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Insolvenz russischer Banken: Was tun?

Infolge der Sanktionen gegen Russland sind einige russische Banken in finanzielle Bedrängnis geraten. Darunter die Sberbank Europe AG. Diese konnte die drohende Insolvenz gerade noch abwenden und wird jetzt abgewickelt. Was bedeutet das für deutsche Sparerinnen und Sparer?

Filiale der Sberbank

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Sberbank Europe AG hat ihren Sitz in Österreich. Die österreichische Finanzmarktaufsicht hatte die Fortführung des Geschäftsbetriebs untersagt.
  2. In der Europäischen Union sind Guthaben bis zu einer Höhe von 100.000 Euro je Sparerin und Sparer durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.
  3. Betroffene sollten prüfen, ob sie ihre aktuellen Kontaktdaten bei der Bank hinterlegt haben.
Stand: 06.05.2022

Die Sberbank Europe AG, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Sberbank Russland, war zahlungsunfähig. Viele Anlegerinnen und Anleger haben seit Beginn des Krieges in der Ukraine von der Sberbank Europe AG oder ihren Tochtergesellschaften im großen Stil Gelder abgezogen. Die drohende Insolvenz konnte die Sberbank Europe AG durch den Verkauf des Vermögensportfolios jedoch abwenden. Die Bank wird jetzt ordentlich abgewickelt.

Auch andere russische Banken sind aufgrund der Sanktionen in Schieflage geraten. Unter anderem die Amsterdam Trade Bank (ATB), eine niederländische Tochter der russischen Alfa Bank. Ein niederländisches Gericht erklärte die Bank für insolvent und rief den Entschädigungsfall aus. Auch deutsche Sparerinnen und Sparer sind betroffen. Seit Januar 2022 tritt die ATB auch unter dem Namen Fibr auf.

Ist mein Guthaben geschützt?

In der Europäischen Union sind Einlagen von Privatanlegerinnen und -anlegern über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt – und zwar bis zu 100.000 Euro pro Einleger und Bank. Abgesichert sind unter anderem Guthaben auf Girokonten, Gehaltskonten, Konten für Studierende und Pensionskonten oder Einlagen auf Sparbüchern und Sparkonten.

Wie kriege ich mein Geld von den Banken zurück?

Stellt die Finanzmarktaufsicht eines europäischen Landes die Insolvenz einer Bank und den Entschädigungsfall fest, müssen Sie als Kundin oder Kunde nicht selbst einen Antrag stellen. Private Anlegerinnen und Anleger werden in der Regel innerhalb von sieben Arbeitstagen automatisch entschädigt. Laut der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) kann es bei einem Fall über Ländergrenzen hinweg unter Umständen auch länger dauern.

Unser Rat

Prüfen Sie, ob Ihre bei der Bank hinterlegten Kontaktdaten richtig und aktuell sind. Stellen Sie sicher, dass alle wichtigen Informationen zur Entschädigung auch bei Ihnen ankommen.

Wie geht es mit der Sberbank weiter?

Beträge bis zu 100.000 Euro wurden über die Einlagensicherung bereits an Kundinnen und Kunden der Sberbank Europe AG ausgezahlt. Spareinlagen, die über diesen gesicherten Höchstbetrag hinausgehen, sollen nach Angaben der Sberbank jetzt ebenfalls vollständig an Kundinnen und Kunden ausbezahlt werden. Ansprechpartner dafür ist die in Deutschland ansässige Sberbank Direct.

Die Sberbank Europe AG hat ihren Hauptsitz in Wien. Die Sberbank Direct ist die deutsche Zweigniederlassung. Zur Sberbank Europe AG gehören zudem die beiden Tochtergesellschaften Sberbank d.d. in Kroatien und Sberbank banka d.d. in Slowenien. Laut Medienberichten wurden die beiden letztgenannten verkauft und sind demnach von der aktuellen Situation nicht mehr betroffen.

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