Nichts da, Maxda!

Der Kreditvermittler Maxda hat Tausenden Kunden Auslagen und Reisekosten von Außendienstmitarbeitern in Rechnung gestellt. Dabei hatte die Firma gar keinen Anspruch darauf. Geschädigte Kunden können noch bis Ende Oktober Geld zurückverlangen. So geht's.

Mann sitzt auf Sofa und liest einen Brief

Das Wichtigste in Kürze

  1. Kunden des Kreditvermittlers Maxda könnten Anspruch auf Rückerstattung von Auslagen und/oder Reisekosten haben.
  2. Betroffene müssen ihre Ansprüche bis Ende Oktober 2020 anmelden.
  3. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern stellt im Internet entsprechende Formulare für Geschädigte bereit.
Stand: 18.08.2020

Jahrelang hat der Kreditvermittler Maxda Tausenden Kunden im gesamten Bundesgebiet „Fahrtkosten" und/oder „Auslagen“ von Außendienstmitarbeitern in Rechnung gestellt, die gar nicht entstanden waren. Wenn in Ihrer Rechnung auch solche Positionen stehen, könnten Sie einen Anspruch auf Entschädigung haben. Das meldeten unsere Kolleginnen und Kollegen von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Wichtig: Sie müssen Ihren Anspruch bis Ende Oktober 2020 bei der Staatsanwaltschaft anmelden. 

Die Darlehensvermittlungsgesellschaft aus Speyer hat zwischen Januar 2010 und Oktober 2017 von fast 175.000 Kunden zu viel Geld für Kreditvermittlungen bzw. Vermittlungsversuche gefordert. In der Regel handelte es sich um Beträge zwischen 100 und 200 Euro pro Kunde. Kreditinteressenten bzw. -nehmern legte man Formulare zur Unterzeichnung vor, mit welchen sich diese zur Übernahme von Reisekosten bzw. Auslagen der Gesellschaft für die Kreditvermittlung verpflichteten. Doch laut Verträgen mussten die Außendienstmitarbeiter von Maxda ihre Auslagen und Reisekosten selbst tragen. Maxda hatte also gar keinen Anspruch auf das Geld, das den Kunden in Rechnung gestellt wurde.

Die Verantwortlichen des Kreditvermittlers wurden wegen dieser fragwürdigen Geschäftspraxis verurteilt. Gleichzeitig ordnete das Amtsgericht Kaiserslautern an, einen Betrag von mehreren Millionen Euro einzuziehen. Dieser sollen nun an die Geschädigten verteilt werden.

So fordern Sie Ihr Geld von Maxda zurück

  • Prüfen Sie Ihre Rechnung von Maxda. Hat man Ihnen zwischen Januar 2010 und Oktober 2017 einen Kredit vermittelt? Sollten Sie für „Fahrtkosten“ und/oder „Auslagen“ aufkommen?
  • Gehen Sie auf die Internetseite der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern. Dort sind zwei Formulare veröffentlicht, mit denen Sie Ihren Entschädigungsanspruch anmelden können – eines für Verträge, die zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 31. Mai 2013 geschlossen wurden und eines für Verträge, die vom 1. Juni 2013 bis 6. Oktober 2017 unterzeichnet wurden.
  • Senden Sie das ausgefüllte Formular mit entsprechendem Aktenzeichen und erforderlichen Unterlagen spätestens bis 30. Oktober 2020 per Post an:
    Staatsanwaltschaft Kaiserslautern
    Bahnhofstraße 24 | 67655 Kaiserslautern

Unser Rat

Kein Geld auf dem Konto, kein Kredit von der Bank – was tun? Wer in Finanznot ist, greift nach jedem Strohhalm. Doch Achtung, „schufafreie“ Kredite wie sie Maxda verspricht, sind keine Hilfe, sondern der Einstieg in die Überschuldung. Lassen Sie besser die Finger davon! Sollten Sie Geldsorgen haben, so wenden Sie sich an Ihre Schuldnerberatung vor Ort.

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