Ratenkredit mit Restschuldversicherung: Die Geschichte von Herrn M.

Stand: 20.02.2017

Herr M. hat zwischen 2009 und 2012 jedes Jahr seinen Kredit bei der Citibank, die inzwischen Targobank heißt, aufgestockt und hierfür eine Restschuldversicherung abgeschlossen. Er wollte seine Frau davor schützen, dass sie im Falle seines Todes den Kredit zurückzahlen muss. Die Nettokreditsumme lag bei 38.500 Euro.

35.000 Euro gespart durch falsche Belehrungen

Wir haben uns die Widerrrufsbelehrungen in den vier Kreditverträgen von Herrn M. angeschaut und in den Belehrungen zu den letzten beiden Krediten Fehler festgestellt. Herr M. kann daher nach unserer Auffassung die zwei letzten Kreditverträge widerrufen. Dadurch spart er 35.000 Euro und kann seine Zahlungen an die Targobank einstellen.

  1. Vertrag Nummer 1: In der Prämie für die Restschuldversicherung sind horrende 20 Prozent an Kosten für den Vertragsabschluss versteckt, also die Vertriebsprovision und und 5 Prozent für die Verwaltung der Police enthalten. So verteuert sich die Versicherungsprämie von 2.532,52 auf immerhin 3.376,70 Euro. Eine Plus von mehr als 800 Euro. Doch damit nicht genug. Die 3.376,70 Euro werden natürlich verzinst – und zwar nicht zu knapp mit 9,99 Prozent pro Jahr. Am Ende verteuert sich für Herrn M. der aufzunehmende Kredit von knapp 18.000 auf etwa 21.300 Euro. Mit Zinsen und laufenden Kosten soll er 29.312,82 Euro in 69 Raten zurückzahlen. Hätte Herr M. keine Restschuldversicherung abgeschlossen, wäre der Gesamtbetrag um rund 5.000 Euro geringer ausgefallen.
     
  2. Vertrag Nummer 2: Beim zweiten Kredit, mit dem Herr M. rund 22.500 Euro neu aufgenommen und den Vorkredit abgelöst hat, kostete die Restschuldversicherung sogar 9.436,60 Euro. Der in 84 Monaten bis November 2019 abzuzahlende Gesamtbetrag belief sich bei gleich hohem Zinssatz auf fast 70.000 Euro.

Neuberechnung nach Widerruf

Kann Herr M. beide Kreditverträge wegen fehlerhafter Belehrungen widerrufen, hat er sie bereits jetzt abbezahlt – also drei Jahre früher! – und kann die Zahlungen an die Bank einstellen. Denn: Anstelle des vereinbarten Zinssatzes kann die Targobank dann nur einen niedrigeren marktüblichen Zinssatz berechnen, auf die Bearbeitungsgebühren von jeweils 3 Prozent hat sie keinen Anspruch, die überzogenen Restschuldversicherungsprämien entfallen oder werden zumindest reduziert und die auf sie berechneten Zinsen auch. Alles zusammen ergibt eine hohe Differenz von 35.000 Euro.

Vor allem die Restschuldversicherungen haben die Kreditverträge von Herrn M. unnötig verteuert. Die Policen sollen die Rückzahlung eines Kredits im Falle des Todes oder bei Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit absichern. Dieses Ziel hätte Herr M. sehr viel billiger mit dem Abschluss einer Risikolebensversicherung erreichen können.