch selbst um Ersatz kümmern und diesen selbst bezahlen. Denn: Für einzelne Reiseleistungen wie Flüge ist die Insolvenzabsicherung – anders als Pauschalreisen – nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Verbraucherzentralen fordern seit Jahren einen Insolvenzschutz für alle Flugreisenden – nicht nur für Pauschalurlauber.

Auch Tochterunternehmen sind betroffen

Von der Firmenpleite bei Thomas Cook sind auch deutsche Tochterunternehmen wie Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook Signature betroffen. Die Firmen haben den Verkauf von Tickets bereits gestoppt. Der Ferienflieger Condor hingegen, der ebenfalls zu Thomas Cook gehört, wird den Flugbetrieb vorerst weiterführen, allerdings keine Reisenden von Thomas Cook transportieren. Die Bundesregierung und das Land Hessen haben dem deutschen Ferienflieger am 24. September 2019 einen Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro gewährt. 

Unser Angebot

Wenn Sie Urlaubs- oder Reiseärger haben oder noch Fragen zur Insolvenz von Thomas Cook, kommen Sie in unsere Rechtsberatung. Am Ende dieser Seite finden Sie eine Übersicht unserer Beratungsangebote und -zeiten.

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