Versicherungen lehnen Riester-Sparer ab

Mit dem angesparten Riester-Kapital von einem Anbieter zum anderen wechseln? Das ist gesetzlich erlaubt. Für Besitzer von Riester-Sparplänen tun sich jedoch seit Kurzem Hürden auf. Versicherungen weigern sich, wechselwillige Sparer aufzunehmen.

Fußgänger läuft über Straße mit Stop-Schriftzug

Das Wichtigste in Kürze

  1. Riester-Sparer können mit ihrem angesparten Vermögen von einem zum anderen Anbieter wechseln. Das Riester-Kapital aus Sparplänen muss am Ende ein Versicherer in eine Rente umwandeln.
  2. Viele Versicherungsgesellschaften weigern sich, Neukunden zur Rentenphase aufzunehmen.
  3. Hat der Anbieter eines Sparplans in der Auszahlphase schlechte Konditionen, sollten Betroffene bei möglichst vielen Versicherern anfragen, um die Chance auf den Abschluss eines günstigeren Vertrags zu erhöhen.
Stand: 15.02.2017

„Riestern“ mit Bank- oder Fondssparplänen gilt als günstige Alternative zu teuren Riester-Rentenversicherungen. Doch auch bei diesen Sparplänen sind Versicherungen beteiligt, damit Verbraucher im Alter eine lebenslange Rente erhalten. Ob der Sparplan mit einem günstigen oder teuren Versicherungsschutz verknüpft ist, hängt vom Anbieter ab.

Versicherer wollen keine Riester-Sparer mehr

Wem die Kosten für die Versicherung zu hoch waren, der konnte bislang selbst kurz vor Beginn der Rentenphase zu einem günstigeren Anbieter wechseln: Theoretisch besteht diese Möglichkeit noch immer – in der Beratung merken wir allerdings, dass Verbraucher große Probleme haben, von diesem Recht Gebrauch zu machen.

Viele Versicherungsgesellschaften wie etwa die Allianz, Cosmos Direkt, die Hannoversche Leben oder Signal Iduna weigern sich, wechselwillige Riester-Sparer kurz vor Beginn der Rentenphase aufzunehmen. In Zeiten niedriger Zinsen ist dies für viele Unternehmen offenbar kein lukratives Geschäft mehr.

Widerstand ist für Verbraucher leider zwecklos. Die Versicherer können sich auf die Vertragsfreiheit berufen und selbst entscheiden, wen sie als Kunden übernehmen wollen und wen nicht.

Unser Rat

Wenn Sie die Versicherungsgesellschaft wechseln wollen, sollten Sie parallel bei unterschiedlichen Unternehmen anfragen. Dies erhöht die Chance, doch noch rechtzeitig vor Rentenbeginn einen günstigeren Anbieter zu finden.

Kosten sollten schon beim Vertragsschluss klar sein

Als Riester-Sparer erfahren Sie beim Abschluss eines Sparplans meist nicht, wie viel die dazugehörige Versicherung später einmal kosten wird. Viele Banken und Sparkassen geben nur sehr schwammige oder gar keine Informationen zu den Kosten in der Rentenphase preis. Das böse Erwachen kommt meist erst erst kurz vor Rentenbeginn. Dann teilt man Ihnen mit, wie viel Sie tatsächlich für die Versicherung zahlen sollen. Das ist ärgerlich, denn das gleiche Kapital bringt je nach Versicherer dann mal mehr und mal weniger Rente. Die Unterschiede summieren sich im Laufe der Jahre oft zu erheblichen Beträgen.

Hier sehen wir politischen Handlungsbedarf: Je schwieriger der Anbieterwechsel ist, desto wichtiger ist die Kostentransparenz bei Vertragsschluss. Die Anbieter von Riester-Bank- und Fondssparplänen müssen dazu verpflichtet werden, die Kosten bei Vertragsschluss verbindlich zu benennen. Nur so können Verbraucher eine informierte Entscheidung treffen.

Gut zu wissen

Trotz dieser Probleme ist das „Riestern“ mit Bank- oder Fondssparplänen in aller Regel günstiger als der Abschluss einer teuren Riester-Rentenversicherung. Diese Form der Riester-Vorsorge ist ins Gerede gekommen: zu teuer und zu geringe Renten, bemängeln Kritiker.

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